Neurodiversität: 10 häufige Fragen zu ADHS, Autismus und Diagnose

Kurz gefasst

Neurodiversität beschreibt, dass Gehirne unterschiedlich arbeiten und dass diese Unterschiede zur normalen Bandbreite gehören. Der Begriff entstand in den 1990er-Jahren in der autistischen Community.

Der Artikel beantwortet zehn häufige Fragen: wie ADHS und Autismus diagnostiziert werden, was von Selbstdiagnose zu halten ist, wie groß die Dunkelziffer ist und was ADS von ADHS unterscheidet.

Zehn Fragen, die fast immer kommen

Ist mein Kind lebhaft oder hat es ADHS? Kann ich mich selbst diagnostizieren? Wächst sich ADHS aus? In der Podcastfolge gehen Walter und ich zehn solcher Fragen durch. Hier stehen die Antworten zum Nachlesen, mit Quellen.

Teil 1 behandelt die Begriffe, die Diagnostik, die Selbstdiagnose und die Frage, ab wann aus einer Eigenheit eine Diagnose wird. Eine Abklärung ersetzt der Artikel nicht.

1. Was ist Neurodiversität? Gibt es eine klare Definition?

Neurodiversität ist ein Begriff aus der Selbstvertretung und aus den Sozialwissenschaften. Er sagt: Gehirne arbeiten unterschiedlich, und diese Unterschiede gehören zur normalen Bandbreite des Menschen. Entstanden ist er in den 1990er-Jahren in der autistischen Online-Community, bekannt wurde er durch die Soziologin Judy Singer und den Journalisten Harvey Blume (Botha et al., 2024).

Zwei Wörter werden oft verwechselt. Neurodiversität meint die Vielfalt aller Gehirne. Neurodivergent nennt sich ein Mensch, dessen Gehirn deutlich anders arbeitet als der Durchschnitt, etwa bei ADHS, Autismus, Dyslexie, Dyspraxie oder Dyskalkulie. Wer im Durchschnitt liegt, gilt als neurotypisch.

Eine klinische Definition gibt es nicht. In den Diagnosemanualen stehen die einzelnen Diagnosen, und dort heißen sie Störungen. Der Neurodiversitäts-Ansatz widerspricht dem Bild vom Defekt und schließt Unterstützung trotzdem ein. Wie sich beide Sichtweisen vertragen, steht im Artikel Identität oder Diagnose.

2. Wie wird ADHS diagnostiziert? Was sind die Diagnosekriterien?

Einen einzelnen Test gibt es nicht. Die Diagnose entsteht im klinischen Gespräch. Fragebögen allein, neuropsychologische Tests oder Hirnscans reichen dafür nicht aus (Faraone et al., 2021).

Geprüft wird nach DSM-5 oder ICD. Beide beschreiben dieselben drei Symptombereiche (IQWiG, 2022):

  • Unaufmerksamkeit: Flüchtigkeitsfehler, kurze Konzentrationsspanne, Aufgaben bleiben liegen, Dinge gehen verloren.
  • Hyperaktivität: Zappeln, Aufstehen, das Gefühl, wie von einem Motor angetrieben zu sein.
  • Impulsivität: Dazwischenreden, schlecht warten können, handeln vor dem Nachdenken.

Für eine Diagnose müssen vier Bedingungen erfüllt sein:

  1. Die Symptome bestehen seit mindestens sechs Monaten.
  2. Sie haben in der Kindheit begonnen: nach DSM-5 und ICD-11 vor dem zwölften Geburtstag, nach ICD-10 vor dem siebten.
  3. Sie zeigen sich in mehreren Lebensbereichen, zum Beispiel in der Schule oder Arbeit und zu Hause.
  4. Sie beeinträchtigen den Alltag, und eine andere Ursache erklärt sie nicht besser.

So läuft die Abklärung ab

Am Anfang steht ein ausführliches Gespräch über die Lebensgeschichte: wann die Symptome begonnen haben und wie sie sich entwickelt haben. Bei Erwachsenen werden die Angaben nach Möglichkeit mit denen von Eltern, Partner:in oder anderen engen Bezugspersonen abgeglichen. Fragebögen helfen beim Strukturieren. Eine körperliche und neurologische Untersuchung gehört dazu, weil Schilddrüsenstörungen, Schlafstörungen oder Medikamente ähnliche Symptome machen können. Mit Laborwerten, EEG oder anderen apparativen Verfahren lässt sich ADHS laut deutscher S3-Leitlinie (Version 2.0, 2026) nicht feststellen. Solche Untersuchungen dienen dazu, körperliche Ursachen abzuklären.

Die Diagnose beruht also auf Kriterien, die erfüllt sein müssen. Zusätzlich wird geprüft, ob etwas anderes die Symptome besser erklärt.

In Österreich stellen Fachärzt:innen für Psychiatrie oder für Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie Klinische Psycholog:innen die Diagnose. Die klinisch-psychologische Diagnostik ist per Gesetz Klinischen Psycholog:innen vorbehalten (§ 22 Psychologengesetz 2013).

3. Wie wird Autismus diagnostiziert? Was sind die Unterschiede zu ADHS?

Bei Autismus müssen nach DSM-5 zwei Bereiche betroffen sein (CDC, 2025):

  • Soziale Kommunikation und Interaktion: Schwierigkeiten im wechselseitigen Austausch, in der nonverbalen Kommunikation wie Blickkontakt, Mimik und Gestik und beim Aufbauen und Halten von Beziehungen. Alle drei Teilbereiche müssen betroffen sein.
  • Eingeschränkte, sich wiederholende Verhaltensmuster und Interessen: wiederholte Bewegungen (Stimming), Festhalten an Routinen, sehr intensive Interessen, Über- oder Unterempfindlichkeit für Sinnesreize. Mindestens zwei dieser vier Muster müssen vorliegen.

Bei ADHS reicht nach DSM-5 ein Symptombereich, bei Autismus braucht es beide. Beides kann gemeinsam auftreten. In einer großen Metaanalyse hatten 28 Prozent der autistischen Menschen auch ADHS (Lai et al., 2019), eine zweite kommt auf 38,5 Prozent (Rong et al., 2021).

Warum Autismus oft spät erkannt wird

  • Masking: Viele autistische Menschen passen ihr Verhalten an, um nicht aufzufallen. Reviews finden dabei Geschlechtsunterschiede, und stärkeres Camouflaging hängt mit schlechterer psychischer Gesundheit zusammen (Hull et al., 2020; Cook et al., 2021).
  • Geschlechter-Bias: Lange galt ein Verhältnis von vier Jungen auf ein Mädchen. Eine Metaanalyse über 54 Studien kommt auf eher 3 zu 1 und sieht darin einen Hinweis, dass Mädchen übersehen werden (Loomes et al., 2017).
  • Fehldiagnosen: Von 1.211 autistischen Erwachsenen in den Niederlanden berichteten 24,6 Prozent von mindestens einer früheren psychiatrischen Diagnose, die sie als Fehldiagnose erlebt haben. Bei Frauen waren es 31,7 Prozent, bei Männern 16,7 Prozent. Am häufigsten ging es um Persönlichkeitsstörungen (Kentrou et al., 2024).
Infografik mit vier Schritten der ADHS-Abklärung und einer Tabelle, die ADHS und Autismus nach Symptombereichen, Gründen für späte Diagnosen und Zuständigkeit vergleicht.

4. Kann man sich selbst mit ADHS oder Autismus diagnostizieren?

Eine Diagnose im medizinischen und rechtlichen Sinn stellt eine Fachperson. Ob die eigene Einschätzung trotzdem zählt, ist umstritten, auch in der Community (Sarrett, 2016).

Was dafür spricht

Der Weg zur Abklärung ist für viele versperrt. In einer Befragung von 665 autistischen Erwachsenen mit oder ohne formale Diagnose war die häufigste Hürde die Angst, von Fachleuten nicht ernst genommen zu werden (Lewis, 2017). Für Autismus zeigen zwei Studien, dass selbstidentifizierte Erwachsene den diagnostizierten sehr ähnlich sind. In der einen glichen sich 893 diagnostizierte und 245 selbstdiagnostizierte Erwachsene in Stigma-Erleben, Selbstwert und Lebensqualität (McDonald, 2020). In der anderen, einer Studie mit 839 Personen, beantworteten diagnostizierte und selbstidentifizierte autistische Erwachsene den Fragebogen RAADS-R sehr ähnlich (Sturm et al., 2024).

Was dagegen spricht

Bei ADHS überschätzt der bekannteste Selbsttest die Häufigkeit deutlich. Für den WHO-Screener ASRS liegt der positive Vorhersagewert in der Allgemeinbevölkerung rechnerisch bei etwa 11,5 Prozent. Von neun Personen mit auffälligem Ergebnis hätte demnach ungefähr eine ADHS (Chamberlain et al., 2021). In den 100 meistgesehenen TikTok-Videos unter #ADHD stimmte weniger als die Hälfte der Symptom-Aussagen mit dem DSM überein (Karasavva et al., 2025). Depression, Angststörungen oder Schlafstörungen können ähnlich aussehen und brauchen eine andere Behandlung. Medikation und formale Unterstützung setzen eine Diagnose voraus.

Mein Vorschlag: Nimm die eigene Einschätzung als Anlass für eine Abklärung und als Arbeitshypothese für den Alltag, solange du auf einen Termin wartest.

5. Wie groß ist die Dunkelziffer bei neurodivergenten Menschen?

Für Autismus gibt es eine Schätzung aus England. Dort haben 0,82 Prozent der Bevölkerung eine Diagnose, und geschätzt 59 bis 72 Prozent der autistischen Menschen haben keine. Die Autor:innen gehen davon aus, dass die Lücke bei Kindern klein und bei älteren Erwachsenen groß ist (O’Nions et al., 2023). Weltweit liegt die Häufigkeit von Autismus im Median bei etwa 1 Prozent (Zeidan et al., 2022).

Von ADHS sind weltweit etwa 2,5 Prozent der Erwachsenen betroffen (Faraone et al., 2021). In deutschen Krankenkassendaten hatten 2014 nur 0,4 Prozent der Erwachsenen eine Diagnose (Bachmann et al., 2017). Grob gerechnet war das damals jede sechste betroffene Person. Auch der europäische Konsens zu ADHS bei Erwachsenen spricht von Unterdiagnostik in vielen Ländern (Kooij et al., 2019). Für Österreich liegen mir keine vergleichbaren Zahlen vor.

Frauen bekommen ihre ADHS-Diagnose später. In Registerdaten aus der Region Stockholm mit 85.330 Personen waren Frauen bei der ersten Diagnose oder Behandlung 23,5 Jahre alt, Männer 19,6 (Skoglund et al., 2024). Das sind knapp vier Jahre Unterschied.

Für dich als Führungskraft heißt das: In einem Team mit 40 Personen ist rechnerisch eine mit ADHS dabei, mit oder ohne Diagnose. Was das für Führung bedeutet, steht auf der Seite zur Neuroinklusion im Unternehmen.

6. Unterscheiden sich die Diagnosekriterien zwischen Ländern?

Die Manuale unterscheiden sich, die Häufigkeit von ADHS kaum. Die ICD-10 ist bei ADHS strenger als das DSM-5: Sie verlangt Symptome aus allen drei Bereichen und einen Beginn vor dem siebten Geburtstag (IQWiG, 2022). Die ICD-11 ist seit 2022 in Kraft und weitgehend an das DSM-5 angeglichen (Gomez et al., 2023). In Deutschland gilt bis zur Einführung der ICD-11 weiter die ICD-10-GM (BfArM), und die S3-Leitlinie lässt die Diagnose nach ICD-10 oder DSM-5 zu.

Der oft zitierte Abstand zwischen den USA und Europa zeigt sich vor allem bei den vergebenen Diagnosen. In den USA haben nach Elternangaben 11,4 Prozent der 3- bis 17-Jährigen irgendwann eine ADHS-Diagnose erhalten (Danielson et al., 2024), in Deutschland 4,4 Prozent (Göbel et al., 2018). Misst man mit einheitlichen Kriterien, unterscheiden sich Nordamerika und Europa nicht signifikant. Weltweit kommen die Studien auf rund 5 Prozent der Kinder und Jugendlichen (Polanczyk et al., 2007; Polanczyk et al., 2014).

Bei Autismus kennt die ICD-10 noch das Asperger-Syndrom als eigene Diagnose. DSM-5 und ICD-11 fassen alles in der Autismus-Spektrum-Störung zusammen.

7. Was ist der Unterschied zwischen ADHS und ADS?

Als eigener Name ist ADS aus DSM-5 und ICD-11 verschwunden. 1980 hieß die Diagnose im DSM-III „Attention Deficit Disorder“, mit oder ohne Hyperaktivität. 1987 wurde daraus ADHD, 1994 kamen drei Subtypen dazu (Lange et al., 2010). Seit dem DSM-5 heißen sie Erscheinungsbilder (Epstein & Loren, 2013):

  • vorwiegend unaufmerksam
  • vorwiegend hyperaktiv-impulsiv
  • gemischt

Im Alltag meint „ADS“ meist das vorwiegend unaufmerksame Erscheinungsbild: ruhig, verträumt, ohne sichtbare Unruhe. In der ICD-10-GM wird diese Form als F98.80 kodiert, „Aufmerksamkeitsstörung ohne Hyperaktivität mit Beginn in der Kindheit und Jugend“.

8. Bleibt ADHS bis ins Erwachsenenalter bestehen?

Bei den meisten bleiben Symptome, das Vollbild bleibt bei einer Minderheit. Mit 25 Jahren erfüllen noch etwa 15 Prozent alle Kriterien. Rechnet man Verläufe mit, bei denen ein Teil der Symptome zurückgegangen ist, sind es rund 65 Prozent (Faraone et al., 2006). In der MTA-Studie mit 558 Kindern verlief ADHS bei 63,8 Prozent wechselhaft, mit Phasen der Besserung und der Rückkehr. Dauerhaft genesen waren 9,1 Prozent (Sibley et al., 2022).

Das Bild verändert sich mit dem Alter. Hyperaktivität und Impulsivität gehen schneller zurück als Unaufmerksamkeit (Biederman et al., 2000). Aus dem Kind, das nicht sitzen bleiben konnte, wird oft ein Erwachsener mit innerer Unruhe.

Manche Erwachsene mit ADHS haben als Kind nie eine Diagnose bekommen (IQWiG, ADHS bei Erwachsenen). Sie galten als verträumt, faul oder chaotisch.

9. Was ist „normal“?

Unaufmerksam, zappelig oder impulsiv ist jedes Kind manchmal. Die Kriterien setzen deshalb Schwellen: mindestens sechs Monate, in mehreren Lebensbereichen, mit Beeinträchtigung im Alltag. Ein Kind, das gelegentlich die Hausübung vergisst, erfüllt sie nicht.

Wo die Schwelle erreicht wird, hängt auch an der Umgebung. Dieselbe Unruhe fällt in einer Klasse mit viel Stillarbeit stärker auf als in einer mit viel Bewegung. Normalität ist damit ein Bereich auf einem Kontinuum, und die Grenze zur Diagnose zieht die Beeinträchtigung.

10. Welche Rolle spielt Leidensdruck in der Diagnose?

Für die Diagnose zählt die Funktionsbeeinträchtigung: Die Symptome müssen Schule, Arbeit oder Beziehungen spürbar stören. Subjektiver Leidensdruck ist etwas anderes und im DSM-5 für sich allein kein Kriterium. Das DSM-5 verlangt, dass die Symptome das Funktionsniveau beeinträchtigen oder seine Qualität mindern (Epstein & Loren, 2013). Die S3-Leitlinie spricht von zumindest moderater Beeinträchtigung und an anderer Stelle von deutlichem Leiden und/oder Einschränkungen.

Für dich heißt das: Du kannst viele ADHS-Merkmale haben und trotzdem unter der Schwelle bleiben, etwa weil dein Umfeld gut zu dir passt. Das kann sich ändern, wenn das Umfeld wechselt, zum Beispiel mit dem ersten Job oder mit Kindern.

Womit du anfängst

Wenn du dich in den Beschreibungen wiederfindest, schreib dir konkrete Situationen auf: was passiert, seit wann, in welchen Lebensbereichen. Alte Schulzeugnisse helfen, weil die Kriterien nach der Kindheit fragen. Mit diesen Notizen gehst du in die Abklärung. Bis zum Termin taugen sie als Grundlage, um Strategien auszuprobieren.

Quellen

  • AWMF (2026). Interdisziplinäre evidenz- und konsensbasierte S3-Leitlinie „Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter“, Version 2.0. AWMF-Register-Nr. 028-045. https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/028-045
  • Bachmann, C. J., Philipsen, A. & Hoffmann, F. (2017). ADHD in Germany: Trends in Diagnosis and Pharmacotherapy. Deutsches Ärzteblatt International, 114(9), 141–148. https://doi.org/10.3238/arztebl.2017.0141
  • BfArM (o. J.). ICD-11. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. https://www.bfarm.de/DE/Kodiersysteme/Klassifikationen/ICD/ICD-11/_node.html
  • Biederman, J., Mick, E. & Faraone, S. V. (2000). Age-Dependent Decline of Symptoms of Attention Deficit Hyperactivity Disorder: Impact of Remission Definition and Symptom Type. American Journal of Psychiatry, 157(5), 816–818. https://doi.org/10.1176/appi.ajp.157.5.816
  • Botha, M., Chapman, R., Giwa Onaiwu, M., Kapp, S. K., Stannard Ashley, A. & Walker, N. (2024). The neurodiversity concept was developed collectively: An overdue correction on the origins of neurodiversity theory. Autism, 28(6), 1591–1594. https://doi.org/10.1177/13623613241237871
  • CDC (2025). Clinical Testing and Diagnosis for Autism Spectrum Disorder. Centers for Disease Control and Prevention. https://www.cdc.gov/autism/hcp/diagnosis/index.html
  • Chamberlain, S. R., Cortese, S. & Grant, J. E. (2021). Screening for adult ADHD using brief rating tools: What can we conclude from a positive screen? Some caveats. Comprehensive Psychiatry, 106, 152224. https://doi.org/10.1016/j.comppsych.2021.152224
  • Cook, J., Hull, L., Crane, L. & Mandy, W. (2021). Camouflaging in autism: A systematic review. Clinical Psychology Review, 89, 102080. https://doi.org/10.1016/j.cpr.2021.102080
  • Danielson, M. L., Claussen, A. H., Bitsko, R. H., Katz, S. M., Newsome, K., Blumberg, S. J. et al. (2024). ADHD Prevalence Among U.S. Children and Adolescents in 2022: Diagnosis, Severity, Co-Occurring Disorders, and Treatment. Journal of Clinical Child & Adolescent Psychology, 53(3), 343–360. https://doi.org/10.1080/15374416.2024.2335625
  • Epstein, J. N. & Loren, R. E. (2013). Changes in the definition of ADHD in DSM-5: subtle but important. Neuropsychiatry, 3(5), 455–458. https://doi.org/10.2217/npy.13.59
  • Faraone, S. V., Banaschewski, T., Coghill, D., Zheng, Y., Biederman, J., Bellgrove, M. A. et al. (2021). The World Federation of ADHD International Consensus Statement: 208 Evidence-based conclusions about the disorder. Neuroscience & Biobehavioral Reviews, 128, 789–818. https://doi.org/10.1016/j.neubiorev.2021.01.022
  • Faraone, S. V., Biederman, J. & Mick, E. (2006). The age-dependent decline of attention deficit hyperactivity disorder: a meta-analysis of follow-up studies. Psychological Medicine, 36(2), 159–165. https://doi.org/10.1017/S003329170500471X
  • Göbel, K., Baumgarten, F., Kuntz, B., Hölling, H. & Schlack, R. (2018). ADHD in children and adolescents in Germany. Results of the cross-sectional KiGGS Wave 2 study and trends. Journal of Health Monitoring, 3(3), 42–49. https://doi.org/10.17886/RKI-GBE-2018-085
  • Gomez, R., Chen, W. & Houghton, S. (2023). Differences between DSM-5-TR and ICD-11 revisions of attention deficit/hyperactivity disorder: A commentary on implications and opportunities. World Journal of Psychiatry, 13(5), 138–143. https://doi.org/10.5498/wjp.v13.i5.138
  • Hull, L., Petrides, K. V. & Mandy, W. (2020). The Female Autism Phenotype and Camouflaging: a Narrative Review. Review Journal of Autism and Developmental Disorders, 7(4), 306–317. https://doi.org/10.1007/s40489-020-00197-9
  • IQWiG (2022). ADHS bei Erwachsenen. gesundheitsinformation.de. https://www.gesundheitsinformation.de/adhs-bei-erwachsenen.html
  • IQWiG (2022). ADHS: Wie wird die Diagnose gestellt? gesundheitsinformation.de. https://www.gesundheitsinformation.de/adhs-wie-wird-die-diagnose-gestellt.html
  • Karasavva, V., Miller, C., Groves, N., Montiel, A., Canu, W. & Mikami, A. (2025). A double-edged hashtag: Evaluation of #ADHD-related TikTok content and its associations with perceptions of ADHD. PLOS ONE, 20(3), e0319335. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0319335
  • Kentrou, V., Livingston, L. A., Grove, R., Hoekstra, R. A. & Begeer, S. (2024). Perceived misdiagnosis of psychiatric conditions in autistic adults. eClinicalMedicine, 71, 102586. https://doi.org/10.1016/j.eclinm.2024.102586
  • Kooij, J., Bijlenga, D., Salerno, L., Jaeschke, R., Bitter, I., Balázs, J. et al. (2019). Updated European Consensus Statement on diagnosis and treatment of adult ADHD. European Psychiatry, 56(1), 14–34. https://doi.org/10.1016/j.eurpsy.2018.11.001
  • Lai, M. C., Kassee, C., Besney, R., Bonato, S., Hull, L., Mandy, W. et al. (2019). Prevalence of co-occurring mental health diagnoses in the autism population: a systematic review and meta-analysis. The Lancet Psychiatry, 6(10), 819–829. https://doi.org/10.1016/S2215-0366(19)30289-5
  • Lange, K. W., Reichl, S., Lange, K. M., Tucha, L. & Tucha, O. (2010). The history of attention deficit hyperactivity disorder. ADHD Attention Deficit and Hyperactivity Disorders, 2(4), 241–255. https://doi.org/10.1007/s12402-010-0045-8
  • Lewis, L. F. (2017). A Mixed Methods Study of Barriers to Formal Diagnosis of Autism Spectrum Disorder in Adults. Journal of Autism and Developmental Disorders, 47(8), 2410–2424. https://doi.org/10.1007/s10803-017-3168-3
  • Loomes, R., Hull, L. & Mandy, W. P. L. (2017). What Is the Male-to-Female Ratio in Autism Spectrum Disorder? A Systematic Review and Meta-Analysis. Journal of the American Academy of Child & Adolescent Psychiatry, 56(6), 466–474. https://doi.org/10.1016/j.jaac.2017.03.013
  • McDonald, T. (2020). Autism Identity and the “Lost Generation”: Structural Validation of the Autism Spectrum Identity Scale and Comparison of Diagnosed and Self-Diagnosed Adults on the Autism Spectrum. Autism in Adulthood, 2(1), 13–23. https://doi.org/10.1089/aut.2019.0069
  • O’Nions, E., Petersen, I., Buckman, J. E., Charlton, R., Cooper, C., Corbett, A. et al. (2023). Autism in England: assessing underdiagnosis in a population-based cohort study of prospectively collected primary care data. The Lancet Regional Health – Europe, 29, 100626. https://doi.org/10.1016/j.lanepe.2023.100626
  • Polanczyk, G., de Lima, M. S., Horta, B. L., Biederman, J. & Rohde, L. A. (2007). The Worldwide Prevalence of ADHD: A Systematic Review and Metaregression Analysis. American Journal of Psychiatry, 164(6), 942–948. https://doi.org/10.1176/ajp.2007.164.6.942
  • Polanczyk, G. V., Willcutt, E. G., Salum, G. A., Kieling, C. & Rohde, L. A. (2014). ADHD prevalence estimates across three decades: an updated systematic review and meta-regression analysis. International Journal of Epidemiology, 43(2), 434–442. https://doi.org/10.1093/ije/dyt261
  • Psychologengesetz 2013, § 22. Rechtsinformationssystem des Bundes. https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20008552
  • Rong, Y., Yang, C. J., Jin, Y. & Wang, Y. (2021). Prevalence of attention-deficit/hyperactivity disorder in individuals with autism spectrum disorder: A meta-analysis. Research in Autism Spectrum Disorders, 83, 101759. https://doi.org/10.1016/j.rasd.2021.101759
  • Sarrett, J. C. (2016). Biocertification and Neurodiversity: the Role and Implications of Self-Diagnosis in Autistic Communities. Neuroethics, 9(1), 23–36. https://doi.org/10.1007/s12152-016-9247-x
  • Sibley, M. H., Arnold, L. E., Swanson, J. M., Hechtman, L. T., Kennedy, T. M., Owens, E. et al. (2022). Variable Patterns of Remission From ADHD in the Multimodal Treatment Study of ADHD. American Journal of Psychiatry, 179(2), 142–151. https://doi.org/10.1176/appi.ajp.2021.21010032
  • Skoglund, C., Sundström Poromaa, I., Leksell, D., Ekholm Selling, K., Cars, T., Giacobini, M. et al. (2024). Time after time: failure to identify and support females with ADHD – a Swedish population register study. Journal of Child Psychology and Psychiatry, 65(6), 832–844. https://doi.org/10.1111/jcpp.13920
  • Sturm, A., Huang, S., Bal, V. & Schwartzman, B. (2024). Psychometric exploration of the RAADS-R with autistic adults: Implications for research and clinical practice. Autism, 28(9), 2334–2345. https://doi.org/10.1177/13623613241228329
  • Zeidan, J., Fombonne, E., Scorah, J., Ibrahim, A., Durkin, M. S., Saxena, S. et al. (2022). Global prevalence of autism: A systematic review update. Autism Research, 15(5), 778–790. https://doi.org/10.1002/aur.2696

Du willst herausfinden, was dir im Alltag und im Job hilft? Im ADHS-Coaching und im Autismus- und AuDHS-Coaching arbeiten wir an deinen konkreten Situationen. Erstgespräch anfragen →

Julie Simstich
Fachlich geprüft von Julie Simstich

Julie Simstich – Arbeits- & klinische Psychologin (in Fachausbildung), Organisationssoziologin, TEDx-Speakerin, WKO/UBIT Expert Group Human Resources (Steiermark). Sie begleitet Unternehmen bei Neuroinklusion und arbeitet klinisch am PSY2 Institut Gleisdorf. Mehr über Julie → · LinkedIn

Schreibe einen Kommentar