Selbsttest · Autismus & Masking

CAT-Q Test auf Deutsch: Masking-Fragebogen anonym online ausfüllen

Der CAT-Q Test (Camouflaging Autistic Traits Questionnaire) erfasst, wie stark du in sozialen Situationen autistische Merkmale verbirgst oder ausgleichst. Gemeint ist Masking, in der Fachsprache Camouflaging genannt. Hier beantwortest du die 25 Aussagen online und siehst dein Ergebnis sofort. Eine E-Mail-Adresse oder Anmeldung brauchst du dafür nicht.

25 AussagenErgebnis sofortOhne E-Mail-AdresseAntworten bleiben in deinem Browser

Kurz gefasst

Der CAT-Q wurde 2019 am University College London von Laura Hull und Kolleg:innen veröffentlicht. Er misst drei Arten von Camouflaging: Kompensation, Maskieren und Anpassung. Dein Ergebnis zeigt, wie häufig du solche Strategien nach eigener Einschätzung einsetzt. Eine Diagnose ersetzt es nicht. Die Entwickler:innen raten ausdrücklich davon ab, CAT-Q-Werte für Diagnoseentscheidungen zu nutzen.

Den CAT-Q-Fragebogen ausfüllen

Lies jede Aussage und wähle, wie gut sie zu deinen Erfahrungen in sozialen Situationen passt. Es gibt keine richtigen oder falschen Antworten. Antworte so, wie es bei dir meistens ist. Manche Aussagen klingen ähnlich. Das ist im Original so angelegt.

So bleibt es anonym: Die Auswertung rechnet direkt in deinem Browser. Deine Antworten werden weder gespeichert noch übertragen. Du brauchst keine E-Mail-Adresse und kein Konto. Wenn du die Seite schließt oder neu lädst, sind die Antworten weg.

Aussage 1: Wenn ich mit jemandem im Gespräch bin, ahme ich bewusst die Körpersprache oder Mimik meines Gegenübers nach.
Aussage 2: Ich achte auf meine Körpersprache oder Mimik, damit ich entspannt wirke.
Aussage 3: Ich habe selten das Gefühl, eine Rolle spielen zu müssen, um durch eine soziale Situation zu kommen.
Aussage 4: Ich habe mir für soziale Situationen ein Skript zurechtgelegt (zum Beispiel eine Liste mit Fragen oder Gesprächsthemen).
Aussage 5: Ich wiederhole Formulierungen, die ich bei anderen gehört habe, genau so, wie ich sie zum ersten Mal gehört habe.
Aussage 6: Ich passe meine Körpersprache oder Mimik an, damit ich an meinem Gegenüber interessiert wirke.
Aussage 7: In sozialen Situationen habe ich das Gefühl, eine Vorstellung zu geben, statt ich selbst zu sein.
Aussage 8: Im Kontakt mit anderen nutze ich Verhaltensweisen, die ich mir beim Beobachten anderer Menschen abgeschaut habe.
Aussage 9: Ich denke ständig darüber nach, welchen Eindruck ich auf andere mache.
Aussage 10: Ich brauche die Unterstützung anderer Menschen, um unter Leute zu gehen.
Aussage 11: Ich übe meine Mimik und Körpersprache, damit sie natürlich wirken.
Aussage 12: Wenn ich keinen Blickkontakt möchte, habe ich auch nicht das Gefühl, ihn herstellen zu müssen.
Aussage 13: In sozialen Situationen muss ich mich zwingen, mit anderen in Kontakt zu treten.
Aussage 14: Ich habe versucht, soziale Fähigkeiten besser zu verstehen, indem ich andere Menschen beobachte.
Aussage 15: Ich achte auf meine Körpersprache oder Mimik, damit ich an meinem Gegenüber interessiert wirke.
Aussage 16: In sozialen Situationen suche ich nach Wegen, den Kontakt mit anderen zu vermeiden.
Aussage 17: Ich habe mich mit den Regeln sozialer Interaktion beschäftigt (zum Beispiel mit Psychologie oder Büchern über menschliches Verhalten), um meine eigenen sozialen Fähigkeiten zu verbessern.
Aussage 18: Mir ist immer bewusst, welchen Eindruck ich auf andere mache.
Aussage 19: Wenn ich mit anderen Menschen zusammen bin, fühle ich mich frei, ich selbst zu sein.
Aussage 20: Wie Menschen Körper und Gesicht im Kontakt einsetzen, lerne ich aus Fernsehen, Filmen oder Romanen.
Aussage 21: Ich passe meine Körpersprache oder Mimik an, damit ich entspannt wirke.
Aussage 22: Wenn ich mit anderen spreche, habe ich das Gefühl, dass das Gespräch wie von selbst läuft.
Aussage 23: Ich habe Zeit damit verbracht, soziale Fähigkeiten aus Serien und Filmen zu lernen, und versuche, sie im Kontakt mit anderen anzuwenden.
Aussage 24: In sozialen Situationen achte ich nicht darauf, was mein Gesicht oder mein Körper gerade tun.
Aussage 25: In sozialen Situationen habe ich das Gefühl, so zu tun, als wäre ich „normal“.

Mit welcher Gruppe möchtest du dein Ergebnis vergleichen?

Die Vergleichswerte stammen aus einer Studie, die Frauen, Männer und nicht-binäre Personen getrennt ausgewertet hat. Die Angabe ist freiwillig und wird ebenfalls nicht gespeichert.

0 von 25 Aussagen beantwortet

Was misst der CAT-Q?

Camouflaging beschreibt Strategien, mit denen Menschen autistische Merkmale im Kontakt mit anderen weniger sichtbar machen, bewusst oder automatisch. Der Fragebogen wurde aus Schilderungen autistischer Erwachsener entwickelt und an 354 autistischen und 478 nicht-autistischen Erwachsenen geprüft, die online teilnahmen. Aus der Auswertung ergaben sich drei Bereiche:

9 Aussagen

Kompensation

Strategien, mit denen du soziale Schwierigkeiten ausgleichst, etwa Gesprächsskripte oder Verhalten, das du dir bei anderen Menschen oder aus Filmen abgeschaut hast.

8 Aussagen

Maskieren

Du kontrollierst Mimik und Körpersprache, damit du entspannt oder interessiert wirkst. Dazu gehört, ständig im Blick zu haben, welchen Eindruck du gerade machst.

8 Aussagen

Anpassung

Im Original Assimilation: das Gefühl, in Gesellschaft eine Rolle zu spielen und dich zum Kontakt zwingen zu müssen. Auch das Vermeiden von Begegnungen oder die Unterstützung durch andere fällt hierunter.

Wie wird der CAT-Q ausgewertet?

Jede Aussage wird von 1 („Stimme überhaupt nicht zu“) bis 7 („Stimme voll und ganz zu“) bewertet. Fünf Aussagen sind umgekehrt formuliert (Nummer 3, 12, 19, 22 und 24) und werden vor dem Zusammenzählen umgepolt. So entsteht ein Gesamtwert zwischen 25 und 175. Kompensation reicht von 9 bis 63, Maskieren und Anpassung jeweils von 8 bis 56. Höhere Werte bedeuten mehr Camouflaging.

Einen offiziellen Grenzwert gibt es nicht. Im Netz liest man oft von 100 Punkten als Schwelle – in den beiden Originalstudien von Hull und Kolleg:innen steht diese Zahl nicht. Die Seite zeigt dir deshalb die Mittelwerte der Studiengruppen zum Vergleich.

Mit welchen Werten wird verglichen?

Die Vergleichswerte stammen aus einer Online-Befragung von 306 autistischen und 472 nicht-autistischen Erwachsenen (Hull et al., 2020). Die Teilnehmenden kamen überwiegend aus Großbritannien und Nordamerika. Autistische Teilnehmende gaben an, von Fachleuten diagnostiziert worden zu sein. Überprüft wurde das nicht. Die Tabelle zeigt Mittelwerte, in Klammern die Standardabweichung.

Mittelwerte und Standardabweichungen des CAT-Q nach Gruppe, Hull et al. 2020
GruppeGesamtKompensationMaskierenAnpassung
Frauen, autistisch (n = 182)124,4 (23,3)41,9 (11,1)37,9 (10,5)44,6 (7,8)
Frauen, nicht-autistisch (n = 252)90,9 (27,7)27,2 (11,5)34,7 (9,1)29,0 (11,7)
Männer, autistisch (n = 108)109,6 (26,5)36,8 (12,1)32,9 (10,6)39,9 (11,3)
Männer, nicht-autistisch (n = 193)96,9 (24,2)30,1 (10,9)36,3 (8,1)30,5 (10,3)
Nicht-binäre Personen, autistisch (n = 16)122,0 (17,1)43,5 (9,9)36,1 (8,8)39,9 (6,4)
Nicht-binäre Personen, nicht-autistisch (n = 27)109,4 (27,2)35,5 (11,3)38,7 (7,6)35,3 (12,1)

Die Streuung ist groß. Beim Gesamtwert liegen die Standardabweichungen zwischen 17 und 28 Punkten, die Gruppen überschneiden sich also deutlich. Beim Maskieren liegen autistische und nicht-autistische Teilnehmende fast gleichauf, bei den Männern lag die nicht-autistische Gruppe sogar höher. Die Gruppen nicht-binärer Personen waren mit 16 und 27 Teilnehmenden sehr klein.

Vergleichswerte aus Österreich gibt es nicht. Für Deutschland liegt seit 2026 eine validierte Fassung für Jugendliche von 13 bis 21 Jahren vor (CAT-Q/DE, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf). Sie umfasst 22 statt 25 Aussagen, weil drei Aussagen in der Prüfung schwach abgeschnitten haben. Ihre Werte lassen sich deshalb nicht direkt mit dem Original vergleichen.

Was sagt dein CAT-Q-Ergebnis aus?

Ein hoher Wert heißt: Du beschreibst viele Strategien, mit denen du dich in sozialen Situationen anpasst. Für die Einordnung sind diese Punkte wichtig:

  • Der CAT-Q ist kein Autismus-Test. Das Entwicklerteam schreibt 2026 in einer eigenen Stellungnahme, dass es kaum Forschung zum klinischen Einsatz gibt, und rät davon ab, die Werte für Diagnoseentscheidungen oder zur Erfolgsmessung von Behandlungen zu verwenden.
  • Auch nicht-autistische Menschen camouflagen. In den Studien berichten sie es im Mittel seltener. Die Werte steigen mit der Zahl autistischer Merkmale, unabhängig von einer Diagnose.
  • Soziale Angst spielt mit hinein. Vor allem die Aussagen zur Anpassung überschneiden sich mit typischen Anzeichen sozialer Angst. Ein hoher Wert kann deshalb auch andere Ursachen haben.
  • Gemessen wird, was du bewusst tust. Wie viel Kraft dich das kostet und ob es von außen gelingt, erfasst der Fragebogen nicht.
  • Diese Übersetzung ist nicht validiert. Sie hält sich eng an das englische Original und wurde wissenschaftlich nicht überprüft.

Ernst nehmen solltest du einen Zusammenhang, der in mehreren Studien auftaucht: Mehr Camouflaging geht mit mehr Angst und depressiven Beschwerden einher. Das zeigte sich bei autistischen Erwachsenen in der Originalstudie (2019) und bei Jugendlichen in Deutschland (2026). In welche Richtung der Zusammenhang wirkt, ist noch nicht geklärt.

Für dich persönlich

Hoher Wert – und jetzt?

Wenn sich beim Ausfüllen vieles vertraut angefühlt hat, schau genauer hin. Ob hinter deinem Camouflaging Autismus, AuDHS, ADHS oder etwas anderes steckt, klärt eine klinisch-psychologische Diagnostik bei Erwachsenen. Diagnostik und Behandlung sind im Rahmen meiner Tätigkeit am PSY2 Institut Gleisdorf buchbar.

Wenn du deine Diagnose schon hast und verstehen willst, wo dich Masking im Alltag Kraft kostet, ist das ein Thema für das Autismus- und AuDHS-Coaching.

Häufige Fragen zum CAT-Q

Ist der CAT-Q ein Autismus-Test?

Der CAT-Q misst, wie häufig du Camouflaging-Strategien einsetzt. Ob du autistisch bist, klärt eine klinisch-psychologische oder psychiatrische Diagnostik. Die Entwickler:innen des Fragebogens raten ausdrücklich davon ab, CAT-Q-Werte für Diagnoseentscheidungen zu verwenden.

Ab wie vielen Punkten ist der CAT-Q auffällig?

Es gibt keinen offiziellen Grenzwert. Die im Netz oft genannten 100 Punkte stehen in keiner der beiden Originalstudien. Du kannst deinen Wert mit den Mittelwerten autistischer und nicht-autistischer Erwachsener aus der Studie von Hull und Kolleg:innen (2020) vergleichen.

Werden meine Antworten gespeichert?

Nein. Die Auswertung läuft vollständig in deinem Browser. Deine Antworten werden weder an hirnzigartig.at noch an Dritte übertragen, und du brauchst keine E-Mail-Adresse. Wenn du die Seite schließt oder neu lädst, sind die Antworten weg.

Ist diese deutsche Übersetzung validiert?

Nein. Die Übersetzung auf dieser Seite stammt von Hirnzigartig und wurde nicht wissenschaftlich überprüft. Eine validierte deutsche Fassung (CAT-Q/DE) gibt es seit 2026 für Jugendliche von 13 bis 21 Jahren. Sie umfasst 22 Aussagen, ihre Werte lassen sich deshalb nicht direkt mit dem Original vergleichen.

Für wen ist der CAT-Q gedacht?

Für Erwachsene. Entwickelt und geprüft wurde er an Erwachsenen ab 16 Jahren, mit und ohne Autismus-Diagnose. Eine Diagnose brauchst du zum Ausfüllen nicht.

Wer hat den CAT-Q entwickelt?

Laura Hull und Kolleg:innen am University College London. Der Fragebogen wurde 2019 im Journal of Autism and Developmental Disorders veröffentlicht und steht unter der freien Lizenz CC BY 4.0.

Weiterlesen und nächste Schritte

Quellen

  1. Hull, L., Mandy, W., Lai, M.-C., Baron-Cohen, S., Allison, C., Smith, P. & Petrides, K. V. (2019). Development and validation of the Camouflaging Autistic Traits Questionnaire (CAT-Q). Journal of Autism and Developmental Disorders, 49(3), 819–833. https://doi.org/10.1007/s10803-018-3792-6
  2. Hull, L., Lai, M.-C., Baron-Cohen, S., Allison, C., Smith, P., Petrides, K. V. & Mandy, W. (2020). Gender differences in self-reported camouflaging in autistic and non-autistic adults. Autism, 24(2), 352–363. https://doi.org/10.1177/1362361319864804
  3. Hannon, B. R., Hull, L., Lai, M.-C., Magiati, I. & Mandy, W. (2026). The use and misuse of the Camouflaging Autistic Traits Questionnaire in autism research and clinical practice: Issues, considerations, and suggestions. Autism in Adulthood. https://doi.org/10.1177/25739581261435868
  4. Boettcher, J., Zapf, H., Daubmann, A., Schimmelmann, B., Bindt, C., Hohmann, S. & Micheel, J. (2026). Assessing camouflaging in adolescence: Psychometric evaluation of the German Camouflaging Autistic Traits Questionnaire (CAT-Q/DE). Journal of Autism and Developmental Disorders. https://doi.org/10.1007/s10803-026-07423-z

Fragebogen: CAT-Q © Hull et al. (2019), veröffentlicht unter CC BY 4.0. Änderungen: ins Deutsche übersetzt und um eine Online-Auswertung mit Vergleichswerten aus Hull et al. (2020) ergänzt. Übersetzung und Auswertung: Hirnzigartig.

Über die Autorin

Julie Simstich, MSc.

Arbeitspsychologin und Klinische Psychologin in Fachausbildung. Diagnostik und Behandlung von ADHS und Autismus bei Erwachsenen am PSY2 Institut Gleisdorf, Lehrauftrag zum Thema Neurodivergenz an der Universität Graz. Mehr erfahren →

Stand: Oktober 2026