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	<title>ADHS Basics &#8211; Hirnzigartig</title>
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	<description>ADHS, Neurodiversität und Neuroinklusion im Business</description>
	<lastBuildDate>Thu, 08 Oct 2026 15:10:37 +0000</lastBuildDate>
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	<title>ADHS Basics &#8211; Hirnzigartig</title>
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	<item>
		<title>Schlagfertige Antworten auf blöde Ansagen bei ADHS, ASS und AuDHS</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julie Simstich]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Oct 2026 18:47:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[ADHS Basics]]></category>
		<category><![CDATA[Für Betroffene]]></category>
		<category><![CDATA[Für Unternehmen]]></category>
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					<description><![CDATA[„Das ist doch nur eine Ausrede.“ Zu jedem typischen Satz fünf schlagfertige Antworten – sachlich, humorvoll oder mit Analogie. Für ADHS, Autismus und AuDHS, mit Studien und Tipps.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<style>.hz-answers{margin:24px 0 30px;padding:24px 28px;background:#f0f4fb;border-radius:10px}.hz-answers .hz-eyebrow{margin:0 0 16px;text-transform:uppercase;letter-spacing:.12em;font-size:.72rem;font-weight:700;color:#d00150}.hz-answers .hz-a{margin:0 0 14px;padding:0 0 14px;border-bottom:1px solid #d3dcea}.hz-answers .hz-a:last-child{margin:0;padding:0;border-bottom:0}.hz-answers .hz-a-label{margin:0 0 4px;font-size:.7rem;letter-spacing:.1em;text-transform:uppercase;font-weight:700;color:#8a93a8}.hz-answers .hz-a-text{margin:0;color:#002f6c;font-weight:600;line-height:1.6}@media (max-width:600px){.hz-answers{padding:20px 18px}}</style>



<div class="hz-kurz" style="margin:0 0 34px;padding:26px 28px;background:#f0f4fb;border-left:5px solid #d00150;border-radius:10px;">
<p style="margin:0 0 12px;text-transform:uppercase;letter-spacing:.12em;font-size:.72rem;font-weight:700;color:#d00150;">Kurz gefasst</p>
<p style="margin:0 0 10px;color:#4a4a4a;line-height:1.75;">Sätze wie „Das ist doch nur eine Ausrede“, „Modediagnose“, „Früher gab&#8217;s das nicht“ oder „Sie können doch Blickkontakt halten“ hören Menschen mit ADHS, Autismus (ASS) und AuDHS oft aus dem engsten Umfeld – und erstaunlich oft von Fachleuten. Dieser Artikel sammelt zu jedem dieser Sätze fünf schlagfertige Antworten aus unterschiedlichen Perspektiven und zeigt, was die Forschung zu den Vorwürfen sagt.</p>
<p style="margin:0;color:#4a4a4a;line-height:1.75;">Der Infokasten zur Ausrede-Frage zeigt, warum dich Anfangen bei ADHS so viel Kraft kostet und wo du ansetzen kannst – Emotionsregulation lässt sich trainieren. Für Autismus ordnet er die Frage eigens ein.</p>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">„Du hast doch gar kein ADHS.“ Oder: „Autistisch? Das merkt man dir gar nicht an.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer solche Sätze einmal gehört hat, kennt den Moment danach. Erst Sprachlosigkeit. Stunden später, unter der Dusche, die perfekte Antwort – zu spät.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meistens kommen sie von Menschen, die dir nahestehen: Partner:innen, Eltern, Geschwister, die beste Freundin. Sie kommen auch aus Praxen und Diagnostikstellen, öfter als man denkt. Für Menschen, die oft jahrelang auf ihre Diagnose gewartet haben, trifft das doppelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In meiner Arbeit mit Coachingklient:innen mit ADHS, Autismus und AuDHS tauchen diese Sätze immer wieder auf. Für diesen Artikel habe ich zu jedem typischen Satz fünf schlagfertige Antworten zusammengestellt, jede aus einer anderen Perspektive – von sachlich über humorvoll bis zur Analogie. Ein Teil davon geht sinngemäß auf Klient:innen zurück. Alle Beispiele sind so abgewandelt, dass sich niemand darin wiedererkennt. Ich habe selbst ADHS und arbeite in Diagnostik und Coaching mit neurodivergenten Erwachsenen.</p>



<style>.hz-toc ol{columns:2;column-gap:36px;margin:0;padding-left:1.3em;line-height:1.9;}.hz-toc li{break-inside:avoid;}@media (max-width:700px){.hz-toc ol{columns:1;}}</style>
<nav class="hz-toc" aria-label="Inhalt" style="margin:0 0 34px;padding:22px 26px;background:#f0f4fb;border-radius:10px;">
<p style="margin:0 0 12px;text-transform:uppercase;letter-spacing:.12em;font-size:.72rem;font-weight:700;color:#d00150;">Inhalt</p>
<ol>
<li><a href="#warum-dir-die-passende-antwort-erst-spaeter-einfaellt" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Warum dir die passende Antwort erst später einfällt</a></li>
<li><a href="#das-ist-doch-nur-eine-ausrede" style="color:#002f6c;font-weight:600;">„Das ist doch nur eine Ausrede“</a></li>
<li><a href="#das-ist-eine-modediagnose-und-jetzt-hat-ja-jeder-adhs" style="color:#002f6c;font-weight:600;">„Das ist eine Modediagnose“ und „Jetzt hat ja jeder ADHS“</a></li>
<li><a href="#jeder-ist-doch-ein-bisschen-adhs-und-so-bin-ich-auch" style="color:#002f6c;font-weight:600;">„Jeder ist doch ein bisschen ADHS“ und „So bin ich auch“</a></li>
<li><a href="#du-bist-viel-zu-ruhig-fuer-adhs-und-andere-gegenbeweise" style="color:#002f6c;font-weight:600;">„Du bist viel zu ruhig für ADHS“ und andere Gegenbeweise</a></li>
<li><a href="#bei-deinem-hobby-kannst-du-dich-ja-auch-konzentrieren" style="color:#002f6c;font-weight:600;">„Bei deinem Hobby kannst du dich ja auch konzentrieren“</a></li>
<li><a href="#reiss-dich-zusammen-und-man-muss-nur-wollen" style="color:#002f6c;font-weight:600;">„Reiß dich zusammen“ und „Man muss nur wollen“</a></li>
<li><a href="#frueher-gab-s-das-nicht" style="color:#002f6c;font-weight:600;">„Früher gab&#8217;s das nicht“</a></li>
<li><a href="#das-waechst-sich-aus-und-das-haben-doch-nur-buben" style="color:#002f6c;font-weight:600;">„Das wächst sich aus“ und „Das haben doch nur Buben“</a></li>
<li><a href="#autismus-ass-sie-koennen-doch-blickkontakt-halten" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Autismus (ASS): „Sie können doch Blickkontakt halten“</a></li>
<li><a href="#audhs-beides-gleichzeitig-geht-doch-nicht" style="color:#002f6c;font-weight:600;">AuDHS: „Beides gleichzeitig geht doch nicht“</a></li>
<li><a href="#davon-wird-man-doch-abhaengig" style="color:#002f6c;font-weight:600;">„Davon wird man doch abhängig“</a></li>
<li><a href="#musst-du-ueberhaupt-antworten" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Musst du überhaupt antworten?</a></li>
<li><a href="#fuer-angehoerige-kolleg-innen-und-fuehrungskraefte" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Für Angehörige, Kolleg:innen und Führungskräfte</a></li>
<li><a href="#haeufige-fragen" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Häufige Fragen</a></li>
<li><a href="#wenn-du-unterstuetzung-moechtest" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Wenn du Unterstützung möchtest</a></li>
<li><a href="#quellen" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Quellen</a></li>
</ol>
</nav>



<h2 class="wp-block-heading" id="warum-dir-die-passende-antwort-erst-spaeter-einfaellt">Warum dir die passende Antwort erst später einfällt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Schlagfertigkeit unter Stress ist für viele neurodivergente Menschen schwer. Eine Klientin beschreibt, wie sie in Konflikten vor Aufregung erstarrt und danach nicht mehr weiß, was sie eigentlich sagen wollte. Jahrelang hat sie sich dafür geärgert. Seit sie versteht, woher das kommt, geht sie freundlicher mit sich um.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu kommt: Diese Sätze treffen selten eine unversehrte Stelle. Wer jahrelang gehört hat, faul oder zu empfindlich zu sein, reagiert auf jeden neuen Treffer heftiger – der Satz drückt auf einen blauen Fleck, der nie ganz verheilt ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deshalb hilft Vorbereitung: Wenn du ein paar Sätze im Kopf hast, musst du im Streit nichts erfinden.</p>



<div style="margin:24px 0 34px;padding:26px 28px;background:#f0f4fb;border-left:5px solid #d00150;border-radius:10px;">
<p style="margin:0 0 12px;text-transform:uppercase;letter-spacing:.12em;font-size:.72rem;font-weight:700;color:#d00150;">Schlagfertigkeit in Kürze</p>
<p style="margin:0 0 14px;font-size:1.15rem;font-weight:700;color:#002f6c;line-height:1.4;">So wirst du schlagfertiger</p>
<ul style="margin:0;padding-left:1.2em;">
<li style="margin:0 0 10px;color:#4a4a4a;line-height:1.7;"><strong style="color:#002f6c;">Bereite dich vor.</strong> Such dir die zwei, drei Sätze aus, die du am häufigsten hörst, und leg dir zu jedem eine Antwort zurecht. Die Antworten in diesem Artikel sind genau dafür gedacht.</li>
<li style="margin:0 0 10px;color:#4a4a4a;line-height:1.7;"><strong style="color:#002f6c;">Kauf dir Zeit.</strong> Eine Pause, ein ruhiges „Wie meinst du das?“ oder das langsame Wiederholen des Satzes verschafft dir ein paar Sekunden zum Sortieren.</li>
<li style="margin:0 0 10px;color:#4a4a4a;line-height:1.7;"><strong style="color:#002f6c;">Wähl die Perspektive nach dem Gegenüber.</strong> Bei Menschen, die dir wichtig sind, tragen Sachlichkeit und Analogien weiter. Humor und Ad absurdum passen, wenn du vor allem die Situation entschärfen willst. Wo gar nichts ankommt, reicht eine klare Grenze.</li>
<li style="margin:0 0 10px;color:#4a4a4a;line-height:1.7;"><strong style="color:#002f6c;">Ein Satz genügt.</strong> Je länger du dich rechtfertigst, desto mehr Angriffsfläche bietest du.</li>
<li style="margin:0 0 10px;color:#4a4a4a;line-height:1.7;"><strong style="color:#002f6c;">Üb laut.</strong> Was du schon ein paar Mal ausgesprochen hast, fällt dir unter Druck leichter ein.</li>
<li style="margin:0;color:#4a4a4a;line-height:1.7;"><strong style="color:#002f6c;">Nachreichen ist erlaubt.</strong> „Ich habe über deinen Satz von gestern nachgedacht“ ist ein völlig legitimer Einstieg.</li>
</ul>
</div>



<h2 class="wp-block-heading" id="das-ist-doch-nur-eine-ausrede">„Das ist doch nur eine Ausrede“</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Klassiker. Er kommt meist kurz nach der Diagnose, wenn jemand beginnt, den eigenen Alltag anders zu organisieren. Besonders weh tut er aus dem engsten Kreis, etwa als spöttische Frage, ob die Diagnose jetzt für alles herhalten müsse. Manche Klient:innen hören ihn noch Jahre nach der Diagnose von der eigenen Partnerin oder dem eigenen Partner.</p>



<div class="hz-answers">
<p class="hz-eyebrow">5 mögliche Antworten</p>
<div class="hz-a"><p class="hz-a-label">Gegenfrage</p><p class="hz-a-text">„Sagst du jemandem mit Gipsfuß auch, er soll sich beim Laufen halt mehr anstrengen?“</p></div>
<div class="hz-a"><p class="hz-a-label">Ad absurdum</p><p class="hz-a-text">„Genau. Ich habe monatelang auf einen Diagnostiktermin gewartet, nur damit ich endlich eine Ausrede fürs Vergessen habe.“</p></div>
<div class="hz-a"><p class="hz-a-label">Den Spieß umdrehen</p><p class="hz-a-text">„Beim nächsten Schnupfen frage ich dich auch, ob das nicht nur eine Ausrede fürs Daheimbleiben ist.“</p></div>
<div class="hz-a"><p class="hz-a-label">Sachlich</p><p class="hz-a-text">„Eine Erklärung sagt, warum mir etwas schwerfällt. Was ich daraus mache, entscheide ich trotzdem selbst.“</p></div>
<div class="hz-a"><p class="hz-a-label">Metapher</p><p class="hz-a-text">„Meine Diagnose funktioniert wie eine Brille: Seit ich sie habe, sehe ich endlich, wo ich ansetzen kann.“</p></div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Hinter dem Vorwurf steckt meist eine Verwechslung von Erklärung und Ausrede. Viele Erwachsene bekommen ihre Diagnose erst, wenn die jahrelange Anpassung nicht mehr trägt, oft mitten in einer Erschöpfungsphase. Die Diagnose erklärt dann rückblickend, warum so vieles so viel Kraft gekostet hat. Diesen Unterschied lohnt es sich bei ADHS genauer anzuschauen. Für dich selbst.</p>



<div style="margin:28px 0 34px;padding:26px 28px;background:#f0f4fb;border-left:5px solid #d00150;border-radius:10px;">
<p style="margin:0 0 12px;text-transform:uppercase;letter-spacing:.12em;font-size:.72rem;font-weight:700;color:#d00150;">Infobox ADHS</p>
<p style="margin:0 0 14px;font-size:1.15rem;font-weight:700;color:#002f6c;line-height:1.4;">Die Diagnose ist ein Startpunkt</p>
<p style="margin:0 0 10px;color:#4a4a4a;line-height:1.75;">Jetzt denkst du vielleicht: Also doch eine Ausrede? Nein. Die Diagnose erklärt, warum dich Anfangen und Dranbleiben so viel mehr Kraft kosten als andere Menschen. Und sie zeigt dir, wo du ansetzen kannst.</p>
<p style="margin:0 0 10px;color:#4a4a4a;line-height:1.75;"><strong>Aufschieben hat bei ADHS viel mit Gefühlen zu tun.</strong> Die Aufgabe löst etwas Unangenehmes aus, Langeweile oder Angst vor dem Scheitern, und das Aufschieben bringt sofort Erleichterung. Die Forschung beschreibt Prokrastination deshalb als kurzfristige Stimmungsreparatur (Pychyl &amp; Sirois, 2016). Mit der Regulation von Gefühlen haben Erwachsene mit ADHS besonders viel zu kämpfen: Eine Meta-Analyse über 13 Studien mit 2.535 Personen fand bei ihnen deutlich mehr Schwierigkeiten in der Emotionsregulation als in Vergleichsgruppen – ein großer Effekt (Beheshti et al., 2020). Bei 595 Studierenden erklärten Emotionsregulation und Selbstwert einen Teil des Zusammenhangs zwischen ADHS-Symptomen und Aufschieben (Bodalski et al., 2022).</p>
<p style="margin:0 0 10px;color:#4a4a4a;line-height:1.75;"><strong>Emotionsregulation lässt sich trainieren.</strong> In einer randomisierten Studie mit 148 Studierenden – ADHS war kein Auswahlkriterium – senkte ein neunwöchiges Online-Training das Aufschieben; ein Teil der Wirkung lief über die verbesserte Emotionsregulation (Schuenemann et al., 2022). In den Daten zweier randomisierter Studien zu kognitiver Verhaltenstherapie gegen Prokrastination mit insgesamt 459 Teilnehmenden profitierten Menschen mit mehr ADHS-Symptomen genauso wie die anderen. Wer größere Schwierigkeiten mit Gefühlen hatte, profitierte sogar stärker. Weniger Aufschieben ging dabei damit einher, dass die Teilnehmenden ihre Gefühle klarer erkannten und Erfolge stärker sich selbst zuschrieben (Pietruch et al., 2026).</p>
<p style="margin:0 0 10px;color:#4a4a4a;line-height:1.75;"><strong>Psychotherapie verändert das Gehirn.</strong> Für mehrere psychische Störungen ist gezeigt, dass kognitive Verhaltenstherapie die Aktivität in Hirnregionen der Emotionsregulation verändert (Yuan et al., 2022; mehr dazu in <a href="https://hirnzigartig.at/adhs-basics/rsd-oder-sozialphobie-adhs-unterschied/" style="color:#d00150;font-weight:600;">RSD oder Sozialphobie bei ADHS?</a>). Für ADHS gibt es erste kleine Studien. Bei zehn Erwachsenen nahm nach zwölf Sitzungen kognitiver Verhaltenstherapie die Vernetzung in Hirnregionen zu, die für Steuerung und Aufmerksamkeit zuständig sind; ein Teil dieser Veränderung hing mit der Besserung der Symptome zusammen (Wang et al., 2016). Dieselbe Forschungsgruppe aus Peking fand bei 14 Erwachsenen nach zwölf Wochen Gruppentherapie, dass sich veränderte Verbindungen zwischen Ruhe- und Aufmerksamkeitsnetzwerken den Werten gesunder Vergleichspersonen annäherten, parallel zur Besserung der Kernsymptome (Liu et al., 2024). Beide Studien hatten keine ADHS-Vergleichsgruppe ohne Therapie.</p>
<p style="margin:0 0 10px;color:#4a4a4a;line-height:1.75;">ADHS ist wie ein Computerspiel auf „extra schwer“. Die Gegner sind zäher, Speicherpunkte gibt es seltener. Abfinden musst du dich damit trotzdem nicht: Spielen kann man lernen. Nutze die Diagnose wie die Anleitung zum schweren Level – sie zeigt dir, wo die schwierigen Stellen kommen und welche Ausrüstung du dafür brauchst.</p>
<p style="margin:0 0 10px;color:#4a4a4a;line-height:1.75;">Ein erster Schritt für morgen: Wenn du etwas aufschiebst, frag dich, welches Gefühl die Aufgabe gerade auslöst.</p>
<p style="margin:16px 0 0;padding-top:16px;border-top:1px solid #d3dcea;color:#4a4a4a;line-height:1.75;"><strong>Bei Autismus schaue ich anders darauf.</strong> Viele autistische Menschen passen sich über Jahre an Umgebungen an, die nicht zu ihren Bedürfnissen passen. Eine Meta-Analyse über 16 Studien fand mittlere Zusammenhänge zwischen dieser Anpassung, dem Masking, und Angst sowie Depression (Khudiakova et al., 2024); ob Masking dabei die Ursache ist, klären Längsschnittstudien gerade erst. Autistische Erwachsene beschreiben außerdem ein eigenes Erschöpfungsbild, das autistische Burnout: monatelange Erschöpfung und Verlust von Fähigkeiten, ausgelöst durch Dauerstress und Erwartungen, die ohne passende Unterstützung nicht zu den eigenen Möglichkeiten passen (Raymaker et al., 2020). Selbstwirksamkeit heißt hier, die eigenen Grenzen ernst zu nehmen und Umgebungen zu suchen, in denen weniger Masking nötig ist.</p>
</div>



<h2 class="wp-block-heading" id="das-ist-eine-modediagnose-und-jetzt-hat-ja-jeder-adhs">„Das ist eine Modediagnose“ und „Jetzt hat ja jeder ADHS“</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Diesen Satz hören Betroffene auch von Profis. Klient:innen erzählen von Fachleuten, deren Wissensstand spürbar aus dem letzten Jahrhundert stammt, und von Augenrollen, sobald das Wort ADHS fällt. Manche sprechen deshalb kaum noch über ihre Diagnose.</p>



<div class="hz-answers">
<p class="hz-eyebrow">5 mögliche Antworten</p>
<div class="hz-a"><p class="hz-a-label">Gegenfrage</p><p class="hz-a-text">„Spannend. Welche Studie hast du dazu zuletzt gelesen?“</p></div>
<div class="hz-a"><p class="hz-a-label">Ad absurdum</p><p class="hz-a-text">„Eine Mode, für die man monatelang auf einen Termin wartet und danach schief angeschaut wird? Für einen Trend ist das ein erstaunlich schlechtes Angebot.“</p></div>
<div class="hz-a"><p class="hz-a-label">Sachlich</p><p class="hz-a-text">„Häufiger wird ADHS heute vor allem erkannt, besonders bei Frauen und Erwachsenen. Die Erblichkeit ist über Jahrzehnte gleich geblieben.“</p></div>
<div class="hz-a"><p class="hz-a-label">Analogie</p><p class="hz-a-text">„Seit Zahnärzt:innen röntgen, finden sie mehr Löcher. Karies ist deshalb trotzdem keine Modeerscheinung.“</p></div>
<div class="hz-a"><p class="hz-a-label">Perspektivwechsel</p><p class="hz-a-text">„Leih dir mein Gehirn eine Woche lang aus. Danach reden wir über Mode.“</p></div>
</div>



<h3 class="wp-block-heading">Was die Forschung sagt</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Richtig ist: Es werden heute deutlich mehr ADHS-Diagnosen gestellt. In Dänemark stieg die Zahl der Erstdiagnosen zwischen 1995 und 2010 auf mehr als das Zwölffache. Die Autor:innen führen das auf mehr psychiatrische Behandlungen insgesamt zurück und auf eine bessere Erkennung bei Mädchen, Frauen, Jugendlichen und Erwachsenen (Jensen &amp; Steinhausen, 2015). Die Erblichkeit blieb in schwedischen Zwillingsdaten der Geburtsjahrgänge 1982 bis 2008 stabil – eine veränderte Ursache erklärt den Anstieg laut den Autor:innen deshalb kaum (Taylor et al., 2023).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zur Ehrlichkeit gehört: Bei Kindern mit sehr milden Symptomen gibt es Hinweise auf Überdiagnosen (Kazda et al., 2021). Das ist ein Argument für sorgfältige Diagnostik. Die Studienlage im Detail findest du in <a href="https://hirnzigartig.at/adhs-basics/hat-jetzt-jeder-adhs-10-wissenschaftliche-antworten/">Hat jetzt jeder ADHS? 10 wissenschaftliche Antworten</a> und in unserer Podcastfolge <a href="https://hirnzigartig.at/podcast/adhs-modediagnose-oder-missverstandenes-potenzial-was-die-wissenschaft-wirklich-sagt/">ADHS: Modediagnose oder missverstandenes Potenzial?</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="jeder-ist-doch-ein-bisschen-adhs-und-so-bin-ich-auch">„Jeder ist doch ein bisschen ADHS“ und „So bin ich auch“</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Satz kommt häufig aus der eigenen Familie, gern in der Version „Das hat doch jeder mal, mach daraus kein Drama.“ Besonders absurd wird es, wenn ausgerechnet die Person, die keine zehn Minuten still sitzen kann, erklärt, sie sei genauso und habe trotzdem kein ADHS.</p>



<div class="hz-answers">
<p class="hz-eyebrow">5 mögliche Antworten</p>
<div class="hz-a"><p class="hz-a-label">Ironie</p><p class="hz-a-text">„Natürlich. Bei dir ist das ja ganz was anderes.“</p></div>
<div class="hz-a"><p class="hz-a-label">Analogie</p><p class="hz-a-text">„Müde ist auch jeder mal. Deswegen hat noch lange nicht jeder eine Schlafstörung.“</p></div>
<div class="hz-a"><p class="hz-a-label">Sachlich</p><p class="hz-a-text">„Vergessen kennt jeder. Bei ADHS geht es darum, wie oft es passiert und wie sehr es den Alltag durcheinanderbringt.“</p></div>
<div class="hz-a"><p class="hz-a-label">Metapher</p><p class="hz-a-text">„Nass wird jeder mal – ich stehe seit meiner Kindheit im Dauerregen.“</p></div>
<div class="hz-a"><p class="hz-a-label">Neugier</p><p class="hz-a-text">„Erzähl mal: Wie äußert sich das bei dir?“</p></div>
</div>



<h3 class="wp-block-heading">Was dahintersteckt</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der Satz hat einen wahren Kern. ADHS-Merkmale sind in der Bevölkerung fließend verteilt, die Diagnose beschreibt das obere Ende dieses Spektrums (Larsson et al., 2012). Jede:r vergisst mal etwas. Entscheidend sind Ausmaß und Häufigkeit. Für eine Diagnose verlangt das DSM-5 außerdem, dass die Symptome in mehreren Lebensbereichen auftreten und das Leben deutlich beeinträchtigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn der Satz von Eltern oder Geschwistern kommt, gibt es oft eine schlichte Erklärung. Rund drei Viertel der Unterschiede zwischen Menschen bei ADHS lassen sich auf genetische Faktoren zurückführen (Faraone &amp; Larsson, 2019). Wer in einer ADHS-Familie aufwächst, hält vieles für normal. Viele Klient:innen vermuten bei den eigenen Eltern ähnliche Züge, die dort nie jemand hinterfragt hat.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="du-bist-viel-zu-ruhig-fuer-adhs-und-andere-gegenbeweise">„Du bist viel zu ruhig für ADHS“ und andere Gegenbeweise</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eine der häufigsten Varianten – und viele Klient:innen hören sie in Arztpraxen. Da gilt ein abgeschlossenes Studium als Gegenbeweis, oder die Tatsache, dass jemand im Erstgespräch ruhig sitzen konnte.</p>



<div class="hz-answers">
<p class="hz-eyebrow">5 mögliche Antworten</p>
<div class="hz-a"><p class="hz-a-label">Schlagfertig</p><p class="hz-a-text">„Ruhig ist nur die Oberfläche. In meinem Kopf läuft gerade ein Radio auf fünf Sendern gleichzeitig.“</p></div>
<div class="hz-a"><p class="hz-a-label">Ad absurdum</p><p class="hz-a-text">„Soll ich kurz herumzappeln, mitten im Satz das Thema wechseln und meinen Schlüssel suchen? Dann passt es besser ins Bild.“</p></div>
<div class="hz-a"><p class="hz-a-label">Sachlich</p><p class="hz-a-text">„Hyperaktivität kann sich komplett im Kopf abspielen. Gerade bei Mädchen und Frauen wird sie deshalb oft übersehen.“</p></div>
<div class="hz-a"><p class="hz-a-label">Metapher</p><p class="hz-a-text">„Eine Ente sieht auf dem Teich auch ganz entspannt aus. Unter Wasser paddelt sie wie verrückt.“</p></div>
<div class="hz-a"><p class="hz-a-label">Humorvoll</p><p class="hz-a-text">„Stimmt, das Studium habe ich geschafft. Wie viele durchgemachte Nächte vor jeder Abgabe dafür draufgegangen sind, erzähle ich Ihnen lieber nicht.“</p></div>
</div>



<h3 class="wp-block-heading">Was dahintersteckt</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Hyperaktivität kann sich ganz im Kopf abspielen. Von außen sieht man dann eher ein verträumtes Kind, das im Unterricht aus dem Fenster schaut. Auch Menschen mit guten Noten haben ADHS, oft stecken Hyperfokus und enorme Kompensation dahinter, oder die guten Noten kommen genau in den Fächern, die ein Spezialinteresse treffen. Den Preis dafür sieht man selten. Eine Klientin erzählt, dass ihr Team sie für die Gelassenste von allen hält. Abends ist sie so erschöpft, dass sie kaum noch spricht.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="bei-deinem-hobby-kannst-du-dich-ja-auch-konzentrieren">„Bei deinem Hobby kannst du dich ja auch konzentrieren“</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Satz ist besonders hartnäckig, weil er halb stimmt. Ein ADHS-Gehirn kann sich sehr wohl konzentrieren, wenn ein Thema es packt. Viele Klient:innen beschreiben genau das: Konzentration klappt, sobald die Sache sie fesselt.</p>



<div class="hz-answers">
<p class="hz-eyebrow">5 mögliche Antworten</p>
<div class="hz-a"><p class="hz-a-label">Sachlich</p><p class="hz-a-text">„Genau das ist ADHS: Mein Gehirn kann sich konzentrieren. Es sucht sich nur selbst aus, wofür.“</p></div>
<div class="hz-a"><p class="hz-a-label">Humorvoll</p><p class="hz-a-text">„Mein Gehirn entscheidet selbst, wofür es Energie hergibt. Die Steuererklärung war noch nie dabei.“</p></div>
<div class="hz-a"><p class="hz-a-label">Analogie</p><p class="hz-a-text">„Ein Auto mit leerem Tank rollt bergab auch. Deswegen würde niemand behaupten, es braucht keinen Sprit.“</p></div>
<div class="hz-a"><p class="hz-a-label">Metapher</p><p class="hz-a-text">„Mein Fokus ist wie eine Katze: Er kommt, wenn er will, und lässt sich nicht rufen.“</p></div>
<div class="hz-a"><p class="hz-a-label">Ad absurdum</p><p class="hz-a-text">„Super Idee. Ab morgen erledige ich meine Buchhaltung einfach mit derselben Begeisterung.“</p></div>
</div>



<h3 class="wp-block-heading">Was die Forschung sagt</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Bei 640 Erwachsenen erklärten vor allem eine hohe Empfindlichkeit für Wartezeiten und ein gering empfundener Wert der Aufgabe, warum ADHS-Symptome mit mehr Aufschieben einhergingen (Netzer Turgeman &amp; Pollak, 2026). Wie du dieses Muster für dich nutzt, steht in <a href="https://hirnzigartig.at/adhs-basics/hyperfokus-adhs/">Hyperfokus bei ADHS: Fluch, Segen und wie du ihn nutzt</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="reiss-dich-zusammen-und-man-muss-nur-wollen">„Reiß dich zusammen“ und „Man muss nur wollen“</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Man muss nur wollen“ hören Klient:innen von Freund:innen ebenso wie in Arztpraxen, dort gern als Frage: Warum lassen Sie es nicht einfach, wenn Sie doch wissen, dass es Ihnen nicht guttut?</p>



<div class="hz-answers">
<p class="hz-eyebrow">5 mögliche Antworten</p>
<div class="hz-a"><p class="hz-a-label">Ironie</p><p class="hz-a-text">„Ach so, einfach wollen. Warum bin ich da nicht selbst draufgekommen?“</p></div>
<div class="hz-a"><p class="hz-a-label">Analogie</p><p class="hz-a-text">„Würdest du jemandem mit Migräne auch sagen, er soll den Kopfschmerz einfach wegdenken?“</p></div>
<div class="hz-a"><p class="hz-a-label">Gegenfrage</p><p class="hz-a-text">„Sagst du einem Kind mit Rechenschwäche auch, es soll sich in Mathe einfach mehr anstrengen?“</p></div>
<div class="hz-a"><p class="hz-a-label">Metapher</p><p class="hz-a-text">„Ich trete genauso in die Pedale wie alle anderen. Mein Rad hat nur keine Gangschaltung.“</p></div>
<div class="hz-a"><p class="hz-a-label">Grenze setzen</p><p class="hz-a-text">„Ich weiß, du meinst es gut. Hilfreicher wäre die Frage, was mir tatsächlich hilft.“</p></div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Wie wenig Wollen allein ausrichtet, zeigt sich am deutlichsten in der sogenannten ADHS-Paralyse: Du sitzt auf dem Sofa, weißt genau, was zu tun wäre, und kommst trotzdem nicht in die Gänge. Was dabei im Kopf passiert, erkläre ich in <a href="https://hirnzigartig.at/adhs-basics/adhs-paralyse/">ADHS-Paralyse</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="frueher-gab-s-das-nicht">„Früher gab&#8217;s das nicht“</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Diesen Satz hören viele von der älteren Generation. Oft schwingt der Vorwurf mit, die Eltern hätten zu lasch erzogen.</p>



<div class="hz-answers">
<p class="hz-eyebrow">5 mögliche Antworten</p>
<div class="hz-a"><p class="hz-a-label">Sachlich</p><p class="hz-a-text">„Gegeben hat es das früher auch, nur unter anderen Namen. Den Zappel-Philipp gibt es im Struwwelpeter seit 1846.“</p></div>
<div class="hz-a"><p class="hz-a-label">Ad absurdum</p><p class="hz-a-text">„Stimmt. Früher gab es ja auch keine Kurzsichtigkeit, nur Leute, die ständig gegen Türen gelaufen sind.“</p></div>
<div class="hz-a"><p class="hz-a-label">Humorvoll</p><p class="hz-a-text">„Komisch, dass sich dieser Erziehungsfehler bei uns dann durch drei Generationen zieht.“</p></div>
<div class="hz-a"><p class="hz-a-label">Perspektivwechsel</p><p class="hz-a-text">„Früher hieß das halt ‚eigen‘ oder ‚schwierig‘. Neu ist nur der Name.“</p></div>
<div class="hz-a"><p class="hz-a-label">Gegenfrage</p><p class="hz-a-text">„Gab es früher wirklich niemanden, der dauernd seinen Schlüssel verlegt oder Rechnungen liegen gelassen hat?“</p></div>
</div>



<h3 class="wp-block-heading">Was die Forschung sagt</h3>



<p class="wp-block-paragraph">In einer Studie mit fast 60.000 schwedischen Zwillingen spielten Umwelteinflüsse, die Geschwister in einer Familie teilen, etwa der Erziehungsstil, für ADHS keine nennenswerte Rolle (Larsson et al., 2014). Und wer der „gesunden Watschn“ von früher nachtrauert, ist selten das überzeugendste Argument dafür, dass sie niemandem geschadet hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Zucker ist übrigens unschuldig, siehe <a href="https://hirnzigartig.at/adhs-basics/zucker-und-adhs/">Zucker und ADHS</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="das-waechst-sich-aus-und-das-haben-doch-nur-buben">„Das wächst sich aus“ und „Das haben doch nur Buben“</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zwei Sätze, die oft gemeinsam auftreten. Beide halten der Forschung nicht stand.</p>



<div class="hz-answers">
<p class="hz-eyebrow">5 mögliche Antworten</p>
<div class="hz-a"><p class="hz-a-label">Mit Zahlen</p><p class="hz-a-text">„In der großen MTA-Langzeitstudie hatte nur etwa jedes elfte Kind seine Symptome als junger Erwachsener dauerhaft hinter sich gelassen.“</p></div>
<div class="hz-a"><p class="hz-a-label">Metapher</p><p class="hz-a-text">„Was mit den Jahren wächst, ist vor allem die Fähigkeit, es zu verstecken.“</p></div>
<div class="hz-a"><p class="hz-a-label">Analogie</p><p class="hz-a-text">„Linkshändigkeit wächst sich auch nicht aus – man hat sie früher nur umerzogen.“</p></div>
<div class="hz-a"><p class="hz-a-label">Sachlich</p><p class="hz-a-text">„Mädchen mit ADHS träumen häufiger leise vor sich hin. Und wer niemanden stört, wird seltener abgeklärt.“</p></div>
<div class="hz-a"><p class="hz-a-label">Schlagfertig</p><p class="hz-a-text">„Kein Wunder. Unauffällig sein haben wir Mädchen früh und gründlich geübt.“</p></div>
</div>



<h3 class="wp-block-heading">Was die Forschung sagt</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die große MTA-Langzeitstudie hat Kinder mit ADHS bis ins junge Erwachsenenalter begleitet. Nur etwa jedes elfte Kind (9,1 Prozent) zeigte eine dauerhafte Remission, rund 90 Prozent hatten weiterhin Symptome (Sibley et al., 2022). Was sich mit den Jahren verändert, ist oft die Fassade. Viele Kinder lernen, ihre Schwierigkeiten zu kompensieren. Steigt im Erwachsenenleben die Belastung, etwa durch eigene Kinder, die Pflege von Angehörigen oder hormonelle Umstellungen, reicht diese Kompensation oft nicht mehr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Mythos von den Buben: In Dänemark sank das Verhältnis männlicher zu weiblicher Neudiagnosen zwischen 1995 und 2010 von 7:1 auf 2:1 (Jensen &amp; Steinhausen, 2015). Mehr dazu in <a href="https://hirnzigartig.at/adhs-basics/geschlechtsunterschiede-bei-adhs/">Geschlechtsunterschiede bei ADHS</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="autismus-ass-sie-koennen-doch-blickkontakt-halten">Autismus (ASS): „Sie können doch Blickkontakt halten“</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bei Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) kommt das Absprechen meist aus der Diagnostik. Klient:innen berichten von Befunden, in denen Autismus ausgeschlossen wurde, weil sie Blickkontakt halten können oder sozial gut zurechtzukommen scheinen. Manchmal genügte schon der Eindruck, jemand wirke empathisch. Masking spielte in solchen Befunden oft keine Rolle.</p>



<div class="hz-answers">
<p class="hz-eyebrow">5 mögliche Antworten</p>
<div class="hz-a"><p class="hz-a-label">Ironie</p><p class="hz-a-text">„Dann war ich wohl zu gut darin, mich anzupassen. Das nehme ich als Kompliment.“</p></div>
<div class="hz-a"><p class="hz-a-label">Sachlich</p><p class="hz-a-text">„Blickkontakt kann man trainieren. Wie viel Kraft er mich kostet, sehen Sie von außen nicht.“</p></div>
<div class="hz-a"><p class="hz-a-label">Metapher</p><p class="hz-a-text">„Blickkontakt ist für mich wie ein Scheinwerfer, der mir direkt ins Gesicht leuchtet.“</p></div>
<div class="hz-a"><p class="hz-a-label">Analogie</p><p class="hz-a-text">„Ich spreche ‚neurotypisch‘ wie eine Fremdsprache: fließend, aber jeder Satz kostet Konzentration.“</p></div>
<div class="hz-a"><p class="hz-a-label">Gegenfrage</p><p class="hz-a-text">„Woran hätten Sie meinen Autismus erkannt, wenn ich ihn seit Jahrzehnten verstecke?“</p></div>
</div>



<h3 class="wp-block-heading">Was dahintersteckt</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Autistische Menschen können sehr empathisch sein. In einer Studie mit 1.905 autistischen und 3.009 nicht-autistischen Personen ging Autismus häufiger mit einem Ungleichgewicht einher: Das Mitfühlen war im Verhältnis stärker ausgeprägt als das Erschließen fremder Gedanken (Shalev et al., 2022). Das Bild vom „empathielosen Autisten“ gilt in der Fachwelt als Mythos (Fletcher-Watson &amp; Bird, 2020).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie sich „sozial gut zurechtkommen“ von innen anfühlen kann, beschreibt eine Klientin als eine Art Simultanübersetzung: Sie beobachtet, gleicht ab, formuliert im Kopf vor – und wirkt dabei völlig entspannt. Was das Funktionieren kostet, bleibt für andere meist unsichtbar. Das Spektrum ist breit, und gerade gut angepasste Erwachsene fallen in der Diagnostik leicht durch. Mehr zu Masking und dem Double-Empathy-Problem findest du im Gespräch <a href="https://hirnzigartig.at/neuroinklusion/autismus-am-arbeitsplatz-aaron-wahl-double-empathy-masking/">Autismus am Arbeitsplatz mit Aaron Wahl</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="audhs-beides-gleichzeitig-geht-doch-nicht">AuDHS: „Beides gleichzeitig geht doch nicht“</h2>



<p class="wp-block-paragraph">AuDHS bezeichnet das gemeinsame Auftreten von ADHS und Autismus. Nach DSM-IV und ICD-10 schlossen sich ADHS und Autismus als Diagnosen formal aus. Das DSM-5 (2013) und die ICD-11 (seit 2022 in Kraft) erlauben die Doppeldiagnose, in vielen Köpfen ist das noch nicht angekommen. Manche hören in der Diagnostik sogar, sie hätten doch schon genug Diagnosen. Von außen sieht es oft aus, als würde sich beides gegenseitig ausgleichen – getragen wird trotzdem die doppelte Last.</p>



<div class="hz-answers">
<p class="hz-eyebrow">5 mögliche Antworten</p>
<div class="hz-a"><p class="hz-a-label">Schlagfertig</p><p class="hz-a-text">„Die anderen haben ja nie ganz gepasst. Diese erklärt endlich das Gesamtbild.“</p></div>
<div class="hz-a"><p class="hz-a-label">Sachlich</p><p class="hz-a-text">„Seit dem DSM-5 und der ICD-11 dürfen beide Diagnosen gemeinsam gestellt werden.“</p></div>
<div class="hz-a"><p class="hz-a-label">Metapher</p><p class="hz-a-text">„In mir laufen zwei Navis, die gleichzeitig unterschiedliche Routen ansagen.“</p></div>
<div class="hz-a"><p class="hz-a-label">Analogie</p><p class="hz-a-text">„Eine Waage, auf der beide Seiten beladen sind, steht auch gerade. Leicht ist sie deshalb noch lange nicht.“</p></div>
<div class="hz-a"><p class="hz-a-label">Humorvoll</p><p class="hz-a-text">„Mein Autismus will einen festen Plan für den Samstag. Mein ADHS hat ihn um zehn Uhr schon wieder verworfen.“</p></div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading" id="davon-wird-man-doch-abhaengig">„Davon wird man doch abhängig“</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Hier geht es um die Behandlung, ein naher Verwandter des Absprechens. Auch dieser Satz fällt erstaunlich oft in ärztlichen Gesprächen, etwa als besorgte Frage, wie lange man das Medikament denn noch nehmen wolle.</p>



<div class="hz-answers">
<p class="hz-eyebrow">5 mögliche Antworten</p>
<div class="hz-a"><p class="hz-a-label">Schlagfertig</p><p class="hz-a-text">„Solange mein Gehirn Aufmerksamkeit anders steuert als Ihres. Also vermutlich ziemlich lange.“</p></div>
<div class="hz-a"><p class="hz-a-label">Analogie</p><p class="hz-a-text">„Ich brauche es, wie ein Diabetiker sein Insulin braucht. Mit Sucht hat das bei verordneter Einnahme nichts zu tun.“</p></div>
<div class="hz-a"><p class="hz-a-label">Ad absurdum</p><p class="hz-a-text">„Stimmt. Von meinem Kalender bin ich auch abhängig. Ohne ihn finde ich keinen einzigen Termin.“</p></div>
<div class="hz-a"><p class="hz-a-label">Humorvoll</p><p class="hz-a-text">„Mein Gehirn hat am Samstag leider auch keinen freien Tag.“</p></div>
<div class="hz-a"><p class="hz-a-label">Grenze setzen</p><p class="hz-a-text">„Über meine Medikation entscheide ich gemeinsam mit meiner Ärztin.“</p></div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Meta-Analyse fand keinen Zusammenhang zwischen einer Stimulanzienbehandlung bei ADHS und späterem Substanzmissbrauch (Humphreys et al., 2013). In US-Krankenversicherungsdaten von knapp drei Millionen Jugendlichen und Erwachsenen mit ADHS traten substanzbezogene Notfälle in Zeiten mit ADHS-Medikation seltener auf als in Zeiten ohne: bei Männern um 35 Prozent, bei Frauen um 31 Prozent (<a href="https://doi.org/10.1176/appi.ajp.2017.17070733" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Quinn et al., 2017</a>). Das ist eine Beobachtungsstudie. Sie zeigt einen Zusammenhang, keine Ursache. Dass ADHS auf einem einfachen Dopaminmangel beruht, ist übrigens nicht belegt. Dopamin spielt eine Rolle, für einen Mangel als Kernursache fand eine Übersichtsarbeit nur begrenzte Belege (<a href="https://doi.org/10.3389/fpsyt.2024.1492126" target="_blank" rel="noreferrer noopener">MacDonald et al., 2024</a>). Ob Medikamente für dich passen, entscheidest du gemeinsam mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="musst-du-ueberhaupt-antworten">Musst du überhaupt antworten?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nein. Viele meiner Klient:innen haben irgendwann damit aufgehört und erklären sich nur noch, wenn jemand ernsthaft nachfragt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hilfreich ist die Frage, mit wem du es zu tun hast. Manche Menschen sind schlicht falsch informiert und hören zu, sobald du erklärst. Ob sich die Mühe lohnt, merkst du meist schnell.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Manchmal hilft ein Blick darauf, was hinter dem Absprechen steckt. Eine Klientin hat bei ihren Eltern irgendwann erkannt, dass hinter der Abwehr vor allem Hilflosigkeit steckt. Seitdem trifft sie der Satz weniger.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und manchmal wirkt Erklären doch. Ein Klient hat seinen skeptischen Eltern die Diagnosekriterien gezeigt und gefragt, was sie davon aus seiner Kindheit kennen. Am Ende kannten sie fast alles.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Bild, das in der Community oft geteilt wird: Wer weiß, dass er ein Zebra ist, hält sich nicht länger für ein seltsames Pferd.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="975" src="https://hirnzigartig.at/wp-content/uploads/2026/10/schlagfertige-antworten-arbeitsalltag-hirnzigartig-1024x975.jpg" alt="Tabelle mit fünf typischen Sprüchen über ADHS und Autismus am Arbeitsplatz, je einer sachlichen Antwort und einer Rückfrage, einem Bild oder einer Grenze, dazu ein Gesprächseinstieg für Führungskräfte." class="wp-image-5509" srcset="https://hirnzigartig.at/wp-content/uploads/2026/10/schlagfertige-antworten-arbeitsalltag-hirnzigartig-1024x975.jpg 1024w, https://hirnzigartig.at/wp-content/uploads/2026/10/schlagfertige-antworten-arbeitsalltag-hirnzigartig-300x286.jpg 300w, https://hirnzigartig.at/wp-content/uploads/2026/10/schlagfertige-antworten-arbeitsalltag-hirnzigartig-768x731.jpg 768w, https://hirnzigartig.at/wp-content/uploads/2026/10/schlagfertige-antworten-arbeitsalltag-hirnzigartig.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<h2 class="wp-block-heading" id="fuer-angehoerige-kolleg-innen-und-fuehrungskraefte">Für Angehörige, Kolleg:innen und Führungskräfte</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn du hier mitliest, weil jemand in deinem Umfeld eine Diagnose bekommen hat: Ein einfacher Satz öffnet mehr als jede Einschätzung.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Ich kann mir schwer vorstellen, wie sich das für dich anfühlt. Magst du es mir erklären?“</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Für dich als Führungskraft heißt das: Wer im Team hört, die Diagnose sei eine Ausrede, erzählt beim nächsten Mal nichts mehr. Damit fehlt dir genau die Information, die du für eine passende Arbeitsorganisation brauchst. Und die Person maskiert weiter, bis die Kraft ausgeht – dann siehst du es im Krankenstand. Wie es besser geht, beschreiben der <a href="https://hirnzigartig.at/adhs-inklusive-unternehmenskultur/hr-adhs-leitfaden/">HR-Leitfaden ADHS</a> und der Artikel <a href="https://hirnzigartig.at/adhs-team/wie-du-als-kollegin-einen-positiven-unterschied-fuer-menschen-mit-adhs-machst/">Wie du als Kollegin einen positiven Unterschied für Menschen mit ADHS machst</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="haeufige-fragen">Häufige Fragen</h2>



<h3 class="wp-block-heading">Ist ADHS eine Ausrede?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">ADHS ist eine neurobiologische Entwicklungsstörung mit hohem genetischem Anteil. Sie erklärt, warum Anfangen und Dranbleiben mehr Kraft kosten. Wie du damit umgehst, lässt sich lernen: Kognitive Verhaltenstherapie senkt in Studien das Aufschieben, auch bei Menschen mit vielen ADHS-Symptomen (Pietruch et al., 2026).</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ist ADHS eine Modediagnose?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zahl der Diagnosen ist gestiegen, unter anderem weil Jugendliche und Erwachsene häufiger erkannt werden, besonders Frauen. Die Erblichkeit von ADHS ist über Jahrzehnte stabil geblieben. Bei Kindern mit sehr milden Symptomen gibt es Hinweise auf Überdiagnosen, deshalb braucht es sorgfältige Diagnostik.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Kann man autistisch sein, wenn man Blickkontakt halten kann?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ja. Viele autistische Erwachsene haben Blickkontakt gelernt, oft unter großer Anstrengung. Autistische Menschen können auch sehr empathisch sein. Eine gute Diagnostik berücksichtigt Masking.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Kann man ADHS und Autismus gleichzeitig haben?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ja. Seit dem DSM-5 (2013) und der ICD-11 (seit 2022 in Kraft) dürfen beide Diagnosen gemeinsam gestellt werden. Betroffene nennen die Kombination AuDHS. Viele beschreiben, dass sich die Merkmale nach außen scheinbar ausgleichen, was die Diagnostik erschwert.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wächst sich ADHS aus?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Selten. In der MTA-Langzeitstudie zeigten nur 9,1 Prozent der Kinder mit ADHS bis ins junge Erwachsenenalter eine dauerhafte Remission. Bei vielen schwanken die Symptome, oder sie werden durch Kompensation weniger sichtbar.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wie werde ich schlagfertiger?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Vor allem durch Vorbereitung: Leg dir für die Sätze, die du am häufigsten hörst, je eine Antwort zurecht und sprich sie ein paar Mal laut aus. Im Moment selbst hilft es, mit einer Rückfrage Zeit zu gewinnen. Und eine Antwort darf auch später kommen.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="wenn-du-unterstuetzung-moechtest">Wenn du Unterstützung möchtest</h2>



<p style="margin:0;padding:22px 26px;background:#002f6c;border-radius:10px;color:#dbe4f2;line-height:1.75;">Wenn dich solche Sätze mehr Kraft kosten, als sie sollten: Im <a href="https://hirnzigartig.at/adhs-coaching/" style="color:#fff;font-weight:600;">ADHS-Coaching</a> und im <a href="https://hirnzigartig.at/autismus-coaching/" style="color:#fff;font-weight:600;">Autismus- und AuDHS-Coaching</a> schauen wir gemeinsam, was dir im Alltag hilft. <a href="https://hirnzigartig.at/ueber/" style="color:#fff;font-weight:700;text-decoration:underline;">Erstgespräch anfragen →</a></p>



<p style="margin:28px 0 24px;padding:18px 22px;background:#f0f4fb;border-radius:8px;font-size:.92rem;line-height:1.7;color:#4a4a4a;">Geschrieben von <strong>Julie Simstich, MSc.</strong> — Arbeitspsychologin, Klinische Psychologin in Fachausbildung. Sie führt ADHS-, Autismus- und AuDHS-Diagnostik am PSY2 Institut Gleisdorf durch und begleitet neurodivergente Erwachsene im Coaching. Sie hat selbst ADHS. <a href="https://hirnzigartig.at/ueber/" style="color:#d00150;font-weight:600;text-decoration:none;">Mehr über Julie</a> · Stand: Oktober 2026</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="quellen">Quellen</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>Beheshti, A., Chavanon, M.-L. &amp; Christiansen, H. (2020). Emotion dysregulation in adults with attention deficit hyperactivity disorder: a meta-analysis. <em>BMC Psychiatry</em>, 20, 120. <a href="https://doi.org/10.1186/s12888-020-2442-7" rel="noopener" target="_blank">https://doi.org/10.1186/s12888-020-2442-7</a></li>

<li>Bodalski, E. A., Flory, K. &amp; Meinzer, M. C. (2022). ADHD symptoms and procrastination in college students: The roles of emotion dysregulation and self-esteem. <em>Journal of Psychopathology and Behavioral Assessment</em>. <a href="https://doi.org/10.1007/s10862-022-09996-2" rel="noopener" target="_blank">https://doi.org/10.1007/s10862-022-09996-2</a></li>

<li>Faraone, S. V. &amp; Larsson, H. (2019). Genetics of attention deficit hyperactivity disorder. <em>Molecular Psychiatry</em>, 24, 562–575. <a href="https://doi.org/10.1038/s41380-018-0070-0" rel="noopener" target="_blank">https://doi.org/10.1038/s41380-018-0070-0</a></li>

<li>Fletcher-Watson, S. &amp; Bird, G. (2020). Autism and empathy: What are the real links? <em>Autism</em>, 24(1), 3–6. <a href="https://doi.org/10.1177/1362361319883506" rel="noopener" target="_blank">https://doi.org/10.1177/1362361319883506</a></li>

<li>Humphreys, K. L., Eng, T. &amp; Lee, S. S. (2013). Stimulant medication and substance use outcomes: a meta-analysis. <em>JAMA Psychiatry</em>, 70(7), 740–749. <a href="https://doi.org/10.1001/jamapsychiatry.2013.1273" rel="noopener" target="_blank">https://doi.org/10.1001/jamapsychiatry.2013.1273</a></li>

<li>Jensen, C. M. &amp; Steinhausen, H.-C. (2015). Time trends in incidence rates of diagnosed attention-deficit/hyperactivity disorder across 16 years in a nationwide Danish registry study. <em>Journal of Clinical Psychiatry</em>, 76(3), e334–e341. <a href="https://doi.org/10.4088/JCP.14m09094" rel="noopener" target="_blank">https://doi.org/10.4088/JCP.14m09094</a></li>

<li>Kazda, L. et al. (2021). Overdiagnosis of attention-deficit/hyperactivity disorder in children and adolescents: A systematic scoping review. <em>JAMA Network Open</em>, 4(4), e215335. <a href="https://doi.org/10.1001/jamanetworkopen.2021.5335" rel="noopener" target="_blank">https://doi.org/10.1001/jamanetworkopen.2021.5335</a></li>

<li>Khudiakova, V. et al. (2024). A systematic review and meta-analysis of mental health outcomes associated with camouflaging in autistic people. <em>Research in Autism Spectrum Disorders</em>, 118, 102492. <a href="https://doi.org/10.1016/j.rasd.2024.102492" rel="noopener" target="_blank">https://doi.org/10.1016/j.rasd.2024.102492</a></li>

<li>Larsson, H., Anckarsäter, H., Råstam, M., Chang, Z. &amp; Lichtenstein, P. (2012). Childhood attention-deficit hyperactivity disorder as an extreme of a continuous trait: a quantitative genetic study of 8,500 twin pairs. <em>Journal of Child Psychology and Psychiatry</em>, 53(1), 73–80. <a href="https://doi.org/10.1111/j.1469-7610.2011.02467.x" rel="noopener" target="_blank">https://doi.org/10.1111/j.1469-7610.2011.02467.x</a></li>

<li>Larsson, H., Chang, Z., D&#8217;Onofrio, B. M. &amp; Lichtenstein, P. (2014). The heritability of clinically diagnosed attention deficit hyperactivity disorder across the lifespan. <em>Psychological Medicine</em>, 44(10), 2223–2229. <a href="https://doi.org/10.1017/S0033291713002493" rel="noopener" target="_blank">https://doi.org/10.1017/S0033291713002493</a></li>

<li>Liu, L. et al. (2024). Interference of default mode on attention networks in adults with attention-deficit/hyperactivity disorder and its association with genetic variants and treatment outcomes. <em>CNS Neuroscience &amp; Therapeutics</em>, 30(8), e14900. <a href="https://doi.org/10.1111/cns.14900" rel="noopener" target="_blank">https://doi.org/10.1111/cns.14900</a></li>

<li>Netzer Turgeman, R. &amp; Pollak, Y. (2026). What are you waiting for?! Roles of motivation, goal orientation, and emotion regulation in explaining the link between ADHD and procrastination. <em>Journal of Attention Disorders</em>. <a href="https://doi.org/10.1177/10870547251408120" rel="noopener" target="_blank">https://doi.org/10.1177/10870547251408120</a></li>

<li>Pietruch, M. et al. (2026). Processes of change in cognitive-behavioral psychotherapy for procrastination: moderation and longitudinal mediation analyses of randomized controlled trial data. <em>Behaviour Research and Therapy</em>, 204, 105106. <a href="https://doi.org/10.1016/j.brat.2026.105106" rel="noopener" target="_blank">https://doi.org/10.1016/j.brat.2026.105106</a></li>

<li>Pychyl, T. A. &amp; Sirois, F. M. (2016). Procrastination, emotion regulation, and well-being. In F. M. Sirois &amp; T. A. Pychyl (Hrsg.), <em>Procrastination, Health, and Well-Being</em>. Academic Press. <a href="https://doi.org/10.1016/B978-0-12-802862-9.00008-6" rel="noopener" target="_blank">https://doi.org/10.1016/B978-0-12-802862-9.00008-6</a></li>

<li>Raymaker, D. M. et al. (2020). „Having all of your internal resources exhausted beyond measure and being left with no clean-up crew“: Defining autistic burnout. <em>Autism in Adulthood</em>, 2(2), 132–143. <a href="https://doi.org/10.1089/aut.2019.0079" rel="noopener" target="_blank">https://doi.org/10.1089/aut.2019.0079</a></li>

<li>Schuenemann, L., Scherenberg, V., von Salisch, M. &amp; Eckert, M. (2022). „I&#8217;ll worry about it tomorrow“ – Fostering emotion regulation skills to overcome procrastination. <em>Frontiers in Psychology</em>, 13, 780675. <a href="https://doi.org/10.3389/fpsyg.2022.780675" rel="noopener" target="_blank">https://doi.org/10.3389/fpsyg.2022.780675</a></li>

<li>Shalev, I., Warrier, V., Greenberg, D. M. et al. (2022). Reexamining empathy in autism: Empathic disequilibrium as a novel predictor of autism diagnosis and autistic traits. <em>Autism Research</em>, 15(10), 1917–1928. <a href="https://doi.org/10.1002/aur.2794" rel="noopener" target="_blank">https://doi.org/10.1002/aur.2794</a></li>

<li>Sibley, M. H. et al. (2022). Variable patterns of remission from ADHD in the Multimodal Treatment Study of ADHD. <em>American Journal of Psychiatry</em>, 179(2), 142–151. <a href="https://doi.org/10.1176/appi.ajp.2021.21010032" rel="noopener" target="_blank">https://doi.org/10.1176/appi.ajp.2021.21010032</a></li>

<li>Taylor, M. J. et al. (2023). A twin study of genetic and environmental contributions to attention-deficit/hyperactivity disorder over time. <em>Journal of Child Psychology and Psychiatry</em>. <a href="https://doi.org/10.1111/jcpp.13854" rel="noopener" target="_blank">https://doi.org/10.1111/jcpp.13854</a></li>

<li>Wang, X. et al. (2016). The effects of cognitive-behavioral therapy on intrinsic functional brain networks in adults with attention-deficit/hyperactivity disorder. <em>Behaviour Research and Therapy</em>, 76, 32–39. <a href="https://doi.org/10.1016/j.brat.2015.11.003" rel="noopener" target="_blank">https://doi.org/10.1016/j.brat.2015.11.003</a></li>

<li>Yuan, S. et al. (2022). Neural effects of cognitive behavioral therapy in psychiatric disorders: a systematic review and activation likelihood estimation meta-analysis. <em>Frontiers in Psychology</em>, 13, 853804. <a href="https://doi.org/10.3389/fpsyg.2022.853804" rel="noopener" target="_blank">https://doi.org/10.3389/fpsyg.2022.853804</a></li>
</ul>



<script type="application/ld+json">{"@context":"https://schema.org","@graph":[{"@type":"Person","@id":"https://hirnzigartig.at/ueber/#julie","name":"Julie Simstich","honorificSuffix":"MSc.","jobTitle":"Arbeitspsychologin, Klinische Psychologin in Fachausbildung","url":"https://hirnzigartig.at/ueber/","alumniOf":{"@type":"CollegeOrUniversity","name":"Universität Graz"},"knowsAbout":["ADHS","Autismus","AuDHS","Emotionsregulation","Klinisch-psychologische Diagnostik","Neurodiversität"],"sameAs":["https://www.linkedin.com/in/julie-simstich/","https://www.youtube.com/watch?v=8CO50jYelLg","https://open.spotify.com/show/7mX87MlfRph4Qmf5d5kgU9"]},{"@type":"MedicalWebPage","@id":"https://hirnzigartig.at/adhs-basics/schlagfertige-antworten-adhs-autismus-audhs/#page","url":"https://hirnzigartig.at/adhs-basics/schlagfertige-antworten-adhs-autismus-audhs/","name":"Schlagfertige Antworten auf blöde Ansagen bei ADHS, ASS und AuDHS","inLanguage":"de-AT","datePublished":"2026-10-01","dateModified":"2026-10-01","author":{"@id":"https://hirnzigartig.at/ueber/#julie"},"reviewedBy":{"@id":"https://hirnzigartig.at/ueber/#julie"},"publisher":{"@type":"Organization","name":"Hirnzigartig","url":"https://hirnzigartig.at/"},"audience":{"@type":"Patient","audienceType":"Erwachsene mit ADHS, Autismus oder AuDHS, Angehörige sowie Führungskräfte und HR"},"specialty":"https://schema.org/Psychiatric","about":[{"@type":"MedicalCondition","name":"ADHS","alternateName":"Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung","code":[{"@type":"MedicalCode","code":"F90","codingSystem":"ICD-10"},{"@type":"MedicalCode","code":"6A05","codingSystem":"ICD-11"}]},{"@type":"MedicalCondition","name":"Autismus-Spektrum-Störung","alternateName":["Autismus","ASS"],"code":[{"@type":"MedicalCode","code":"F84","codingSystem":"ICD-10"},{"@type":"MedicalCode","code":"6A02","codingSystem":"ICD-11"}]},{"@type":"MedicalCondition","name":"AuDHS","description":"Gemeinsames Auftreten von ADHS und Autismus; seit DSM-5 (2013) und ICD-11 als Doppeldiagnose möglich."}],"mentions":[{"@type":"MedicalSignOrSymptom","name":"Prokrastination bei ADHS","description":"Aufschieben hängt bei ADHS eng mit Schwierigkeiten in der Emotionsregulation zusammen; Emotionsregulation lässt sich trainieren."},{"@type":"MedicalSignOrSymptom","name":"Masking","description":"Anpassung autistischer Menschen an ihre Umgebung; mittlere Zusammenhänge mit Angst und Depression."}],"citation":[{"@type":"ScholarlyArticle","name":"Processes of change in cognitive-behavioral psychotherapy for procrastination","author":"Pietruch, M. et al.","datePublished":"2026","isPartOf":{"@type":"Periodical","name":"Behaviour Research and Therapy"},"sameAs":"https://doi.org/10.1016/j.brat.2026.105106"},{"@type":"ScholarlyArticle","name":"Emotion dysregulation in adults with attention deficit hyperactivity disorder: a meta-analysis","author":"Beheshti, A., Chavanon, M.-L. & Christiansen, H.","datePublished":"2020","isPartOf":{"@type":"Periodical","name":"BMC Psychiatry"},"sameAs":"https://doi.org/10.1186/s12888-020-2442-7"},{"@type":"ScholarlyArticle","name":"I'll worry about it tomorrow – Fostering emotion regulation skills to overcome procrastination","author":"Schuenemann, L. et al.","datePublished":"2022","isPartOf":{"@type":"Periodical","name":"Frontiers in Psychology"},"sameAs":"https://doi.org/10.3389/fpsyg.2022.780675"},{"@type":"ScholarlyArticle","name":"Variable patterns of remission from ADHD in the Multimodal Treatment Study of ADHD","author":"Sibley, M. 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Im Moment selbst hilft es, mit einer Rückfrage Zeit zu gewinnen. Und eine Antwort darf auch später kommen."}}]},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https://hirnzigartig.at/adhs-basics/schlagfertige-antworten-adhs-autismus-audhs/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Startseite","item":"https://hirnzigartig.at/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Wissen & Tools","item":"https://hirnzigartig.at/adhs-wissen/"},{"@type":"ListItem","position":3,"name":"Schlagfertige Antworten bei ADHS, Autismus und AuDHS","item":"https://hirnzigartig.at/adhs-basics/schlagfertige-antworten-adhs-autismus-audhs/"}]}]}</script>



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<div class="hz-author-box"><img decoding="async" class="hz-ab-avatar" src="https://hirnzigartig.at/wp-content/uploads/2025/11/Julie-Stuhl-mit-Hintergrund-2-3-e1762877972844-768x512.jpg" alt="Julie Simstich" width="76" height="76" loading="lazy"><div class="hz-ab-body"><div class="hz-ab-check"><svg width="18" height="18" viewBox="0 0 24 24" fill="none"><path d="M20 6 9 17l-5-5" stroke="#d00150" stroke-width="3" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round"/></svg>Fachlich geprüft von Julie Simstich</div><p style="margin:0"><span class="hz-ab-name">Julie Simstich</span> – Arbeits- &amp; klinische Psychologin (in Fachausbildung), Organisationssoziologin, TEDx-Speakerin, WKO/UBIT Expert Group Human Resources (Steiermark). Sie begleitet Unternehmen bei Neuroinklusion und arbeitet klinisch am PSY2 Institut Gleisdorf. <a href="https://hirnzigartig.at/ueber/">Mehr über Julie →</a> · <a href="https://www.linkedin.com/in/julie-simstich/" target="_blank" rel="noopener">LinkedIn</a></p></div></div>
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		<title>RSD oder Sozialphobie bei ADHS? Ein Unterschied, der über die Behandlung entscheidet</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julie Simstich]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Sep 2026 20:15:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[ADHS Basics]]></category>
		<category><![CDATA[Für Betroffene]]></category>
		<category><![CDATA[Für Unternehmen]]></category>
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					<description><![CDATA[Viele ordnen ihre Bewertungsangst als RSD ein. Oft steckt eine soziale Angststörung dahinter — und die ist sehr gut behandelbar. Die Unterschiede im Überblick.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<div class="hz-kurz" style="margin:0 0 34px;padding:26px 28px;background:#f0f4fb;border-left:5px solid #d00150;border-radius:10px;">
<p style="margin:0 0 12px;text-transform:uppercase;letter-spacing:.12em;font-size:.72rem;font-weight:700;color:#d00150;">Kurz gefasst</p>
<p style="margin:0 0 10px;color:#4a4a4a;line-height:1.75;"><strong>RSD (Rejection Sensitive Dysphoria)</strong> beschreibt eine sehr starke emotionale Reaktion auf Zurückweisung oder Kritik. Der Begriff stammt aus klinischen Texten, steht weder im DSM-5-TR noch in der ICD-11 und hat kein validiertes Messinstrument.</p>
<p style="margin:0 0 10px;color:#4a4a4a;line-height:1.75;"><strong>Die soziale Angststörung</strong> (ICD-10 F40.1, ICD-11 6B04) ist eine gesicherte Diagnose. Ihr Kern ist die Angst, von anderen bewertet zu werden — auch ohne jede Kritik. Sie beginnt vor der Situation und verlangt diagnostisch eine Dauer von mindestens mehreren Monaten.</p>
<p style="margin:0;color:#4a4a4a;line-height:1.75;"><strong>Warum der Unterschied zählt:</strong> An RSD hängt kein Behandlungspfad. An der sozialen Angststörung hängt kognitive Verhaltenstherapie als Mittel der ersten Wahl. Wer sein Erleben falsch einordnet, verzichtet auf eine wirksame Behandlung.</p>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Ich mache zwei Tage pro Woche ADHS-Diagnostik. Und mir begegnet dort immer häufiger dasselbe Muster: Jemand sitzt mir gegenüber, beschreibt eine massive Angst davor, von anderen bewertet zu werden — und hat für dieses Erleben längst ein Wort gefunden. RSD.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Wort stimmt oft nicht. Und das hat unmittelbare Folgen für die Behandlung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn Rejection Sensitive Dysphoria trägt eine bestimmte Erzählung mit sich: Wir haben als Kinder wegen unserer ADHS ständig gehört, dass wir zu laut, zu viel, zu unordentlich sind. Das hat sich eingebrannt. Es gehört jetzt zu uns. Diese Erzählung ist nicht falsch — ich erlebe sie in beinahe jeder psychologischen Behandlung und in jedem Coaching. Sie hat nur einen Nebeneffekt, über den zu wenig gesprochen wird: Sie klingt nach Schicksal. Nach etwas, mit dem man sich einrichtet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine soziale Angststörung gehört zu den am besten behandelbaren psychischen Erkrankungen, die wir kennen. Wer sein Erleben unter dem falschen Etikett ablegt, verpasst genau das.</p>



<style>.hz-toc ol{columns:2;column-gap:36px;margin:0;padding-left:1.3em;line-height:1.9;}.hz-toc li{break-inside:avoid;}@media (max-width:700px){.hz-toc ol{columns:1;}}</style>
<nav class="hz-toc" aria-label="Inhalt" style="margin:0 0 34px;padding:22px 26px;background:#f0f4fb;border-radius:10px;">
<p style="margin:0 0 12px;text-transform:uppercase;letter-spacing:.12em;font-size:.72rem;font-weight:700;color:#d00150;">Inhalt</p>
<ol>
<li><a href="#was-rsd-beschreibt-und-was-der-begriff-wissenschaftlich-herg" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Was RSD beschreibt — und was der Begriff wissenschaftlich hergibt</a></li>
<li><a href="#was-eine-soziale-angststoerung-ist" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Was eine soziale Angststörung ist</a></li>
<li><a href="#ein-fall-aus-der-praxis-drei-tiefkuehlpizzen" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Ein Fall aus der Praxis: drei Tiefkühlpizzen</a></li>
<li><a href="#der-unterschied-im-ueberblick" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Der Unterschied im Überblick</a></li>
<li><a href="#warum-mich-die-verwechslung-aufregt" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Warum mich die Verwechslung aufregt</a></li>
<li><a href="#psychotherapie-veraendert-das-gehirn-das-laesst-sich-messen" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Psychotherapie verändert das Gehirn — das lässt sich messen</a></li>
<li><a href="#warum-rsd-nicht-in-den-leitlinien-steht" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Warum RSD nicht in den Leitlinien steht</a></li>
<li><a href="#woran-du-merkst-dass-genaueres-hinschauen-sich-lohnt" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Woran du merkst, dass genaueres Hinschauen sich lohnt</a></li>
<li><a href="#was-das-fuer-fuehrungskraefte-und-hr-bedeutet" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Was das für Führungskräfte und HR bedeutet</a></li>
<li><a href="#haeufige-fragen" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Häufige Fragen</a></li>
<li><a href="#was-ich-dir-mitgeben-moechte" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Was ich dir mitgeben möchte</a></li>
<li><a href="#ueber-die-autorin-und-aktualitaet" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Über die Autorin und Aktualität</a></li>
<li><a href="#quellen" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Quellen</a></li>
<li><a href="#weiterlesen" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Weiterlesen</a></li>
</ol>
</nav>



<h2 class="wp-block-heading" id="was-rsd-beschreibt-und-was-der-begriff-wissenschaftlich-herg">Was RSD beschreibt — und was der Begriff wissenschaftlich hergibt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Begriff Rejection Sensitive Dysphoria wurde ab etwa 2016 vom Psychiater William Dodson in klinischen Texten populär gemacht. Er ist nicht aus einem Forschungsprogramm hervorgegangen und hat kein Peer-Review-Verfahren durchlaufen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Konkret heißt das: RSD steht weder im DSM-5-TR noch in der ICD-11. Es gibt kein validiertes Messinstrument dafür. Es gibt keine abgestimmte Symptomliste, keine belegte Übereinstimmung zwischen Diagnostiker:innen und keinen Nachweis, dass der Begriff etwas erfasst, was bestehende Diagnosen nicht schon abdecken. Eine kritische Übersichtsarbeit im <em>Tijdschrift voor Psychiatrie</em> hat das 2026 ausführlich aufgearbeitet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt denkst du vielleicht: Dann gibt es das Phänomen also nicht. Doch, es gibt es.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das dahinterliegende Konstrukt heißt <strong>Rejection Sensitivity</strong> und stammt aus der Forschung von Downey und Feldman, die es 1996 als Neigung beschrieben haben, Zurückweisung ängstlich zu erwarten, sie schnell wahrzunehmen und übermäßig darauf zu reagieren. Das ist sauber operationalisiert und gut untersucht. Und dass Erwachsene mit ADHS deutliche Schwierigkeiten in der Emotionsregulation haben, ist metaanalytisch belegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Erleben ist also real. Der Krankheitsbegriff, den viele dafür verwenden, hält der Prüfung nur nicht stand — und genau deshalb hängt an ihm auch kein Behandlungspfad.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="was-eine-soziale-angststoerung-ist">Was eine soziale Angststörung ist</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die soziale Angststörung steht in beiden großen Klassifikationssystemen: als F40.1 in der ICD-10 und als 6B04 in der ICD-11. Ihr Kern ist eine ausgeprägte Angst davor, im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen oder sich peinlich zu verhalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das entscheidende Wort ist <strong>Bewertungsangst</strong>. Es braucht keine Kritik und keine Zurückweisung, damit sie anspringt. Es reicht die Möglichkeit, beobachtet und beurteilt zu werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rund zwei Prozent der Erwachsenen in Deutschland zwischen 18 und 65 sind innerhalb eines Jahres betroffen, über die gesamte Lebensspanne liegen die Schätzungen bei sieben bis zwölf Prozent. Der Beginn liegt meist in Kindheit und Pubertät — also genau in dem Zeitfenster, in dem auch die Zurückweisungserfahrungen bei ADHS stattfinden. Das macht die Unterscheidung im Nachhinein so schwierig.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="ein-fall-aus-der-praxis-drei-tiefkuehlpizzen">Ein Fall aus der Praxis: drei Tiefkühlpizzen</h2>



<div style="margin:24px 0;padding:26px 28px;background:#f0f4fb;border-left:5px solid #d00150;border-radius:10px;">
<p style="margin:0 0 12px;color:#4a4a4a;line-height:1.75;">Vor Kurzem saß mir ein Mann gegenüber, der sich einen neuen Tiefkühler gekauft hatte. Er wollte ihn befüllen. Für uns andere ist das ein Großeinkauf.</p>
<p style="margin:0 0 12px;color:#4a4a4a;line-height:1.75;">Er ist über mehrere Wochen in verschiedene Supermärkte gefahren. Der Grund: Er hielt es nicht aus, mit drei Tiefkühlpizzen gleichzeitig an der Kassa zu stehen. Was würde die Kassiererin über ihn denken? Was die Leute in der Schlange?</p>
<p style="margin:0;color:#4a4a4a;line-height:1.75;">Niemand hatte ihn zurückgewiesen. Niemand hatte ihn kritisiert. Die Bewertung fand mit hoher Wahrscheinlichkeit ausschließlich in seinem Kopf statt — und hat trotzdem seinen Einkauf über Wochen gestreckt. In der Sprache der Diagnostik ist das eine ausgeprägte soziale Angststörung.</p>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Das Beispiel ist bewusst extrem gewählt. In der Diagnostik sehe ich meistens leisere Varianten: die Kolleg:innen-Runde, bei der man nie die erste Wortmeldung macht. Den Anruf, der drei Tage liegen bleibt. Das Meeting mit ausgeschalteter Kamera. Die Mittagspause, die man lieber allein am Schreibtisch verbringt.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="der-unterschied-im-ueberblick">Der Unterschied im Überblick</h2>



<style>
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<div class="hz-wrap">
<table class="hz-tbl">
<thead><tr><th>&nbsp;</th><th>Was gemeinhin als RSD beschrieben wird</th><th>Soziale Angststörung (F40.1 / 6B04)</th></tr></thead>
<tbody>
<tr><th>Auslöser</th><td>Eine tatsächliche oder wahrgenommene Zurückweisung, Kritik, ein schiefer Blick</td><td>Jede Situation, in der du bewertet werden könntest — auch ohne jede Kritik</td></tr>
<tr><th>Zeitlicher Ablauf</th><td>Die Reaktion setzt erst <em>nach</em> dem auslösenden Ereignis ein, meist schlagartig</td><td>Die Angst ist schon <em>vor</em> der Situation da, oft Tage oder Wochen, und hält danach als Grübeln an</td></tr>
<tr><th>Inhalt der Angst</th><td>Diese eine Person mag mich nicht mehr</td><td>Ich könnte mich blamieren und alle sehen es</td></tr>
<tr><th>Dauer der einzelnen Reaktion</th><td>Nach Dodsons klinischer Beschreibung Minuten bis wenige Stunden, danach zurück zum Ausgangsniveau; mehrere Episoden an einem Tag sind möglich</td><td>Die akute Angst ist an die Situation gebunden und klingt danach ab — Erwartungsangst und Nachgrübeln dehnen sie aber auf Tage aus</td></tr>
<tr><th>Dauer des Musters</th><td>Wird als überdauernde Eigenschaft beschrieben, ohne definiertes Zeitkriterium</td><td>Die ICD-11 verlangt, dass die Symptome über mindestens mehrere Monate bestehen</td></tr>
<tr><th>Vermeidung</th><td>Eher punktuell, etwa ein Gespräch aufschieben</td><td>Systematisch: Der Alltag wird um die Angst herum umgebaut</td></tr>
<tr><th>Körper</th><td>Die Wucht der Emotion steht im Vordergrund</td><td>Herzrasen, Erröten, Zittern, Schwitzen in oder vor der Situation</td></tr>
<tr><th>Diagnostischer Status</th><td>Keine Diagnose, in keinem Klassifikationssystem enthalten</td><td>Gesicherte Diagnose in ICD-10 und ICD-11</td></tr>
<tr><th>Behandlung</th><td>Kein eigener Behandlungspfad, keine Leitlinie</td><td>Kognitive Verhaltenstherapie als Mittel der ersten Wahl</td></tr>
</tbody>
</table>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Missverständnis räume ich hier gleich aus: Der Unterschied liegt nicht darin, dass das eine kurz und das andere lang wäre. Auch die akute Angst in einer sozialen Situation geht vorbei. Unterschiedlich ist, <strong>wann</strong> die Angst auftritt und <strong>wie lange das Muster schon besteht</strong>. Bei RSD braucht es einen Auslöser, und die Reaktion folgt darauf. Bei einer sozialen Angststörung läuft die Angst der Situation voraus und überdauert sie.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Die beiden schließen einander übrigens nicht aus. Du kannst ADHS haben, ausgeprägt empfindlich auf Zurückweisung reagieren <em>und</em> zusätzlich eine soziale Angststörung mit sich tragen. In der Diagnostik ist genau das der häufigste Fall.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="warum-mich-die-verwechslung-aufregt">Warum mich die Verwechslung aufregt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn du dein Erleben als RSD einordnest, lautet die implizite Schlussfolgerung: Das ist Teil meiner Verdrahtung, entstanden in einer Kindheit voller Zurückweisung, und ich muss lernen, damit zu leben. Viele Menschen kommen genau mit diesem Satz zu mir.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn dasselbe Erleben eine soziale Angststörung ist, lautet die Schlussfolgerung anders: Das ist eine Angststörung, für die es eine wirksame Behandlung gibt, die seit Jahrzehnten untersucht wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Unterschied zwischen diesen beiden Sätzen kann Jahre an Lebensqualität kosten. Menschen arrangieren sich mit etwas, das behandelbar ist, weil das Etikett ihnen gesagt hat, es gehöre zu ihnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zur Einordnung der Wirksamkeit, damit hier keine Wundererwartung entsteht: Eine Metaanalyse placebokontrollierter Studien von Carpenter und Kolleg:innen aus dem Jahr 2018 fand für die soziale Angststörung eine Effektstärke von g = 0,41 über zwölf Studien mit 753 Patient:innen. Das ist ein mittlerer Effekt gegenüber einem Placebo, also der strengste Vergleichsmaßstab, den man anlegen kann. Die Leitlinien empfehlen kognitive Verhaltenstherapie bei sozialer Angststörung an erster Stelle.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="psychotherapie-veraendert-das-gehirn-das-laesst-sich-messen">Psychotherapie verändert das Gehirn — das lässt sich messen</h2>



<div style="margin:24px 0;padding:26px 28px;background:#fff;border:1px solid #e6e9f2;border-left:5px solid #002f6c;border-radius:10px;box-shadow:0 2px 10px 0 rgba(0,47,108,.06);">
<p style="margin:0 0 8px;text-transform:uppercase;letter-spacing:.12em;font-size:.72rem;font-weight:700;color:#d00150;">Für alle, die es genauer wissen wollen</p>
<p style="margin:0 0 12px;color:#4a4a4a;line-height:1.75;">Ein verbreiteter Denkfehler lautet: Was neurobiologisch verankert ist, lässt sich nicht verändern. Das stimmt so nicht, und es gibt bildgebende Belege dagegen.</p>
<p style="margin:0 0 12px;color:#4a4a4a;line-height:1.75;">Månsson und Kolleg:innen haben 2016 in <em>Translational Psychiatry</em> 26 Personen mit sozialer Angststörung über neun Wochen mit kognitiver Verhaltenstherapie behandelt und vorher wie nachher das Gehirn untersucht. Nach der Behandlung war das Volumen der Amygdala beidseitig verringert (p = 0,02) und ihre Reaktivität auf selbstbezogene Kritik gesunken (p = 0,01).</p>
<p style="margin:0;color:#4a4a4a;line-height:1.75;">Das Spannendste ist der dritte Befund: Die Volumenabnahme vermittelte statistisch den Zusammenhang zwischen der geringeren Reaktivität und der Symptomverbesserung (p = 0,007). Die Hirnveränderung gehörte damit zum Wirkmechanismus der Behandlung. Bei 26 Personen ist das eine kleine Stichprobe und kein Schlusspunkt — als Beleg dafür, dass hier nichts festgeschrieben ist, reicht es allemal.</p>
</div>



<h2 class="wp-block-heading" id="warum-rsd-nicht-in-den-leitlinien-steht">Warum RSD nicht in den Leitlinien steht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein neues Störungsbild muss drei Hürden nehmen, bevor es in ein Klassifikationssystem aufgenommen wird: eine abgestimmte Symptomliste, eine belegte Übereinstimmung zwischen verschiedenen Diagnostiker:innen und den Nachweis, dass es etwas erfasst, was bestehende Diagnosen nicht schon abdecken. RSD hat keine dieser Hürden genommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für dich als betroffene Person hat das eine sehr praktische Konsequenz. An einer Diagnose hängen Behandlungsempfehlungen, Studien, Kostenübernahmen und die Erfahrung ganzer Fachgesellschaften. An einem Begriff aus der klinischen Alltagssprache hängt davon nichts.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das macht RSD nicht wertlos. Als Beschreibung eines Erlebens ist der Begriff für viele Menschen entlastend, und er hat einer Erfahrung Sichtbarkeit gegeben, die vorher niemand benannt hat. Problematisch wird es dort, wo er eine behandelbare Erkrankung zudeckt.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="woran-du-merkst-dass-genaueres-hinschauen-sich-lohnt">Woran du merkst, dass genaueres Hinschauen sich lohnt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Fragen ersetzen keine Diagnostik. Sie helfen dir einzuschätzen, ob du das Thema ansprechen solltest.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Beginnt deine Anspannung schon Tage vor einem Termin, bei dem du auf Menschen triffst?</li>
<li>Fürchtest du dich vor Situationen, in denen dich niemand kritisieren wird — Einkaufen, Telefonieren, Essen in Gesellschaft?</li>
<li>Hast du deinen Alltag so eingerichtet, dass bestimmte Situationen gar nicht mehr vorkommen?</li>
<li>Geht es dir um die Bewertung durch Fremde, deren Meinung objektiv keine Rolle für dein Leben spielt?</li>
<li>Kennst du körperliche Symptome wie Erröten, Zittern oder Herzrasen aus solchen Situationen?</li>
<li>Bereitest du Gespräche innerlich vor und gehst sie danach stundenlang durch?</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn du bei mehreren dieser Fragen nickst, sprich das bei deiner nächsten Abklärung an. Und zwar unabhängig davon, ob du bereits eine ADHS-Diagnose hast.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="was-das-fuer-fuehrungskraefte-und-hr-bedeutet">Was das für Führungskräfte und HR bedeutet</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Arbeitskontext sieht eine soziale Angststörung häufig nach etwas anderem aus: nach mangelndem Engagement, nach fehlender Initiative, nach jemandem, der sich in Meetings raushält. Die Person, die nie präsentieren will, gilt schnell als unambitioniert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für dich als Führungskraft heißt das: Wenn jemand fachlich stark ist und in sozialen Formaten regelmäßig ausfällt, ist die Erklärung selten Desinteresse. Du musst und sollst nicht diagnostizieren. Es hilft aber, Formate anzubieten, die ohne Bühne auskommen — schriftliche Beiträge vor dem Meeting, Vorbereitungszeit anstelle von Spontanrunden. Mehr dazu in meinem Beitrag zu <a href="https://hirnzigartig.at/neuroinklusion/neuroinklusion-in-der-arbeitswelt-warum-hr-oft-scheitert-und-wie-fuehrungskraefte-das-ruder-herumreissen/">Neuroinklusion in der Arbeitswelt</a>.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="689" src="https://hirnzigartig.at/wp-content/uploads/2026/10/bewertungsangst-im-job-fuehrung-hirnzigartig-1024x689.png" alt="Woran Führungskräfte Bewertungsangst im Job erkennen können und welche Formate helfen." class="wp-image-5442" srcset="https://hirnzigartig.at/wp-content/uploads/2026/10/bewertungsangst-im-job-fuehrung-hirnzigartig-1024x689.png 1024w, https://hirnzigartig.at/wp-content/uploads/2026/10/bewertungsangst-im-job-fuehrung-hirnzigartig-300x202.png 300w, https://hirnzigartig.at/wp-content/uploads/2026/10/bewertungsangst-im-job-fuehrung-hirnzigartig-768x516.png 768w, https://hirnzigartig.at/wp-content/uploads/2026/10/bewertungsangst-im-job-fuehrung-hirnzigartig.png 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<h2 class="wp-block-heading" id="haeufige-fragen">Häufige Fragen</h2>



<h3 class="wp-block-heading">Kann ich RSD und eine soziale Phobie gleichzeitig haben?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, und das ist der häufigste Fall. Eine ausgeprägte Empfindlichkeit gegenüber Zurückweisung schließt eine soziale Angststörung nicht aus. In der Abklärung geht es darum, beides zu erkennen, damit der behandelbare Anteil auch behandelt wird.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ist RSD einfach ein anderes Wort für soziale Phobie?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Nein. Die beschriebenen Phänomene überschneiden sich, unterscheiden sich aber in Auslöser, Zeitverlauf und Inhalt der Angst. Die Tabelle oben zeigt die wichtigsten Unterschiede.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wird eine soziale Angststörung bei ADHS öfter übersehen?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">In meiner diagnostischen Praxis ja. Wenn jemand für sein Erleben bereits eine Erklärung mitbringt, die zur ADHS passt, wird seltener weiter gefragt. Genau deshalb gehört die Bewertungsangst in jede gründliche Abklärung.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Was hilft bei einer sozialen Angststörung?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Kognitive Verhaltenstherapie ist das Mittel der ersten Wahl. Kern ist die schrittweise Konfrontation mit den gemiedenen Situationen, kombiniert mit der Arbeit an den Bewertungsannahmen dahinter. Die Behandlung gehört in psychotherapeutische oder klinisch-psychologische Hände.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Kann Coaching das leisten?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Nein, und das gehört klar gesagt. Eine Angststörung gehört in Behandlung. Im Coaching lässt sich der Umgang mit Zurückweisung im Arbeitsalltag bearbeiten — wenn sich dabei eine Angststörung zeigt, verweise ich weiter.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="was-ich-dir-mitgeben-moechte">Was ich dir mitgeben möchte</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich glaube an das Phänomen hinter RSD. Ich sehe die Kindheitsgeschichten, ich höre die Sätze, die hängen geblieben sind, und ich bestreite nichts davon.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was mich stört, ist der Preis der Verwechslung. Wenn du seit Jahren mit Bewertungsangst lebst und das unter einem Begriff einordnest, an dem keine Behandlung hängt, dann verzichtest du auf etwas, das dir zusteht. Sprich es an. Es ist die Frage wert.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="ueber-die-autorin-und-aktualitaet">Über die Autorin und Aktualität</h2>



<p style="margin:0 0 24px;padding:18px 22px;background:#f0f4fb;border-radius:8px;font-size:.92rem;line-height:1.7;color:#4a4a4a;">Geschrieben von <strong>Julie Simstich, MSc.</strong> — Arbeitspsychologin, Klinische Psychologin in Fachausbildung. Sie führt ADHS-, Autismus- und AuDHS-Diagnostik am PSY2 Institut Gleisdorf durch und begleitet neurodivergente Erwachsene im Coaching. <a href="https://hirnzigartig.at/ueber/" style="color:#d00150;font-weight:600;text-decoration:none;">Mehr über Julie</a> · Stand: September 2026</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="quellen">Quellen</h2>



<div style="font-size:.85rem;line-height:1.75;color:#7385a0;">
<p style="margin:0 0 6px;">Downey, G. &amp; Feldman, S. I. (1996). Implications of rejection sensitivity for intimate relationships. <em>Journal of Personality and Social Psychology</em>, 70(6), 1327–1343.</p>
<p style="margin:0 0 6px;">Månsson, K. N. T. et al. (2016). Neuroplasticity in response to cognitive behavior therapy for social anxiety disorder. <em>Translational Psychiatry</em>, 6, e727.</p>
<p style="margin:0 0 6px;">Carpenter, J. K. et al. (2018). Cognitive behavioral therapy for anxiety and related disorders: A meta-analysis of randomized placebo-controlled trials. <em>Depression and Anxiety</em>, 35(6), 502–514.</p>
<p style="margin:0 0 6px;">Rejection sensitivity dysphoria: een kritische beschouwing. <em>Tijdschrift voor Psychiatrie</em> (2026).</p>
<p style="margin:0 0 6px;">Dodson, W.: Klinische Beschreibungen zu Rejection Sensitive Dysphoria, u.&nbsp;a. in <em>ADDitude Magazine</em>. Die Angaben zur Episodendauer beruhen auf klinischer Beobachtung und sind bislang nicht empirisch überprüft.</p>
<p style="margin:0;">Weltgesundheitsorganisation: ICD-10 F40.1 und ICD-11 6B04, soziale Angststörung.</p>
</div>



<h2 class="wp-block-heading" id="weiterlesen">Weiterlesen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">→ <a href="https://hirnzigartig.at/adhs-basics/rejection-sensitive-dysphoria-und-adhs/">Rejection Sensitive Dysphoria bei ADHS: 4 Strategien für den Berufsalltag</a><br>
→ <a href="https://hirnzigartig.at/adhs-basics/adhs-diagnose/">ADHS-Diagnose: Ablauf und was dich erwartet</a><br>
→ <a href="https://hirnzigartig.at/adhs-basics/3-echte-adhs-testverfahren-habe-ich-adhs/">3 echte ADHS-Testverfahren</a><br>
→ <a href="https://hirnzigartig.at/adhs-basics/adhs-coach-serioes-erkennen-unqualifizierte-coaches/">Seriöse ADHS-Coaches erkennen</a><br>
→ <a href="https://hirnzigartig.at/adhs-coaching/">ADHS-Coaching in Graz und online</a></p>



<p style="margin:32px 0 0;padding:22px 26px;background:#002f6c;border-radius:10px;color:#dbe4f2;line-height:1.75;">Du willst das für dich klären? Buch dir ein kostenloses Erstgespräch von 15 Minuten — wir schauen gemeinsam, ob Coaching der richtige Rahmen ist oder ob du eine Abklärung brauchst. <a href="https://hirnzigartig.at/adhs-coaching/" style="color:#fff;font-weight:700;text-decoration:underline;">Erstgespräch anfragen →</a></p>


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N. T. et al.","datePublished":"2016","isPartOf":{"@type":"Periodical","name":"Translational Psychiatry"}},{"@type":"ScholarlyArticle","name":"Cognitive behavioral therapy for anxiety and related disorders: A meta-analysis of randomized placebo-controlled trials","author":"Carpenter, J. K. et al.","datePublished":"2018","isPartOf":{"@type":"Periodical","name":"Depression and Anxiety"}},{"@type":"ScholarlyArticle","name":"Implications of rejection sensitivity for intimate relationships","author":"Downey, G. & Feldman, S. I.","datePublished":"1996","isPartOf":{"@type":"Periodical","name":"Journal of Personality and Social Psychology"}}]},{"@type":"FAQPage","@id":"https://hirnzigartig.at/adhs-basics/rsd-oder-sozialphobie-adhs-unterschied/#faq","mainEntity":[{"@type":"Question","name":"Kann ich RSD und eine soziale Phobie gleichzeitig haben?","acceptedAnswer":{"@type":"Answer","text":"Ja, und das ist der häufigste Fall. 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<ul style="margin:0;padding-left:1.2em;line-height:1.9;">
<li><a href="https://hirnzigartig.at/adhs-basics/rejection-sensitive-dysphoria-und-adhs/" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Rejection Sensitive Dysphoria (RSD) bei ADHS</a></li>
<li><a href="https://hirnzigartig.at/adhs-basics/schlagfertige-antworten-adhs-autismus-audhs/" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Schlagfertige Antworten auf blöde Ansagen bei ADHS, ASS und AuDHS</a></li>
<li><a href="https://hirnzigartig.at/adhs-basics/adhs-diagnose/" style="color:#002f6c;font-weight:600;">ADHS-Diagnose bei Erwachsenen: 6 Kriterien</a></li>
</ul>
</div>



<style>.hz-author-box{display:flex;gap:18px;align-items:center;margin:44px 0 8px;padding:22px 24px;background:#f4f7fc;border:1px solid #e6e9f2;border-left:4px solid #d00150;border-radius:10px}.hz-ab-avatar{width:76px;height:76px;flex:none;border-radius:50%;object-fit:cover;object-position:42% 28%;border:3px solid #fff;box-shadow:0 2px 8px rgba(0,47,108,.15)}.hz-ab-body{font-size:.95rem;line-height:1.6;color:#4a4a4a}.hz-ab-check{display:inline-flex;align-items:center;gap:6px;font-weight:700;color:#002f6c;font-size:.9rem;margin-bottom:6px}.hz-ab-name{font-weight:700;color:#002f6c}.hz-author-box a{color:#d00150;font-weight:600;text-decoration:none}</style>
<div class="hz-author-box"><img decoding="async" class="hz-ab-avatar" src="https://hirnzigartig.at/wp-content/uploads/2025/11/Julie-Stuhl-mit-Hintergrund-2-3-e1762877972844-768x512.jpg" alt="Julie Simstich" width="76" height="76" loading="lazy"><div class="hz-ab-body"><div class="hz-ab-check"><svg width="18" height="18" viewBox="0 0 24 24" fill="none"><path d="M20 6 9 17l-5-5" stroke="#d00150" stroke-width="3" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round"/></svg>Fachlich geprüft von Julie Simstich</div><p style="margin:0"><span class="hz-ab-name">Julie Simstich</span> – Arbeits- &amp; klinische Psychologin (in Fachausbildung), Organisationssoziologin, TEDx-Speakerin, WKO/UBIT Expert Group Human Resources (Steiermark). Sie begleitet Unternehmen bei Neuroinklusion und arbeitet klinisch am PSY2 Institut Gleisdorf. <a href="https://hirnzigartig.at/ueber/">Mehr über Julie →</a> · <a href="https://www.linkedin.com/in/julie-simstich/" target="_blank" rel="noopener">LinkedIn</a></p></div></div>
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		<title>Was ist Bionic Reading? Was die Forschung sagt – und warum du es trotzdem testen solltest</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julie Simstich]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Jul 2026 19:36:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[ADHS Basics]]></category>
		<category><![CDATA[Für Betroffene]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://hirnzigartig.at/allgemein/was-ist-bionic-reading/</guid>

					<description><![CDATA[Bionic Reading verspricht schnelleres Lesen. Studien zeigen: keinen belegten Vorteil. Warum es viele trotzdem lieben – und wie du es an dir selbst ausprobierst.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<div class="hz-kurz" style="margin:0 0 34px;padding:26px 28px;background:#f0f4fb;border-left:5px solid #d00150;border-radius:10px;">
<p style="margin:0 0 12px;text-transform:uppercase;letter-spacing:.12em;font-size:.72rem;font-weight:700;color:#d00150;">Kurz gefasst</p>
<p style="margin:0 0 10px;color:#4a4a4a;line-height:1.75;">Bionic Reading setzt den Anfang jedes Wortes fett und verspricht schnelleres, fokussierteres Lesen. Studien finden bisher keinen Vorteil bei der Lesegeschwindigkeit.</p>
<p style="margin:0;color:#4a4a4a;line-height:1.75;">Ein Schaden ist nicht belegt, das Lesen kann aber etwas länger dauern. Ob sie dir das Dranbleiben erleichtert, findest du am schnellsten mit einem Selbsttest heraus.</p>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht ist dir oben auf unseren Artikeln der „ADHS-Modus“-Schalter aufgefallen: Das ist <strong>Bionic Reading</strong>. Es druckt den Anfang jedes Wortes fett – mit dem Versprechen, dass du schneller liest und leichter fokussierst. Klingt wie gemacht für ein ADHS-Gehirn. Aber funktioniert es wirklich? Die kurze Antwort der Forschung: nein. Die längere ist spannender.</p>


<style>.hz-toc ol{columns:2;column-gap:36px;margin:0;padding-left:1.3em;line-height:1.9;}.hz-toc li{break-inside:avoid;}@media (max-width:700px){.hz-toc ol{columns:1;}}</style>
<nav class="hz-toc" aria-label="Inhalt" style="margin:0 0 34px;padding:22px 26px;background:#f0f4fb;border-radius:10px;">
<p style="margin:0 0 12px;text-transform:uppercase;letter-spacing:.12em;font-size:.72rem;font-weight:700;color:#d00150;">Inhalt</p>
<ol>
<li><a href="#was-bionic-reading-ueberhaupt-ist" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Was Bionic Reading überhaupt ist</a></li>
<li><a href="#was-die-forschung-sagt-nuechtern-betrachtet" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Was die Forschung sagt – nüchtern betrachtet</a></li>
<li><a href="#und-trotzdem-die-fidget-toys-lektion" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Und trotzdem: die Fidget-Toys-Lektion</a></li>
<li><a href="#also-probier-es-an-dir-selbst-aus" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Also: probier es an dir selbst aus</a></li>
<li><a href="#haeufige-fragen" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Häufige Fragen</a></li>
</ol>
</nav>



<h2 class="wp-block-heading" id="was-bionic-reading-ueberhaupt-ist">Was Bionic Reading überhaupt ist</h2>


<p class="wp-block-paragraph">Entwickelt hat es der Schweizer Typograf Renato Casutt, erste Versionen gab es ab 2016. Bekannt wurde die Methode 2022 über soziale Medien. Nur der vordere Teil jedes Wortes wird fett gesetzt. Die Idee dahinter: Das Auge springt von Fixpunkt zu Fixpunkt, und das Gehirn „vervollständigt“ den Rest des Wortes automatisch. Die Methode ging viral – besonders in der ADHS- und Neurodivergenz-Community, wo Lesen und Dranbleiben oft besonders viel Energie kosten.</p>


<h2 class="wp-block-heading" id="was-die-forschung-sagt-nuechtern-betrachtet">Was die Forschung sagt – nüchtern betrachtet</h2>


<p class="wp-block-paragraph">Sobald man Bionic Reading sauber testet, bleibt vom Tempo-Versprechen wenig übrig:</p>


<ul class="wp-block-list">
<li>Der Kognitionswissenschaftler <strong>Joshua Snell</strong> (Vrije Universiteit Amsterdam) ließ Menschen 100 Absätze lesen, jeweils in Bionic- oder in Normalschrift. Ergebnis: <strong>kein signifikanter Unterschied</strong> in der Lesegeschwindigkeit. Der Titel der Studie ist Programm: „No, Bionic Reading does not work“ (<a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0001691824001811" target="_blank" rel="noopener">Snell, 2024, <em>Acta Psychologica</em></a>).</li>
<li>Eine Eye-Tracking-Studie von Možina, Kovačević und Blaznik mit 114 Erwachsenen bestätigt das: Mit Bionic Reading dauerte das Lesen etwas länger, am Bildschirm wie auf Papier. Beim Verständnis zeigte sich kein Vorteil. Die Augen machten mit Bionic Reading mehr, dafür kürzere Fixationen (<a href="https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/21582440251376158" target="_blank" rel="noopener">Možina et al., 2025, <em>SAGE Open</em></a>).</li>
<li>Ein informeller Online-Test des Lese-App-Anbieters Readwise (2022) wertete 1.916 Leser:innen aus. Mit Bionic Reading lasen sie im Schnitt 0,8 Prozent langsamer, der Unterschied war statistisch nicht signifikant. Beim Verständnis lagen beide Schriften bei 88 Prozent richtigen Antworten (<a href="https://blog.readwise.io/bionic-reading-results/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Readwise, 2022</a>).</li>
</ul>


<p class="wp-block-paragraph">Der Grund ist simpel: Der langsamste Teil des Lesens ist das <em>Verstehen</em>. Das Auge schneller zu machen bringt nichts, wenn die Verarbeitung im Kopf gleich lang dauert.</p>


<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>No, Bionic Reading does not work.</p><cite>Joshua Snell, Acta Psychologica (2024)</cite></blockquote>


<h2 class="wp-block-heading" id="und-trotzdem-die-fidget-toys-lektion">Und trotzdem: die Fidget-Toys-Lektion</h2>


<p class="wp-block-paragraph">Heißt das, Bionic Reading ist nutzlos? Nicht so schnell. Es geht uns hier wie bei den <a href="https://hirnzigartig.at/adhs-basics/fidget-toys-adhs-konzentration-stress-studien/">Fidget Toys</a>: Objektiv liefern sie keinen Konzentrations-Boost – und trotzdem lieben viele sie, weil sie subjektiv angenehm sind und beim Runterkommen helfen. Bei Bionic Reading ist es ähnlich. Ein messbarer Tempo-Gewinn ist nicht belegt. Aber manche empfinden den Text als „aufgeräumter“, finden leichter den Einstieg oder bleiben eher dran. Und genau dieser Motivations- und Einstiegseffekt kann für ein ADHS-Gehirn real sein – auch wenn er nicht in Wörtern pro Minute auftaucht. Subjektive Präferenz ist eine valide, kostenlose und völlig harmlose Sache.</p>


<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="886" src="https://hirnzigartig.at/wp-content/uploads/2026/10/bionic-reading-studienlage-hirnzigartig-1024x886.jpg" alt="Infografik zur Studienlage bei Bionic Reading: drei Untersuchungen ohne Tempo-Vorteil, dazu ein subjektiver Nutzen und vier Schritte für den Selbsttest." class="wp-image-5552" srcset="https://hirnzigartig.at/wp-content/uploads/2026/10/bionic-reading-studienlage-hirnzigartig-1024x886.jpg 1024w, https://hirnzigartig.at/wp-content/uploads/2026/10/bionic-reading-studienlage-hirnzigartig-300x260.jpg 300w, https://hirnzigartig.at/wp-content/uploads/2026/10/bionic-reading-studienlage-hirnzigartig-768x664.jpg 768w, https://hirnzigartig.at/wp-content/uploads/2026/10/bionic-reading-studienlage-hirnzigartig.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<h2 class="wp-block-heading" id="also-probier-es-an-dir-selbst-aus">Also: probier es an dir selbst aus</h2>


<p class="wp-block-paragraph">Im Zweifel gilt bei solchen Tools dasselbe wie bei Fidget Toys: Teste es an dir. Auf unseren Artikeln reicht ein Klick auf den <strong>„ADHS-Modus“-Schalter</strong> ganz oben. Hilft es dir, dranzubleiben? Wunderbar, nutze es. Nervt es dich? Auch eine klare Antwort. Nur eines solltest du nicht erwarten – dass du dadurch nachweisbar schneller liest.</p>


<div class="wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex">
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</div>



<div style="max-width:820px;margin:2.5rem auto 0;padding:0 1rem;">
<h2 style="color:#002f6c;font-size:1.7rem;font-weight:700;margin-bottom:1rem;" id="haeufige-fragen">Häufige Fragen</h2>
<details style="border:1px solid #e5e7eb;border-radius:8px;padding:1rem 1.2rem;margin-bottom:0.6rem;"><summary style="font-weight:600;cursor:pointer;font-size:0.97rem;color:#002f6c;">Hilft Bionic Reading bei ADHS oder Legasthenie?</summary><p style="margin-top:0.8rem;font-size:0.9rem;color:#444;line-height:1.6;">Bisher gibt es keine belastbaren Studien, die einen objektiven Vorteil bei Tempo oder Verständnis speziell für ADHS oder Legasthenie belegen. Subjektiv empfinden es manche Menschen aber als angenehmer.</p></details>
<details style="border:1px solid #e5e7eb;border-radius:8px;padding:1rem 1.2rem;margin-bottom:0.6rem;"><summary style="font-weight:600;cursor:pointer;font-size:0.97rem;color:#002f6c;">Liest man mit Bionic Reading schneller?</summary><p style="margin-top:0.8rem;font-size:0.9rem;color:#444;line-height:1.6;">Nach aktueller Studienlage nein. Kontrollierte Tests fanden keinen Geschwindigkeitsvorteil, teils sogar minimal langsameres Lesen.</p></details>
<details style="border:1px solid #e5e7eb;border-radius:8px;padding:1rem 1.2rem;margin-bottom:0.6rem;"><summary style="font-weight:600;cursor:pointer;font-size:0.97rem;color:#002f6c;">Schadet Bionic Reading?</summary><p style="margin-top:0.8rem;font-size:0.9rem;color:#444;line-height:1.6;">Ein Schaden ist nicht belegt. In einer Studie dauerte das Lesen mit Bionic Reading etwas länger. Die Methode ist kostenlos. Wenn sie dir hilft, leichter dranzubleiben, spricht nichts dagegen, sie zu nutzen.</p></details>
</div>



<div class="hz-related" style="margin:28px 0 0;padding:22px 26px;background:#f0f4fb;border-radius:10px;">
<p style="margin:0 0 12px;text-transform:uppercase;letter-spacing:.12em;font-size:.72rem;font-weight:700;color:#d00150;">Zum Weiterlesen</p>
<ul style="margin:0;padding-left:1.2em;line-height:1.9;">
<li><a href="https://hirnzigartig.at/adhs-basics/fidget-toys-adhs-konzentration-stress-studien/" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Fidget Toys bei ADHS: Was sie wirklich bringen</a></li>
<li><a href="https://hirnzigartig.at/adhs-basics/hyperfokus-adhs/" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Hyperfokus bei ADHS verstehen und nutzen</a></li>
<li><a href="https://hirnzigartig.at/adhs-basics/hyperfokus-gehirngerecht-steuern/" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Hyperfokus und Streufokus bei ADHS steuern</a></li>
</ul>
</div>



<p class="hz-cta" style="margin:28px 0 0;padding:22px 26px;background:#002f6c;border-radius:10px;color:#dbe4f2;line-height:1.75;">Du willst herausfinden, was dir im Alltag und im Job hilft? Im <a href="https://hirnzigartig.at/adhs-coaching/" style="color:#fff;font-weight:600;">ADHS-Coaching</a> und im <a href="https://hirnzigartig.at/autismus-coaching/" style="color:#fff;font-weight:600;">Autismus- und AuDHS-Coaching</a> arbeiten wir an deinen konkreten Situationen. <a href="https://hirnzigartig.at/ueber/" style="color:#fff;font-weight:700;text-decoration:underline;">Erstgespräch anfragen →</a></p>



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<div class="hz-author-box"><img decoding="async" class="hz-ab-avatar" src="https://hirnzigartig.at/wp-content/uploads/2025/11/Julie-Stuhl-mit-Hintergrund-2-3-e1762877972844-768x512.jpg" alt="Julie Simstich" width="76" height="76" loading="lazy"><div class="hz-ab-body"><div class="hz-ab-check"><svg width="18" height="18" viewBox="0 0 24 24" fill="none"><path d="M20 6 9 17l-5-5" stroke="#d00150" stroke-width="3" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round"/></svg>Fachlich geprüft von Julie Simstich</div><p style="margin:0"><span class="hz-ab-name">Julie Simstich</span> – Arbeits- &amp; klinische Psychologin (in Fachausbildung), Organisationssoziologin, TEDx-Speakerin, WKO/UBIT Expert Group Human Resources (Steiermark). Sie begleitet Unternehmen bei Neuroinklusion und arbeitet klinisch am PSY2 Institut Gleisdorf. <a href="https://hirnzigartig.at/ueber/">Mehr über Julie →</a> · <a href="https://www.linkedin.com/in/julie-simstich/" target="_blank" rel="noopener">LinkedIn</a></p></div></div>
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		<item>
		<title>Hyperfokus nutzen: Fluch, Segen und wie du ihn im Job steuerst</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julie Simstich]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Jul 2026 14:20:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[ADHS Basics]]></category>
		<category><![CDATA[Für Betroffene]]></category>
		<category><![CDATA[Für Unternehmen]]></category>
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					<description><![CDATA[Sechs Stunden versunken, die Steuererklärung bleibt liegen: Wie du Hyperfokus bei ADHS nutzen kannst, warum er entsteht und sechs Strategien, ihn zu steuern.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<div class="hz-kurz" style="margin:0 0 34px;padding:26px 28px;background:#f0f4fb;border-left:5px solid #d00150;border-radius:10px;">
<p style="margin:0 0 12px;text-transform:uppercase;letter-spacing:.12em;font-size:.72rem;font-weight:700;color:#d00150;">Kurz gefasst</p>
<p style="margin:0 0 10px;color:#4a4a4a;line-height:1.75;">Hyperfokus ist ein Zustand intensiver, oft stundenlanger Konzentration auf eine Sache, die dich fesselt. Der ADHS-Diagnose widerspricht er nicht: Viele Menschen mit ADHS erleben, dass ihre Aufmerksamkeit stark von Interesse, Neuheit und Dringlichkeit abhängt.</p>
<p style="margin:0;color:#4a4a4a;line-height:1.75;">Im Artikel: der Unterschied zu Flow, die zwei Seiten des Hyperfokus und sechs Strategien, um ihn zu steuern.</p>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Du bringst die Steuererklärung seit Wochen nicht übers Herz – aber gestern hast du sechs Stunden am Stück an einem Projekt gesessen, ohne aufzustehen, zu essen oder aufs Handy zu schauen. Willkommen im Hyperfokus. Für viele Menschen mit ADHS ist genau dieser Zustand das größte Missverständnis ihrer Diagnose: Wer sich <em>so</em> tief versenken kann, kann doch kein Aufmerksamkeitsproblem haben – oder?</p>


<style>.hz-toc ol{columns:2;column-gap:36px;margin:0;padding-left:1.3em;line-height:1.9;}.hz-toc li{break-inside:avoid;}@media (max-width:700px){.hz-toc ol{columns:1;}}</style>
<nav class="hz-toc" aria-label="Inhalt" style="margin:0 0 34px;padding:22px 26px;background:#f0f4fb;border-radius:10px;">
<p style="margin:0 0 12px;text-transform:uppercase;letter-spacing:.12em;font-size:.72rem;font-weight:700;color:#d00150;">Inhalt</p>
<ol>
<li><a href="#was-ist-hyperfokus-und-was-dabei-im-gehirn-passiert" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Was ist Hyperfokus – und was dabei im Gehirn passiert</a></li>
<li><a href="#warum-hyperfokus-kein-widerspruch-zu-adhs-ist" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Warum Hyperfokus kein Widerspruch zu ADHS ist</a></li>
<li><a href="#hyperfokus-oder-flow-wo-ist-der-unterschied" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Hyperfokus oder Flow – wo ist der Unterschied?</a></li>
<li><a href="#die-schokoladenseite-wann-hyperfokus-zur-staerke-wird" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Die Schokoladenseite: Wann Hyperfokus zur Stärke wird</a></li>
<li><a href="#die-kehrseite-wenn-hyperfokus-dich-auffrisst" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Die Kehrseite: Wenn Hyperfokus dich auffrisst</a></li>
<li><a href="#sechs-strategien-um-hyperfokus-zu-steuern" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Sechs Strategien, um Hyperfokus zu steuern</a></li>
<li><a href="#hyperfokus-am-arbeitsplatz-was-fuehrungskraefte-davon-haben" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Hyperfokus am Arbeitsplatz – was Führungskräfte davon haben</a></li>
<li><a href="#fazit" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Fazit</a></li>
<li><a href="#haeufige-fragen" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Häufige Fragen</a></li>
<li><a href="#studien-zum-thema" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Studien zum Thema</a></li>
</ol>
</nav>



<h2 class="wp-block-heading" id="was-ist-hyperfokus-und-was-dabei-im-gehirn-passiert">Was ist Hyperfokus – und was dabei im Gehirn passiert</h2>


<p class="wp-block-paragraph">Hyperfokus beschreibt einen Zustand extrem intensiver, oft stundenlanger Konzentration auf eine einzige Sache – meist etwas, das dich fesselt, neu ist oder unter Zeitdruck steht. Die Außenwelt verschwindet, das Zeitgefühl löst sich auf. Wie Hyperfokus im Gehirn entsteht, ist kaum untersucht (<a href="https://doi.org/10.1007/s00426-019-01245-8" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Ashinoff &amp; Abu-Akel, 2021</a>). Eine verbreitete Erklärung setzt beim Botenstoff Dopamin an. Ein einfacher Dopaminmangel ist als Ursache von ADHS aber nicht belegt (<a href="https://doi.org/10.3389/fpsyt.2024.1492126" target="_blank" rel="noreferrer noopener">MacDonald et al., 2024</a>). Viele Betroffene beschreiben, dass ihr Gehirn auf interessant, neu, dringend oder herausfordernd anspringt. „Wichtig“ allein reicht ihm nicht. Ist eine dieser Bedingungen erfüllt, kippt die Aufmerksamkeit vom Nicht-anspringen-Können ins Nicht-mehr-loslassen-Können. Mit Willensstärke hat das wenig zu tun.</p>


<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Der US-Psychiater William Dodson beschreibt das Nervensystem bei ADHS als interessengesteuert. Das ist ein Modell aus seiner Praxis. Empirisch geprüft ist es nicht.</p></blockquote>


<h2 class="wp-block-heading" id="warum-hyperfokus-kein-widerspruch-zu-adhs-ist">Warum Hyperfokus kein Widerspruch zu ADHS ist</h2>


<p class="wp-block-paragraph">ADHS betrifft vor allem die Steuerung der Aufmerksamkeit. Beim Langweiligen fällt es schwer, den Fokus zu halten. Beim Fesselnden fällt es schwer, ihn wieder zu lösen. Beide Extreme sind zwei Seiten derselben Medaille. Deshalb existieren scheinbare Gegensätze nebeneinander – der Zustand, in dem gar nichts geht, und der, in dem nichts anderes mehr zählt. Wie sich die Lähmung anfühlt und was dagegen hilft, liest du in unserem Beitrag zur <a href="https://hirnzigartig.at/adhs-basics/adhs-paralyse/">ADHS-Paralyse</a>.</p>


<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Hyperfokus passt also zu ADHS. Menschen mit mehr ADHS-Symptomen berichten in Befragungen häufiger davon (<a href="https://doi.org/10.1007/s12402-018-0272-y" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Hupfeld et al., 2019</a>).</p></blockquote>


<h2 class="wp-block-heading" id="hyperfokus-oder-flow-wo-ist-der-unterschied">Hyperfokus oder Flow – wo ist der Unterschied?</h2>


<p class="wp-block-paragraph">Flow und Hyperfokus fühlen sich ähnlich an, sind aber nicht dasselbe. Flow ist ein bewusst herbeigeführter, angenehmer Zustand optimaler Herausforderung, aus dem du jederzeit wieder auftauchen kannst. Hyperfokus überkommt dich eher – oft ungeplant, manchmal beim Falschen, und das Herauskommen liegt nicht immer in deiner Hand. Der Unterschied ist also weniger das Gefühl als die <strong>Steuerbarkeit</strong>. Deshalb braucht Hyperfokus einen Rahmen. Erzwingen lässt er sich nicht.</p>


<h2 class="wp-block-heading" id="die-schokoladenseite-wann-hyperfokus-zur-staerke-wird">Die Schokoladenseite: Wann Hyperfokus zur Stärke wird</h2>


<p class="wp-block-paragraph">Im Hyperfokus entsteht, wovon viele nur träumen: echtes Deep Work. Komplexe Probleme werden in einem Rutsch gelöst, kreative Durchbrüche passieren, in wenigen Stunden entsteht mehr als bei anderen an einem ganzen Tag. Gut gelenkt kann Hyperfokus zur Stärke werden. Das gilt besonders in Berufen, die Tiefe, Genauigkeit oder schnelle Einarbeitung verlangen.</p>


<h2 class="wp-block-heading" id="die-kehrseite-wenn-hyperfokus-dich-auffrisst">Die Kehrseite: Wenn Hyperfokus dich auffrisst</h2>


<p class="wp-block-paragraph">Der Preis ist Kontrollverlust. Zeitblindheit lässt Stunden verschwinden, Mahlzeiten, Pausen und Termine geraten in Vergessenheit, und das Herauskommen fühlt sich an wie ein abrupter Sturz. Besonders tückisch: Der Fokus sucht sich nicht immer das Wichtige aus. Manchmal frisst er sich in ein Nebenthema, ein Spiel oder einen Social-Media-Strudel – während die eigentliche Aufgabe liegen bleibt. Und nach dem Hoch folgt oft tiefe Erschöpfung.</p>


<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="902" height="1024" src="https://hirnzigartig.at/wp-content/uploads/2026/10/hyperfokus-steuern-strategien-hirnzigartig-902x1024.jpg" alt="Sechs nummerierte Strategien, um Hyperfokus bei ADHS zu steuern, dazu drei Hebel für Führungskräfte und die typischen Risiken des Hyperfokus." class="wp-image-5511" srcset="https://hirnzigartig.at/wp-content/uploads/2026/10/hyperfokus-steuern-strategien-hirnzigartig-902x1024.jpg 902w, https://hirnzigartig.at/wp-content/uploads/2026/10/hyperfokus-steuern-strategien-hirnzigartig-264x300.jpg 264w, https://hirnzigartig.at/wp-content/uploads/2026/10/hyperfokus-steuern-strategien-hirnzigartig-768x872.jpg 768w, https://hirnzigartig.at/wp-content/uploads/2026/10/hyperfokus-steuern-strategien-hirnzigartig.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 902px) 100vw, 902px" /></figure>



<h2 class="wp-block-heading" id="sechs-strategien-um-hyperfokus-zu-steuern">Sechs Strategien, um Hyperfokus zu steuern</h2>


<p class="wp-block-paragraph">Das Ziel ist nicht, Hyperfokus abzuschalten – sondern ihn zu lenken:</p>


<ol class="wp-block-list">
<li><strong>Externe Reißleinen.</strong> Wecker und Alarme holen dich raus, wenn dein Zeitgefühl es nicht schafft. Am besten außer Reichweite, damit du aufstehen musst.</li>
<li><strong>Umgebung bewusst gestalten.</strong> Reize, die dich aus der Spur werfen, minimieren – wie es dein Gehirn wirklich braucht, zeigt unser Beitrag zur <a href="https://hirnzigartig.at/adhs-berufsleben/neuro-ergonomie-warum-dein-gehirn-einen-besseren-arbeitsplatz-verdient/">Neuro-Ergonomie</a>.</li>
<li><strong>Wichtige Aufgaben „interessant machen“.</strong> Deadlines, Gamification, Musik oder Body Doubling machen eine Aufgabe reizvoller und erleichtern so den Einstieg.</li>
<li><strong>Übergänge planen.</strong> Baue nach Hyperfokus-Blöcken bewusst Puffer ein – für Essen, Bewegung und den nächsten Schritt.</li>
<li><strong>Grundbedürfnisse absichern.</strong> Wasser, Snack und ein Timer griffbereit, <em>bevor</em> du eintauchst.</li>
<li><strong>Hyperfokus einplanen statt bekämpfen.</strong> Lege anspruchsvolle Arbeit in die Zeitfenster, in denen du erfahrungsgemäß am leichtesten hineinkippst.</li>
</ol>


<h2 class="wp-block-heading" id="hyperfokus-am-arbeitsplatz-was-fuehrungskraefte-davon-haben">Hyperfokus am Arbeitsplatz – was Führungskräfte davon haben</h2>


<p class="wp-block-paragraph">Für Unternehmen ist Hyperfokus ein unterschätztes Asset – wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Drei Hebel machen den Unterschied: Aufgaben nach <em>Interesse und Stärke</em> zuteilen statt nur nach Verfügbarkeit; <em>Deep-Work-Blöcke schützen</em> (keine Dauer-Erreichbarkeit, keine Meeting-Fragmentierung); und die „Aus“-Phasen als Teil desselben Systems verstehen. Wer den Unterschied zwischen einer echten Stärke und einer bloßen Kompetenz verstehen will, findet ihn in unserem Beitrag zu <a href="https://hirnzigartig.at/adhs-berufsleben/via-charakterstaerken-adhs-autismus-staerke-kompetenz/">Charakterstärken bei ADHS und Autismus</a>. Wie Führung das konkret umsetzt, zeigen wir unter <a href="https://hirnzigartig.at/neuroinklusiv-fuehren/">neuroinklusiv führen</a>.</p>


<h2 class="wp-block-heading" id="fazit">Fazit</h2>


<p class="wp-block-paragraph">Hyperfokus ist weder Faulheitsbeweis noch Wundermittel, sondern Ausdruck eines anders funktionierenden Gehirns. Wer lernt, ihn zu lenken – und wer in einem Umfeld arbeitet, das ihn zulässt statt ihn zu verlangen –, gewinnt eine seltene Fähigkeit: sich vollständig einer Sache hinzugeben. Der Rest ist eine Frage der Rahmenbedingungen.</p>


<div class="wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex">
<div class="wp-block-button"><a class="wp-block-button__link has-background" style="border-radius:4px;background-color:#d00150" href="https://hirnzigartig.at/ueber/#kontakt">Erstgespräch anfragen →</a></div>
</div>



<div style="max-width:820px;margin:2.5rem auto 0;padding:0 1rem;">
<h2 style="color:#002f6c;font-size:1.7rem;font-weight:700;margin-bottom:1rem;" id="haeufige-fragen">Häufige Fragen</h2>
<details style="border:1px solid #e5e7eb;border-radius:8px;padding:1rem 1.2rem;margin-bottom:0.6rem;"><summary style="font-weight:600;cursor:pointer;font-size:0.97rem;color:#002f6c;">Ist Hyperfokus ein offizielles ADHS-Symptom?</summary><p style="margin-top:0.8rem;font-size:0.9rem;color:#444;line-height:1.6;">Nein. Hyperfokus steht nicht als eigenes Kriterium im DSM-5. Erwachsene mit mehr ADHS-Symptomen berichten in Befragungen häufiger davon (<a href="https://doi.org/10.1007/s12402-018-0272-y" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Hupfeld et al., 2019</a>). Erforscht ist das Phänomen bisher wenig, eine einheitliche Definition fehlt (<a href="https://doi.org/10.1007/s00426-019-01245-8" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Ashinoff &amp; Abu-Akel, 2021</a>).</p></details>
<details style="border:1px solid #e5e7eb;border-radius:8px;padding:1rem 1.2rem;margin-bottom:0.6rem;"><summary style="font-weight:600;cursor:pointer;font-size:0.97rem;color:#002f6c;">Haben nur Menschen mit ADHS Hyperfokus?</summary><p style="margin-top:0.8rem;font-size:0.9rem;color:#444;line-height:1.6;">Nein. Auch neurotypische Menschen können sich vertiefen. Menschen mit ADHS berichten in Befragungen häufiger davon als Menschen ohne ADHS (<a href="https://doi.org/10.1007/s12402-018-0272-y" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Hupfeld et al., 2019</a>). Für Autismus gibt es vor allem Erfahrungsberichte, Studien dazu fehlen weitgehend (<a href="https://doi.org/10.1007/s00426-019-01245-8" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Ashinoff &amp; Abu-Akel, 2021</a>).</p></details>
<details style="border:1px solid #e5e7eb;border-radius:8px;padding:1rem 1.2rem;margin-bottom:0.6rem;"><summary style="font-weight:600;cursor:pointer;font-size:0.97rem;color:#002f6c;">Ist Hyperfokus dasselbe wie Flow?</summary><p style="margin-top:0.8rem;font-size:0.9rem;color:#444;line-height:1.6;">Nein. Flow ist ein steuerbarer, angenehmer Zustand, aus dem man leicht wieder auftaucht. Hyperfokus überkommt einen eher und lässt sich schwerer gezielt beenden.</p></details>
<details style="border:1px solid #e5e7eb;border-radius:8px;padding:1rem 1.2rem;margin-bottom:0.6rem;"><summary style="font-weight:600;cursor:pointer;font-size:0.97rem;color:#002f6c;">Wie komme ich aus dem Hyperfokus wieder heraus?</summary><p style="margin-top:0.8rem;font-size:0.9rem;color:#444;line-height:1.6;">Externe Reißleinen wie ein Wecker außer Reichweite, fest geplante Übergänge und vorbereitete Grundbedürfnisse (Wasser, Snack, Timer) helfen, den Ausstieg zu schaffen.</p></details>
<details style="border:1px solid #e5e7eb;border-radius:8px;padding:1rem 1.2rem;margin-bottom:0.6rem;"><summary style="font-weight:600;cursor:pointer;font-size:0.97rem;color:#002f6c;">Kann man Hyperfokus gezielt auslösen?</summary><p style="margin-top:0.8rem;font-size:0.9rem;color:#444;line-height:1.6;">Nur bedingt. Interesse, Neuheit, Dringlichkeit und Herausforderung erhöhen die Wahrscheinlichkeit deutlich – erzwingen lässt sich Hyperfokus aber nicht.</p></details>
</div>



<script type="application/ld+json">{"@context":"https://schema.org","@type":"FAQPage","mainEntity":[{"@type":"Question","name":"Ist Hyperfokus ein offizielles ADHS-Symptom?","acceptedAnswer":{"@type":"Answer","text":"Nein. Hyperfokus steht nicht als eigenes Kriterium im DSM-5. Erwachsene mit mehr ADHS-Symptomen berichten in Befragungen häufiger davon (Hupfeld et al., 2019). Erforscht ist das Phänomen bisher wenig, eine einheitliche Definition fehlt (Ashinoff & Abu-Akel, 2021)."}},{"@type":"Question","name":"Haben nur Menschen mit ADHS Hyperfokus?","acceptedAnswer":{"@type":"Answer","text":"Nein. Auch neurotypische Menschen können sich vertiefen. Menschen mit ADHS berichten in Befragungen häufiger davon als Menschen ohne ADHS (Hupfeld et al., 2019). Für Autismus gibt es vor allem Erfahrungsberichte, Studien dazu fehlen weitgehend (Ashinoff & Abu-Akel, 2021)."}},{"@type":"Question","name":"Ist Hyperfokus dasselbe wie Flow?","acceptedAnswer":{"@type":"Answer","text":"Nein. Flow ist ein steuerbarer, angenehmer Zustand, aus dem man leicht wieder auftaucht. Hyperfokus überkommt einen eher und lässt sich schwerer gezielt beenden."}},{"@type":"Question","name":"Wie komme ich aus dem Hyperfokus wieder heraus?","acceptedAnswer":{"@type":"Answer","text":"Externe Reißleinen wie ein Wecker außer Reichweite, fest geplante Übergänge und vorbereitete Grundbedürfnisse (Wasser, Snack, Timer) helfen, den Ausstieg zu schaffen."}},{"@type":"Question","name":"Kann man Hyperfokus gezielt auslösen?","acceptedAnswer":{"@type":"Answer","text":"Nur bedingt. Interesse, Neuheit, Dringlichkeit und Herausforderung erhöhen die Wahrscheinlichkeit deutlich – erzwingen lässt sich Hyperfokus aber nicht."}}]}</script>



<h2 class="wp-block-heading" id="studien-zum-thema">Studien zum Thema</h2>
<ul>
<li>Hupfeld, K. E., Abagis, T. R. &amp; Shah, P. (2019). <a href="https://doi.org/10.1007/s12402-018-0272-y" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Living “in the zone”: hyperfocus in adult ADHD</a>. ADHD Attention Deficit and Hyperactivity Disorders, 11, 191–208.</li>
<li>Ashinoff, B. K. &amp; Abu-Akel, A. (2021). <a href="https://doi.org/10.1007/s00426-019-01245-8" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Hyperfocus: the forgotten frontier of attention</a>. Psychological Research, 85, 1–19.</li>
<li>Groen, Y. et al. (2020). <a href="https://doi.org/10.1016/j.ridd.2020.103789" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Testing the relation between ADHD and hyperfocus experiences</a>. Research in Developmental Disabilities, 107, 103789.</li>
<li>Grotewiel, M. M. et al. (2022). <a href="https://doi.org/10.1007/s12144-021-02539-0" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Experiences of hyperfocus and flow in college students with and without ADHD</a>. Current Psychology.</li>
</ul>



<div class="hz-related" style="margin:28px 0 0;padding:22px 26px;background:#f0f4fb;border-radius:10px;">
<p style="margin:0 0 12px;text-transform:uppercase;letter-spacing:.12em;font-size:.72rem;font-weight:700;color:#d00150;">Zum Weiterlesen</p>
<ul style="margin:0;padding-left:1.2em;line-height:1.9;">
<li><a href="https://hirnzigartig.at/adhs-basics/adhs-hyperfokus/" style="color:#002f6c;font-weight:600;">ADHS Hyperfokus vs. Flow: Der Unterschied</a></li>
<li><a href="https://hirnzigartig.at/adhs-basics/hyperfokus-gehirngerecht-steuern/" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Hyperfokus und Streufokus bei ADHS steuern</a></li>
<li><a href="https://hirnzigartig.at/adhs-basics/was-ist-bionic-reading/" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Bionic Reading: Was die Forschung sagt</a></li>
</ul>
</div>



<style>.hz-author-box{display:flex;gap:18px;align-items:center;margin:44px 0 8px;padding:22px 24px;background:#f4f7fc;border:1px solid #e6e9f2;border-left:4px solid #d00150;border-radius:10px}.hz-ab-avatar{width:76px;height:76px;flex:none;border-radius:50%;object-fit:cover;object-position:42% 28%;border:3px solid #fff;box-shadow:0 2px 8px rgba(0,47,108,.15)}.hz-ab-body{font-size:.95rem;line-height:1.6;color:#4a4a4a}.hz-ab-check{display:inline-flex;align-items:center;gap:6px;font-weight:700;color:#002f6c;font-size:.9rem;margin-bottom:6px}.hz-ab-name{font-weight:700;color:#002f6c}.hz-author-box a{color:#d00150;font-weight:600;text-decoration:none}</style>
<div class="hz-author-box"><img decoding="async" class="hz-ab-avatar" src="https://hirnzigartig.at/wp-content/uploads/2025/11/Julie-Stuhl-mit-Hintergrund-2-3-e1762877972844-768x512.jpg" alt="Julie Simstich" width="76" height="76" loading="lazy"><div class="hz-ab-body"><div class="hz-ab-check"><svg width="18" height="18" viewBox="0 0 24 24" fill="none"><path d="M20 6 9 17l-5-5" stroke="#d00150" stroke-width="3" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round"/></svg>Fachlich geprüft von Julie Simstich</div><p style="margin:0"><span class="hz-ab-name">Julie Simstich</span> – Arbeits- &amp; klinische Psychologin (in Fachausbildung), Organisationssoziologin, TEDx-Speakerin, WKO/UBIT Expert Group Human Resources (Steiermark). Sie begleitet Unternehmen bei Neuroinklusion und arbeitet klinisch am PSY2 Institut Gleisdorf. <a href="https://hirnzigartig.at/ueber/">Mehr über Julie →</a> · <a href="https://www.linkedin.com/in/julie-simstich/" target="_blank" rel="noopener">LinkedIn</a></p></div></div>
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			</item>
		<item>
		<title>Unqualifizierte ADHS-Coaches: Woran du seriöse Hilfe erkennst</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julie Simstich]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Jul 2026 07:30:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[ADHS Basics]]></category>
		<category><![CDATA[Podcast]]></category>
		<category><![CDATA[Für Betroffene]]></category>
		<category><![CDATA[Für Unternehmen]]></category>
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					<description><![CDATA[Vier Wochen Online-Kurs, fertig ist der ADHS-Coach? Warum unqualifizierte Coaches allen schaden, was Alibi-Coaching im Unternehmen anrichtet und woran du seriöse Unterstützung erkennst.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<div class="hz-kurz" style="margin:0 0 34px;padding:26px 28px;background:#f0f4fb;border-left:5px solid #d00150;border-radius:10px;">
<p style="margin:0 0 12px;text-transform:uppercase;letter-spacing:.12em;font-size:.72rem;font-weight:700;color:#d00150;">Kurz gefasst</p>
<p style="margin:0 0 10px;color:#4a4a4a;line-height:1.75;">Der Markt für ADHS-Coaching wächst schnell, die Qualifikation dahinter schwankt stark.</p>
<p style="margin:0;color:#4a4a4a;line-height:1.75;">Im Artikel: warum Kurz-Zertifikate und Supplement-Versprechen schaden, was Alibi-Coaching im Unternehmen anrichtet und eine Checkliste für seriöse Unterstützung.</p>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Vier Wochen Online-Kurs, ein Zertifikat, fertig ist der ADHS-Coach. Der Markt rund um Neurodivergenz boomt – und mit ihm die Zahl derer, die ohne fundierte Ausbildung Menschen mit ADHS und Autismus „behandeln&#8220;. In dieser Podcastfolge sprechen Julie und Walter Klartext: warum <strong>unqualifizierte ADHS-Coaches</strong> allen schaden, woran du seriöse Unterstützung erkennst und warum Coaching im Unternehmen manchmal nur ein Alibi ist.</p>



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<style>.hz-toc ol{columns:2;column-gap:36px;margin:0;padding-left:1.3em;line-height:1.9;}.hz-toc li{break-inside:avoid;}@media (max-width:700px){.hz-toc ol{columns:1;}}</style>
<nav class="hz-toc" aria-label="Inhalt" style="margin:0 0 34px;padding:22px 26px;background:#f0f4fb;border-radius:10px;">
<p style="margin:0 0 12px;text-transform:uppercase;letter-spacing:.12em;font-size:.72rem;font-weight:700;color:#d00150;">Inhalt</p>
<ol>
<li><a href="#warum-boomt-der-adhs-coaching-markt-ueberhaupt" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Warum boomt der ADHS-Coaching-Markt überhaupt?</a></li>
<li><a href="#das-problem-mit-den-4-wochen-zertifikaten" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Das Problem mit den 4-Wochen-Zertifikaten</a></li>
<li><a href="#alibi-coaching-im-unternehmen-der-fisch-im-vergifteten-wasse" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Alibi-Coaching im Unternehmen: Der Fisch im vergifteten Wasser</a></li>
<li><a href="#supplements-promo-codes-und-selbsternannte-expert-innen" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Supplements, Promo-Codes und selbsternannte Expert:innen</a></li>
<li><a href="#checkliste-woran-du-serioese-adhs-unterstuetzung-erkennst" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Checkliste: Woran du seriöse ADHS-Unterstützung erkennst</a></li>
<li><a href="#faq-adhs-coaching" style="color:#002f6c;font-weight:600;">FAQ: ADHS-Coaching</a></li>
<li><a href="#fazit-weniger-bullshit-mehr-struktur" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Fazit: Weniger Bullshit, mehr Struktur</a></li>
</ol>
</nav>



<h2 class="wp-block-heading" id="warum-boomt-der-adhs-coaching-markt-ueberhaupt">Warum boomt der ADHS-Coaching-Markt überhaupt?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">ADHS ist im Mainstream angekommen – prominente Outings wie das von Heidi Klum können helfen, das Stigma abzubauen. Klum sprach 2026 in einem Interview mit dem Magazin Glamour über ihre ADHS-Diagnose (<a href="https://www.blick.ch/people-tv/international/heidi-klum-verraet-adhs-ist-meine-superpower-id21777315.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Blick, 2026</a>). Das ist grundsätzlich gut. Es hat aber eine Schattenseite: Wer als erfolgreiche Person mit Assistenzteam öffentlich von der „Superpower ADHS&#8220; erzählt, verstärkt bei Betroffenen, die gerade an der Steuererklärung oder der nächsten Mahnung scheitern, eher das Gefühl der eigenen Unzulänglichkeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der zweite Treiber ist eine Versorgungslücke: Psychotherapie und klinisch-psychologische Behandlung sind schwer verfügbar, mit Wartezeiten und Stigma verbunden. Viele Betroffene weichen deshalb in den unregulierten „zweiten Markt&#8220; aus – wo Angebot und Qualität weit auseinanderklaffen.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="das-problem-mit-den-4-wochen-zertifikaten">Das Problem mit den 4-Wochen-Zertifikaten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Österreich ist die Lage vergleichsweise streng: Coaching gegen Bezahlung ist an reglementierte Gewerbe wie die Lebens- und Sozialberatung oder die Unternehmensberatung gebunden – beides Ausbildungen mit hohen Qualitätsstandards. In Deutschland dagegen darf sich grundsätzlich jede Person „Coach&#8220; nennen. Genau dort blühen Geschäftsmodelle, die gleich doppelt verkaufen: erst die „Heilung&#8220;, dann die Coaching-Ausbildung als eigenes Business obendrauf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Warum das gefährlich ist? Wegen der Komorbiditäten. Menschen mit ADHS und Autismus haben häufiger Begleiterkrankungen wie Depressionen und Angststörungen. Bei Erwachsenen mit ADHS liegen die Raten für Depression je nach Studie zwischen 19 und 53 Prozent, für Angststörungen bei bis zu 50 Prozent (<a href="https://doi.org/10.1186/s12888-017-1463-3" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Katzman et al., 2017</a>). Eine Metaanalyse über 96 Studien fand bei autistischen Menschen in 20 Prozent der Fälle eine Angststörung und in 11 Prozent eine Depression (<a href="https://doi.org/10.1016/S2215-0366%2819%2930289-5" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Lai et al., 2019</a>). Eine mögliche Erklärung sind jahrelange Misserfolgserfahrungen und ein angeschlagener Selbstwert. Wer als Coach nicht erkennt, dass aus dem „ADHS-Thema&#8220; längst eine behandlungsbedürftige Depression oder Suizidalität geworden ist, gefährdet Menschen. Seriöse Begleitung heißt: die eigene Kompetenzgrenze kennen und rechtzeitig an Fachpersonal weiterverweisen – auch wenn das Umsatz kostet.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="alibi-coaching-im-unternehmen-der-fisch-im-vergifteten-wasse">Alibi-Coaching im Unternehmen: Der Fisch im vergifteten Wasser</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Unternehmen tappen in die Falle: Ein Mitarbeiter mit ADHS „performt nicht&#8220;, also bekommt er ein Coaching verordnet – und wenn es nicht hilft, hat man ja „alles versucht&#8220;. Julies Bild dazu: Das ist, als würde man einem Fisch im vergifteten Wasser zurufen, er solle seine Flossen besser bewegen. Systemisch betrachtet ist so ein Coaching oft eine Stabilisierungsstrategie des Systems – die Verantwortung wird auf das Individuum verschoben, damit Strukturen und Prozesse nicht angetastet werden müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Walters Fazit dazu ist deutlich: <em>„Individuelle Optimierung heilt kein krankes System.&#8220;</em> Echte Neuroinklusion bedeutet, das Umfeld anzupassen – Strukturen, Kommunikation, Führung – statt am einzelnen Menschen herumzudoktern. Wie das konkret aussieht, haben wir mit Psychotherapeutin Ursula Guth besprochen: <a href="https://hirnzigartig.at/neuroinklusion/autismus-adhs-im-job-eigenverantwortung-fuehrung-ursula-guth/">Autismus und ADHS im Job: Wie viel Eigenverantwortung ist fair?</a></p>



<h2 class="wp-block-heading" id="supplements-promo-codes-und-selbsternannte-expert-innen">Supplements, Promo-Codes und selbsternannte Expert:innen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zum unseriösen Markt gehört auch die Supplement-Szene: Vitamin D, Omega 3 und ein Promo-Code als angebliche ADHS-Lösung. Das perfide daran: Wirkt es nicht, war die Dosierung „zu niedrig&#8220; oder man hat „nicht genug gewollt&#8220; – die Schuld landet wieder bei den Betroffenen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und schließlich: Betroffenheit ersetzt keine Fachausbildung. Wer ein autistisches Kind großzieht, ist Expertin für dieses eine Kind – und hat sich oft beeindruckend tief eingearbeitet. Aber wie Walter es formuliert: <em>„Ich fahre Auto, aber ich bin noch kein Mechaniker.&#8220;</em> Unternehmen, die Beratung zu Neurodivergenz einkaufen, sollten auf nachweisbare Qualifikation achten – zum Schutz ihrer Mitarbeitenden.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="checkliste-woran-du-serioese-adhs-unterstuetzung-erkennst">Checkliste: Woran du seriöse ADHS-Unterstützung erkennst</h2>



<ol class="wp-block-list">
<li><strong>Nachweisbare, mehrjährige Qualifikation:</strong> Psychologie, Psychotherapie, klinische Ausbildung oder (in Österreich) Lebens- und Sozialberatung – kein 4-Wochen-Online-Zertifikat.</li>



<li><strong>Klare Kompetenzgrenzen:</strong> Seriöse Coaches sagen offen, was sie nicht behandeln dürfen – und verweisen bei Depression, Angststörungen oder Krisen aktiv an Fachpersonal weiter.</li>



<li><strong>Keine Heilversprechen:</strong> ADHS „wegcoachen&#8220; kann niemand. Realistisch sind Selbstmanagement, Selbstakzeptanz und passende Strategien.</li>



<li><strong>Keine Produktverkäufe:</strong> Wer dir zur Diagnose gleich Supplements mit Promo-Code verkauft, verdient an deiner Hoffnung, nicht an deiner Besserung.</li>



<li><strong>Systemblick statt Individualisierung:</strong> Gute Begleitung im Unternehmenskontext fragt auch nach Strukturen, Führung und Arbeitsumgebung – nicht nur, was „mit dir nicht stimmt&#8220;.</li>
</ol>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="918" src="https://hirnzigartig.at/wp-content/uploads/2026/10/checkliste-serioeses-adhs-coaching-hirnzigartig-1024x918.jpg" alt="Checkliste mit sechs Kriterien, an denen HR seriöse ADHS-Unterstützung erkennt, von nachweisbarer Qualifikation bis zum Vorrang von Strukturen vor Coaching." class="wp-image-5503" srcset="https://hirnzigartig.at/wp-content/uploads/2026/10/checkliste-serioeses-adhs-coaching-hirnzigartig-1024x918.jpg 1024w, https://hirnzigartig.at/wp-content/uploads/2026/10/checkliste-serioeses-adhs-coaching-hirnzigartig-300x269.jpg 300w, https://hirnzigartig.at/wp-content/uploads/2026/10/checkliste-serioeses-adhs-coaching-hirnzigartig-768x689.jpg 768w, https://hirnzigartig.at/wp-content/uploads/2026/10/checkliste-serioeses-adhs-coaching-hirnzigartig.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<h2 class="wp-block-heading" id="faq-adhs-coaching">FAQ: ADHS-Coaching</h2>



<h3 class="wp-block-heading">Ist ADHS-Coaching grundsätzlich sinnlos?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Nein. Bei Selbstmanagement, Selbstwert und Alltagsstrategien kann qualifiziertes Coaching sehr wirksam sein. Kritisch wird es, wenn Coaches ohne klinische Kompetenz Begleiterkrankungen übersehen oder behandeln, die in fachliche Hände gehören.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Darf sich in Österreich jeder „ADHS-Coach&#8220; nennen?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Coaching gegen Entgelt ist in Österreich an reglementierte Gewerbe gebunden – etwa die Lebens- und Sozialberatung oder die Unternehmensberatung. In Deutschland ist „Coach&#8220; dagegen keine geschützte Bezeichnung.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Sollten Unternehmen Coaches für neurodivergente Mitarbeitende engagieren?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Erst die Strukturen, dann das Coaching: Klare Kommunikation, angepasste Arbeitsumgebungen und geschulte Führungskräfte bringen mehr als individuelle „Optimierung&#8220;. Wenn Beratung, dann mit nachweisbarer Fachqualifikation.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="fazit-weniger-bullshit-mehr-struktur">Fazit: Weniger Bullshit, mehr Struktur</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Appell der Folge in einem Satz: weniger Zertifikats-Coaching und Supplement-Versprechen, mehr Strukturen und Werkzeuge, die allen zugutekommen. Wenn du wissen willst, ob hinter deinen Schwierigkeiten wirklich ADHS steckt, hilft eine fundierte Diagnostik – nicht ChatGPT und kein Instagram-Reel. Mehr dazu in unserem Beitrag <a href="https://hirnzigartig.at/adhs-basics/hat-jetzt-jeder-adhs-10-wissenschaftliche-antworten/">Hat jetzt jeder ADHS? 10 wissenschaftliche Antworten</a>. Und wenn du qualifizierte Begleitung suchst: Julie arbeitet als Arbeitspsychologin und klinische Psychologin in Fachausbildung – alle Infos zum <a href="https://hirnzigartig.at/adhs-coaching/">ADHS-Coaching in Graz</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://open.spotify.com/show/7mX87MlfRph4Qmf5d5kgU9" target="_blank" rel="noopener"><strong>Abonniere den Hirnzigartig-Podcast auf Spotify</strong></a> – und wenn du anderer Meinung bist: Wir laden gerne Gäste ein. Schreib uns an hallo@hirnzigartig.at.</p>



<div class="hz-related" style="margin:28px 0 0;padding:22px 26px;background:#f0f4fb;border-radius:10px;">
<p style="margin:0 0 12px;text-transform:uppercase;letter-spacing:.12em;font-size:.72rem;font-weight:700;color:#d00150;">Zum Weiterlesen</p>
<ul style="margin:0;padding-left:1.2em;line-height:1.9;">
<li><a href="https://hirnzigartig.at/adhs-basics/3-echte-adhs-testverfahren-habe-ich-adhs/" style="color:#002f6c;font-weight:600;">ADHS-Test: 3 offizielle Testverfahren</a></li>
<li><a href="https://hirnzigartig.at/adhs-basics/hat-jetzt-jeder-adhs-10-wissenschaftliche-antworten/" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Hat jetzt jede:r ADHS? Was die Forschung sagt</a></li>
<li><a href="https://hirnzigartig.at/adhs-basics/5-adhs-tipps/" style="color:#002f6c;font-weight:600;">5 ADHS-Tipps für Erwachsene nach der Diagnose</a></li>
</ul>
</div>



<p class="hz-cta" style="margin:28px 0 0;padding:22px 26px;background:#002f6c;border-radius:10px;color:#dbe4f2;line-height:1.75;">Für dich persönlich gibt es das <a href="https://hirnzigartig.at/adhs-coaching/" style="color:#fff;font-weight:600;">ADHS-Coaching</a>, für Teams und Führungskräfte <a href="https://hirnzigartig.at/neuroinklusion-unternehmen/" style="color:#fff;font-weight:600;">Neuroinklusion für Unternehmen</a>. <a href="https://hirnzigartig.at/ueber/" style="color:#fff;font-weight:700;text-decoration:underline;">Erstgespräch anfragen →</a></p>



<script type="application/ld+json">{"@context":"https://schema.org","@type":"FAQPage","@id":"https://hirnzigartig.at/adhs-basics/adhs-coach-serioes-erkennen-unqualifizierte-coaches/#faq","mainEntity":[{"@type":"Question","name":"Ist ADHS-Coaching grundsätzlich sinnlos?","acceptedAnswer":{"@type":"Answer","text":"Nein. Bei Selbstmanagement, Selbstwert und Alltagsstrategien kann qualifiziertes Coaching sehr wirksam sein. Kritisch wird es, wenn Coaches ohne klinische Kompetenz Begleiterkrankungen übersehen oder behandeln, die in fachliche Hände gehören."}},{"@type":"Question","name":"Darf sich in Österreich jeder „ADHS-Coach\" nennen?","acceptedAnswer":{"@type":"Answer","text":"Coaching gegen Entgelt ist in Österreich an reglementierte Gewerbe gebunden – etwa die Lebens- und Sozialberatung oder die Unternehmensberatung. In Deutschland ist „Coach\" dagegen keine geschützte Bezeichnung."}},{"@type":"Question","name":"Sollten Unternehmen Coaches für neurodivergente Mitarbeitende engagieren?","acceptedAnswer":{"@type":"Answer","text":"Erst die Strukturen, dann das Coaching: Klare Kommunikation, angepasste Arbeitsumgebungen und geschulte Führungskräfte bringen mehr als individuelle „Optimierung\". Wenn Beratung, dann mit nachweisbarer Fachqualifikation."}}]}</script>



<style>.hz-author-box{display:flex;gap:18px;align-items:center;margin:44px 0 8px;padding:22px 24px;background:#f4f7fc;border:1px solid #e6e9f2;border-left:4px solid #d00150;border-radius:10px}.hz-ab-avatar{width:76px;height:76px;flex:none;border-radius:50%;object-fit:cover;object-position:42% 28%;border:3px solid #fff;box-shadow:0 2px 8px rgba(0,47,108,.15)}.hz-ab-body{font-size:.95rem;line-height:1.6;color:#4a4a4a}.hz-ab-check{display:inline-flex;align-items:center;gap:6px;font-weight:700;color:#002f6c;font-size:.9rem;margin-bottom:6px}.hz-ab-name{font-weight:700;color:#002f6c}.hz-author-box a{color:#d00150;font-weight:600;text-decoration:none}</style>
<div class="hz-author-box"><img decoding="async" class="hz-ab-avatar" src="https://hirnzigartig.at/wp-content/uploads/2025/11/Julie-Stuhl-mit-Hintergrund-2-3-e1762877972844-768x512.jpg" alt="Julie Simstich" width="76" height="76" loading="lazy"><div class="hz-ab-body"><div class="hz-ab-check"><svg width="18" height="18" viewBox="0 0 24 24" fill="none"><path d="M20 6 9 17l-5-5" stroke="#d00150" stroke-width="3" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round"/></svg>Fachlich geprüft von Julie Simstich</div><p style="margin:0"><span class="hz-ab-name">Julie Simstich</span> – Arbeits- &amp; klinische Psychologin (in Fachausbildung), Organisationssoziologin, TEDx-Speakerin, WKO/UBIT Expert Group Human Resources (Steiermark). Sie begleitet Unternehmen bei Neuroinklusion und arbeitet klinisch am PSY2 Institut Gleisdorf. <a href="https://hirnzigartig.at/ueber/">Mehr über Julie →</a> · <a href="https://www.linkedin.com/in/julie-simstich/" target="_blank" rel="noopener">LinkedIn</a></p></div></div>
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		<item>
		<title>Fidget Toys bei ADHS: Was sie wirklich bringen – und was nicht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julie Simstich]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Jul 2026 07:22:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[ADHS Basics]]></category>
		<category><![CDATA[Podcast]]></category>
		<category><![CDATA[Für Betroffene]]></category>
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					<description><![CDATA[Helfen Fidget Toys wirklich bei Konzentration und Stress? Wir haben 14 Studien ausgewertet: kein Konzentrations-Booster, aber ein echter Entspannungshelfer. Mit Podcast-Folge und Quellen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<div class="hz-kurz" style="margin:0 0 34px;padding:26px 28px;background:#f0f4fb;border-left:5px solid #d00150;border-radius:10px;">
<p style="margin:0 0 12px;text-transform:uppercase;letter-spacing:.12em;font-size:.72rem;font-weight:700;color:#d00150;">Kurz gefasst</p>
<p style="margin:0 0 10px;color:#4a4a4a;line-height:1.75;">Fidget Toys verbessern die Konzentration laut Studienlage nicht. Für Stressabbau und Beruhigung gibt es erste Hinweise, etwa als Ablenkung bei einer Spritze. Belastbar belegt ist das bisher nicht.</p>
<p style="margin:0;color:#4a4a4a;line-height:1.75;">Der Artikel fasst 14 Quellen zusammen, erklärt, warum sich Fidgeten trotzdem hilfreich anfühlt, und gibt Tipps für Alltag, Büro und Schule.</p>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">„Es hilft mir, mich zu konzentrieren&#8220; – das sagen unzählige Menschen mit ADHS über ihre Fidget Toys. Die Studienlage sagt: leider nein. Zumindest nicht bei der Konzentration. Bei der Beruhigung gibt es erste positive Hinweise. In unserer neuen Podcastfolge räumen Julie und Walter mit Mythen auf – wissenschaftlich fundiert und mit einer Kiste voller <strong>Fidget Toys</strong> vor der Kamera.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Folge gibt es auch als Video – und weil wir jede Menge Fidget Toys in die Kamera halten, lohnt sich das Anschauen besonders:</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe loading="lazy" title="Fidget Toys: Helfen sie wirklich bei Konzentration und Stress?" width="1200" height="675" src="https://www.youtube.com/embed/PEs7jvf73Hg?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
</div></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Oder zum Anhören auf Spotify:</p>



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<iframe title="Spotify Embed: Fidget Toys - Helfen sie wirklich bei Konzentration und Stress" style="border-radius: 12px" width="100%" height="152" frameborder="0" allowfullscreen allow="autoplay; clipboard-write; encrypted-media; fullscreen; picture-in-picture" loading="lazy" src="https://open.spotify.com/embed/episode/7LTtaCP6BsfHwlR4k6ld5c?utm_source=oembed"></iframe>
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<style>.hz-toc ol{columns:2;column-gap:36px;margin:0;padding-left:1.3em;line-height:1.9;}.hz-toc li{break-inside:avoid;}@media (max-width:700px){.hz-toc ol{columns:1;}}</style>
<nav class="hz-toc" aria-label="Inhalt" style="margin:0 0 34px;padding:22px 26px;background:#f0f4fb;border-radius:10px;">
<p style="margin:0 0 12px;text-transform:uppercase;letter-spacing:.12em;font-size:.72rem;font-weight:700;color:#d00150;">Inhalt</p>
<ol>
<li><a href="#fidget-toys-und-konzentration-was-die-studien-wirklich-zeige" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Fidget Toys und Konzentration: Was die Studien wirklich zeigen</a></li>
<li><a href="#wo-fidget-toys-tatsaechlich-helfen-stress-und-emotionsregula" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Wo Fidget Toys tatsächlich helfen: Stress und Emotionsregulation</a></li>
<li><a href="#warum-es-sich-trotzdem-hilfreich-anfuehlt" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Warum es sich trotzdem hilfreich anfühlt</a></li>
<li><a href="#und-was-ist-mit-kritzeln" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Und was ist mit Kritzeln?</a></li>
<li><a href="#praktische-tipps-fuer-alltag-buero-und-schule" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Praktische Tipps für Alltag, Büro und Schule</a></li>
<li><a href="#faq-fidget-toys-bei-adhs-und-autismus" style="color:#002f6c;font-weight:600;">FAQ: Fidget Toys bei ADHS und Autismus</a></li>
<li><a href="#fazit-entspannungshelfer-ja-konzentrations-booster-nein" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Fazit: Entspannungshelfer ja, Konzentrations-Booster nein</a></li>
<li><a href="#studien-und-quellen" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Studien und Quellen</a></li>
</ol>
</nav>



<h2 class="wp-block-heading" id="fidget-toys-und-konzentration-was-die-studien-wirklich-zeige">Fidget Toys und Konzentration: Was die Studien wirklich zeigen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die unbequeme Wahrheit zuerst: Wenn es um messbare Konzentrations- oder Gedächtnisleistung geht, finden kontrollierte Studien bisher keine Vorteile durch Fidget Toys. Untersucht wurden vor allem Kinder und Studierende. Zur Konzentration von Erwachsenen mit ADHS gibt es kaum Studien. Eine Meta-Analyse über 10 Studien mit 509 Schüler:innen in Gruppen- und Klassensettings fand im Mittel keinen Effekt (Hedges’ g = −0,014; Schoenen et al. 2024). In einem US-Sommerprogramm mit 60 Vorschulkindern mit ADHS war die Aufmerksamkeit mit Fidget Spinner schlechter (Graziano et al. 2020). Bei 233 Grundschulkindern im regulären Unterricht senkten Fidget Spinner und Bouncy Bands die Leistung in Mathematik und Zuhören, unabhängig von ADHS-Symptomen (Driesen et al. 2023). Eine zweite Meta-Analyse über 10 Einzelfallstudien mit 59 Schüler:innen fand einen kleinen positiven Effekt (Schoenen et al. 2024). Einzelfallstudien lassen sich aber schwer verallgemeinern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es kommt sogar noch dicker: Soares und Storm (2019) zeigten, dass die Nutzung eines Fidget Spinners die Erinnerungsleistung an eine Videovorlesung <em>verschlechtert</em>. Der wahrscheinliche Grund: Die Aufmerksamkeit springt zwischendurch doch immer wieder zum Spielzeug. Das Argument „mein Kind braucht den Fidget Spinner zum Konzentrieren&#8220; hält der Studienlage also nicht stand.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="wo-fidget-toys-tatsaechlich-helfen-stress-und-emotionsregula">Wo Fidget Toys tatsächlich helfen: Stress und Emotionsregulation</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ganz anders sieht es beim Thema Beruhigung aus. Bei Stressabbau und Angst gibt es erste Hinweise auf Effekte. In einer randomisierten Studie mit 60 Kindern zwischen 6 und 9 Jahren (15 pro Gruppe) berichteten Kinder mit Fidget Spinner während einer Betäubungsspritze beim Zahnarzt weniger Angst als ohne Ablenkung (Aditya et al. 2021). Kaleidoskop und VR-Brille wirkten ähnlich. Ein Konferenzbeitrag sieht sensorische Fidget Toys ebenfalls als Hilfe beim Stressabbau (Liu 2025). Ein Experiment mit 73 Erwachsenen mit ADHS fand dagegen keinen Vorteil: Unter sozialem Stress unterschieden sich Herzrate und Herzratenvariabilität mit und ohne Fidget-Ball nicht (Elahi et al. 2025).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das passt zur Erfahrung vieler neurodivergenter Menschen: Das Fidget Toy macht nicht schlauer – aber es beruhigt, gibt sensorischen Input und Sicherheit, gerade wenn soziale Situationen Stress bedeuten.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="warum-es-sich-trotzdem-hilfreich-anfuehlt">Warum es sich trotzdem hilfreich anfühlt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Walter bringt in der Folge einen Punkt, den die Studien so kaum abbilden: Das Fidget Toy ist eine <em>niederschwellige</em> Ablenkung. Wer die Hände mit einem Fidget Cube beschäftigt, greift seltener zum Handy oder öffnet den nächsten Browser-Tab – und diese Alternativen kosten deutlich mehr Aufmerksamkeit. Die Beschäftigung der Hände kann also indirekt helfen, im Gespräch zu bleiben, auch wenn sie die Konzentration selbst nicht steigert. Sein Tipp: <em>„Macht euer Fidgeting beim Gesprächspartner transparent. Das hilft am allermeisten.&#8220;</em></p>



<h2 class="wp-block-heading" id="und-was-ist-mit-kritzeln">Und was ist mit Kritzeln?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Kritzeln ist das sozial akzeptierteste Fidgeting im Büro – und hier ist die Evidenz differenzierter. Einfaches, strukturiertes Kritzeln (Formen schattieren, Os ausmalen) kann bei langweiligem Stoff helfen: In einem Experiment mit 40 Erwachsenen erinnerte die Kritzel-Gruppe 29 Prozent mehr (Andrade 2009). Bei 93 Studierenden schnitt freies Kritzeln schlechter ab als strukturiertes Kritzeln und Mitschreiben (Boggs et al. 2017). Größere Folgestudien fanden keinen Vorteil durch Kritzeln, am besten schnitt dort Mitschreiben ab (<a href="https://doi.org/10.1177/17470218231222402" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Spencer-Mueller et al., 2023</a>; <a href="https://doi.org/10.1037/cep0000170" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Meade et al., 2019</a>). Wird der Stoff komplex oder das Gekritzel aufwendig – etwa ein detaillierter Manga –, kippt der Effekt ins Kontraproduktive: Dann sind Notizen die bessere Wahl. Eine Übersichtsarbeit findet beim Kritzeln eher positive Effekte auf die Stimmung als auf die Leistung (<a href="https://doi.org/10.1016/j.aip.2025.102368" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Stickley et al., 2025</a>).</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="986" src="https://hirnzigartig.at/wp-content/uploads/2026/10/fidget-toys-studienlage-buero-hirnzigartig-1024x986.png" alt="Infografik zu Fidget Toys: links kein belegter Vorteil für die Konzentration, rechts erste Hinweise beim Stress, darunter vier Tipps für den Einsatz im Büro." class="wp-image-5554" srcset="https://hirnzigartig.at/wp-content/uploads/2026/10/fidget-toys-studienlage-buero-hirnzigartig-1024x986.png 1024w, https://hirnzigartig.at/wp-content/uploads/2026/10/fidget-toys-studienlage-buero-hirnzigartig-300x289.png 300w, https://hirnzigartig.at/wp-content/uploads/2026/10/fidget-toys-studienlage-buero-hirnzigartig-768x739.png 768w, https://hirnzigartig.at/wp-content/uploads/2026/10/fidget-toys-studienlage-buero-hirnzigartig.png 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<h2 class="wp-block-heading" id="praktische-tipps-fuer-alltag-buero-und-schule">Praktische Tipps für Alltag, Büro und Schule</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Nichts nehmen, was rollt:</strong> Klingt banal, erspart aber das ständige Hinterherlaufen – besonders bei Kindern.</li>



<li><strong>Bouncing Bands ausprobieren:</strong> Elastische Bänder zwischen den Stuhlbeinen erlauben Bewegung im Sitzen. In einer Studie mit 233 Grundschulkindern senkten sie die Leistung im Schnitt. Nur bei starker Unaufmerksamkeit gab es Hinweise auf einen Nutzen (Driesen et al. 2023). Beobachte also genau, ob sie helfen.</li>



<li><strong>Die nicht-dominante Hand nutzen:</strong> Fidget Toys bewusst auf der anderen Seite des Schreibtischs lagern. So bleibt die Schreib- und Maushand frei.</li>



<li><strong>Transparent machen:</strong> Kurz erklären, warum man die Hände beschäftigt – das beugt dem Missverständnis vor, man höre nicht zu.</li>



<li><strong>Kein Geld nötig:</strong> Taschenmesser-Klappen, ein Gummiband, ein Zettel zum Kritzeln oder die Kopfhörer-Schachtel tun es auch.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Hinweis (Werbung):</em> Einige der in der Folge gezeigten Fidget Toys stammen von Chillzones – über unseren Affiliate-Link <a href="https://chillzoneshub.com" target="_blank" rel="noopener sponsored">chillzoneshub.com</a> sparst du mit dem Code <strong>JULIE10</strong> 10 %.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="faq-fidget-toys-bei-adhs-und-autismus">FAQ: Fidget Toys bei ADHS und Autismus</h2>



<h3 class="wp-block-heading">Helfen Fidget Toys bei ADHS wirklich bei der Konzentration?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Nach aktueller Studienlage nein – kontrollierte Untersuchungen finden keine Verbesserung der Konzentrations- oder Gedächtnisleistung, teilweise sogar leichte Verschlechterungen. Für Stressabbau gibt es erste Hinweise, belastbar belegt ist das bisher nicht.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Sollten Fidget Toys in der Schule erlaubt sein?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Differenziert betrachtet: Als Konzentrationshilfe im Unterricht taugen sie laut Studien nicht, als Beruhigungswerkzeug in Stresssituationen schon eher. Sinnvoll sind leise Varianten, Entscheidungen im Einzelfall und klare Absprachen. Ein Pauschalverbot hilft so wenig wie eine Pauschalerlaubnis. Bouncing Bands als Lernhilfe für alle Kinder stützt die Studienlage nicht (Driesen et al. 2023).</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ist Kritzeln im Meeting unhöflich oder hilfreich?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Einfaches Kritzeln hat in einer Studie bei monotonen Inhalten die Erinnerung verbessert. Größere Folgestudien fanden keinen Vorteil. Bei komplexen Inhalten sind Notizen besser. Am wichtigsten: kurz transparent machen, dass die beschäftigten Hände dem Zuhören dienen – nicht dem Desinteresse.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="fazit-entspannungshelfer-ja-konzentrations-booster-nein">Fazit: Entspannungshelfer ja, Konzentrations-Booster nein</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Fidget Toys verbessern die Konzentration nicht. Für Stressregulation und sensorische Bedürfnisse können sie ein günstiges Werkzeug sein, die Belege dafür sind aber noch dünn. Und sie verdienen weniger Stigma: Wer die Hände beschäftigt statt zum Handy zu greifen, ist oft der aufmerksamere Gesprächspartner. Mehr über die Stärken neurodivergenter Gehirne liest du in unserem Beitrag <a href="https://hirnzigartig.at/adhs-basics/13-adhs-starken-im-beruf/">ADHS-Stärken im Beruf: belegt oder berichtet</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die ganze Folge mit allen gezeigten Fidget Toys siehst du oben im Video. <a href="https://open.spotify.com/show/7mX87MlfRph4Qmf5d5kgU9" target="_blank" rel="noopener"><strong>Abonniere den Hirnzigartig-Podcast auf Spotify</strong></a>, um keine Folge zu verpassen.</p>



<div class="hz-related" style="margin:28px 0 0;padding:22px 26px;background:#f0f4fb;border-radius:10px;">
<p style="margin:0 0 12px;text-transform:uppercase;letter-spacing:.12em;font-size:.72rem;font-weight:700;color:#d00150;">Zum Weiterlesen</p>
<ul style="margin:0;padding-left:1.2em;line-height:1.9;">
<li><a href="https://hirnzigartig.at/adhs-basics/was-ist-bionic-reading/" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Bionic Reading: Was die Forschung sagt</a></li>
<li><a href="https://hirnzigartig.at/adhs-basics/effizientes-arbeiten-mit-adhs-body-doubling-dopamin-deko-und-die-perfekte-produktivitaets-umgebung/" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Arbeiten mit ADHS: Body Doubling &amp; Dopamin-Deko</a></li>
<li><a href="https://hirnzigartig.at/adhs-basics/sport-und-achtsamkeit-als-adhs-fixes-im-alltag/" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Sport und Achtsamkeit bei ADHS</a></li>
</ul>
</div>



<p class="hz-cta" style="margin:28px 0 0;padding:22px 26px;background:#002f6c;border-radius:10px;color:#dbe4f2;line-height:1.75;">Du willst herausfinden, was dir im Alltag und im Job hilft? Im <a href="https://hirnzigartig.at/adhs-coaching/" style="color:#fff;font-weight:600;">ADHS-Coaching</a> und im <a href="https://hirnzigartig.at/autismus-coaching/" style="color:#fff;font-weight:600;">Autismus- und AuDHS-Coaching</a> arbeiten wir an deinen konkreten Situationen. <a href="https://hirnzigartig.at/ueber/" style="color:#fff;font-weight:700;text-decoration:underline;">Erstgespräch anfragen →</a></p>



<h2 class="wp-block-heading" id="studien-und-quellen">Studien und Quellen</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>Soares, J. &amp; Storm, B. (2019): Putting a negative spin on it. <a href="https://doi.org/10.1002/acp.3610" target="_blank" rel="noopener">Applied Cognitive Psychology</a></li>



<li>Nugroho, K. &amp; Kurnianingtyas, M. (2020): The Effect of Fidgeting on Student Concentration Levels. <a href="https://doi.org/10.24002/ijieem.v1i2.3062" target="_blank" rel="noopener">IJIEEM</a></li>



<li>Driesen, M. et al. (2023): Tools or Toys? Fidget Spinners and Bouncy Bands and Academic Performance in Children With Varying ADHD-Symptomatology. <a href="https://doi.org/10.1016/j.cedpsych.2023.102214" target="_blank" rel="noopener">Contemporary Educational Psychology</a></li>



<li>Graziano, P., Garcia, A. &amp; Landis, T. (2020): To Fidget or Not to Fidget. <a href="https://doi.org/10.1177/1087054718770009" target="_blank" rel="noopener">Journal of Attention Disorders</a></li>



<li>Schoenen, E. et al. (2024): A Meta-Analysis of Fidget Devices as Academic and Behavioral Interventions. <a href="https://doi.org/10.1080/2372966x.2024.2411576" target="_blank" rel="noopener">School Psychology Review</a></li>



<li>Schoenen, E. et al. (2024): Fidget Devices: A Meta-Analysis of Single-case Design Studies. <a href="https://doi.org/10.1007/s43494-024-00133-0" target="_blank" rel="noopener">Education and Treatment of Children</a></li>



<li>Elahi, H. et al. (2025): Impact of fidget devices on anxiety and physiological responses in adults with ADHD. <a href="https://doi.org/10.1016/j.ridd.2025.104944" target="_blank" rel="noopener">Research in Developmental Disabilities</a></li>



<li>Liu, Y. (2025): The Rise of Sensory Fidget Toys. <a href="https://doi.org/10.1051/shsconf/202521302027" target="_blank" rel="noopener">SHS Web of Conferences</a></li>



<li>Woodward, K. &amp; Kanjo, E. (2021): iFidgetCube: Tangible Fidgeting Interfaces to Monitor and Improve Mental Wellbeing. <a href="https://doi.org/10.1109/jsen.2020.3031163" target="_blank" rel="noopener">IEEE Sensors Journal</a></li>



<li>Aditya, P. et al. (2021): Comparison of three distraction techniques to allay dental anxiety in children: RCT. <a href="https://doi.org/10.1016/j.heliyon.2021.e08092" target="_blank" rel="noopener">Heliyon</a></li>



<li>Sadri, H. &amp; Moodithaya, S. (2021): Effectiveness of Toys in Relieving Acute Stress Measured by Heart Rate Variability. <a href="https://doi.org/10.31782/ijcrr.2021.13207" target="_blank" rel="noopener">IJCRR</a></li>



<li>Andrade, J. (2009): What does doodling do? <a href="https://doi.org/10.1002/acp.1561" target="_blank" rel="noopener">Applied Cognitive Psychology</a></li>



<li>Boggs, J., Cohen, J. &amp; Marchand, G. (2017): The Effects of Doodling on Recall Ability. <a href="https://psyct.swu.bg/index.php/psyct/article/view/217" target="_blank" rel="noopener">Psychological Thought</a></li>



<li>Ifroz, E. et al. (2025): The Effect of Doodling and Drawing on Memory Recall in Young Adults. <a href="https://doi.org/10.63544/ijss.v4i2.128" target="_blank" rel="noopener">Inverge Journal of Social Sciences</a></li>



<li>Spencer-Mueller, E. K. et al. (2023). Note-taking for the win: Doodling does not reduce boredom or mind-wandering, nor enhance attention or retention of lecture material. Quarterly Journal of Experimental Psychology. <a href="https://doi.org/10.1177/17470218231222402" target="_blank" rel="noreferrer noopener">doi.org/10.1177/17470218231222402</a></li>



<li>Meade, M. E. et al. (2019). Comparing the influence of doodling, drawing, and writing at encoding on memory. Canadian Journal of Experimental Psychology. <a href="https://doi.org/10.1037/cep0000170" target="_blank" rel="noreferrer noopener">doi.org/10.1037/cep0000170</a></li>



<li>Stickley, K. S. et al. (2025). The impact of doodling on cognition and affect: A scoping review. The Arts in Psychotherapy. <a href="https://doi.org/10.1016/j.aip.2025.102368" target="_blank" rel="noreferrer noopener">doi.org/10.1016/j.aip.2025.102368</a></li>
</ul>



<script type="application/ld+json">{"@context":"https://schema.org","@type":"FAQPage","@id":"https://hirnzigartig.at/adhs-basics/fidget-toys-adhs-konzentration-stress-studien/#faq","mainEntity":[{"@type":"Question","name":"Helfen Fidget Toys bei ADHS wirklich bei der Konzentration?","acceptedAnswer":{"@type":"Answer","text":"Nach aktueller Studienlage nein – kontrollierte Untersuchungen finden keine Verbesserung der Konzentrations- oder Gedächtnisleistung, teilweise sogar leichte Verschlechterungen. Für Stressabbau gibt es erste Hinweise, belastbar belegt ist das bisher nicht."}},{"@type":"Question","name":"Sollten Fidget Toys in der Schule erlaubt sein?","acceptedAnswer":{"@type":"Answer","text":"Differenziert betrachtet: Als Konzentrationshilfe im Unterricht taugen sie laut Studien nicht, als Beruhigungswerkzeug in Stresssituationen schon eher. Sinnvoll sind leise Varianten, Entscheidungen im Einzelfall und klare Absprachen. Ein Pauschalverbot hilft so wenig wie eine Pauschalerlaubnis. Bouncing Bands als Lernhilfe für alle Kinder stützt die Studienlage nicht (Driesen et al. 2023)."}},{"@type":"Question","name":"Ist Kritzeln im Meeting unhöflich oder hilfreich?","acceptedAnswer":{"@type":"Answer","text":"Einfaches Kritzeln hat in einer Studie bei monotonen Inhalten die Erinnerung verbessert. Größere Folgestudien fanden keinen Vorteil. Bei komplexen Inhalten sind Notizen besser. Am wichtigsten: kurz transparent machen, dass die beschäftigten Hände dem Zuhören dienen – nicht dem Desinteresse."}}]}</script>



<style>.hz-author-box{display:flex;gap:18px;align-items:center;margin:44px 0 8px;padding:22px 24px;background:#f4f7fc;border:1px solid #e6e9f2;border-left:4px solid #d00150;border-radius:10px}.hz-ab-avatar{width:76px;height:76px;flex:none;border-radius:50%;object-fit:cover;object-position:42% 28%;border:3px solid #fff;box-shadow:0 2px 8px rgba(0,47,108,.15)}.hz-ab-body{font-size:.95rem;line-height:1.6;color:#4a4a4a}.hz-ab-check{display:inline-flex;align-items:center;gap:6px;font-weight:700;color:#002f6c;font-size:.9rem;margin-bottom:6px}.hz-ab-name{font-weight:700;color:#002f6c}.hz-author-box a{color:#d00150;font-weight:600;text-decoration:none}</style>
<div class="hz-author-box"><img decoding="async" class="hz-ab-avatar" src="https://hirnzigartig.at/wp-content/uploads/2025/11/Julie-Stuhl-mit-Hintergrund-2-3-e1762877972844-768x512.jpg" alt="Julie Simstich" width="76" height="76" loading="lazy"><div class="hz-ab-body"><div class="hz-ab-check"><svg width="18" height="18" viewBox="0 0 24 24" fill="none"><path d="M20 6 9 17l-5-5" stroke="#d00150" stroke-width="3" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round"/></svg>Fachlich geprüft von Julie Simstich</div><p style="margin:0"><span class="hz-ab-name">Julie Simstich</span> – Arbeits- &amp; klinische Psychologin (in Fachausbildung), Organisationssoziologin, TEDx-Speakerin, WKO/UBIT Expert Group Human Resources (Steiermark). Sie begleitet Unternehmen bei Neuroinklusion und arbeitet klinisch am PSY2 Institut Gleisdorf. <a href="https://hirnzigartig.at/ueber/">Mehr über Julie →</a> · <a href="https://www.linkedin.com/in/julie-simstich/" target="_blank" rel="noopener">LinkedIn</a></p></div></div>
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		<title>Bewegung bei ADHS: Erst Entladung, dann Entspannung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julie Simstich]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Apr 2026 20:50:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[ADHS Basics]]></category>
		<category><![CDATA[Podcast]]></category>
		<category><![CDATA[Für Betroffene]]></category>
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					<description><![CDATA[Erst Entladung, dann Entspannung: Wie Trainerin Maja Rybka mit multimodaler Bewegung bei ADHS arbeitet und wie du das Prinzip im Alltag selbst ausprobierst.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<div class="hz-kurz" style="margin:0 0 34px;padding:26px 28px;background:#f0f4fb;border-left:5px solid #d00150;border-radius:10px;">
<p style="margin:0 0 12px;text-transform:uppercase;letter-spacing:.12em;font-size:.72rem;font-weight:700;color:#d00150;">Kurz gefasst</p>
<p style="margin:0 0 10px;color:#4a4a4a;line-height:1.75;">Maja Rybka, Trainerin für neurozentriertes Training, hat im Podcast ihr Konzept vorgestellt: Menschen mit ADHS brauchen zuerst Entladung durch Bewegung, danach wird Entspannung möglich.</p>
<p style="margin:0;color:#4a4a4a;line-height:1.75;">Der Artikel beschreibt, wie sie arbeitet: mit multimodaler Bewegung, mit den Sinnessystemen für Gleichgewicht und Körperwahrnehmung und mit frühkindlichen Reflexen. Am Ende stehen Strategien für deinen Alltag, für Trainer:innen und für Führungskräfte.</p>
</div>



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<nav class="hz-toc" aria-label="Inhalt" style="margin:0 0 34px;padding:22px 26px;background:#f0f4fb;border-radius:10px;">
<p style="margin:0 0 12px;text-transform:uppercase;letter-spacing:.12em;font-size:.72rem;font-weight:700;color:#d00150;">Inhalt</p>
<ol>
<li><a href="#wenn-die-entspannungsuebung-dich-unruhig-macht" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Wenn die Entspannungsübung dich unruhig macht</a></li>
<li><a href="#die-unterschaetzte-rolle-des-koerpers-bei-adhs" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Die unterschätzte Rolle des Körpers bei ADHS</a></li>
<li><a href="#warum-bewegung-bei-adhs-wirkt" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Warum Bewegung bei ADHS wirkt</a></li>
<li><a href="#fruehkindliche-reflexe-das-fundament-in-majas-arbeit" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Frühkindliche Reflexe: das Fundament in Majas Arbeit</a></li>
<li><a href="#neurozentriertes-training-und-multimodale-bewegung" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Neurozentriertes Training und multimodale Bewegung</a></li>
<li><a href="#erst-entladung-dann-entspannung" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Erst Entladung, dann Entspannung</a></li>
<li><a href="#praktische-strategien-fuer-deinen-alltag" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Praktische Strategien für deinen Alltag</a></li>
<li><a href="#mythen-und-missverstaendnisse" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Mythen und Missverständnisse</a></li>
<li><a href="#und-die-studienlage" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Und die Studienlage?</a></li>
<li><a href="#naechste-schritte" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Nächste Schritte</a></li>
<li><a href="#quellen" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Quellen</a></li>
</ol>
</nav>



<h2 class="wp-block-heading" id="wenn-die-entspannungsuebung-dich-unruhig-macht">Wenn die Entspannungsübung dich unruhig macht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Du sitzt im Entspannungskurs. Progressive Muskelentspannung, die Stimme der Kursleiterin wird leiser, und deine Beine fangen an zu wippen. Je mehr du dich bemühst, ruhig zu werden, desto lauter wird es im Kopf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Menschen mit ADHS kennen das. Maja Rybka hat dafür eine Erklärung und einen Vorschlag. Sie bietet in Hamburg neurozentriertes Training und Coaching an und war bei Walter und mir im Podcast zu Gast. Ihr Ansatz: Der Körper braucht zuerst Entladung, danach kommt die Ruhe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Artikel stellt vor, wie Maja arbeitet und was sie in ihrer Praxis beobachtet. Grundlage ist unser Gespräch im Podcast.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="die-unterschaetzte-rolle-des-koerpers-bei-adhs">Die unterschätzte Rolle des Körpers bei ADHS</h2>



<p class="wp-block-paragraph">ADHS wird über Aufmerksamkeit, Impulsivität und Hyperaktivität definiert. In der Abklärung geht es um Verhalten und Konzentration. Der Körper kommt dabei kaum vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Majas Blick geht genau dorthin. Viele ihrer Klient:innen mit ADHS berichten von Koordinationsproblemen und einem unsicheren Gleichgewicht. Viele sind reizempfindlich: Bestimmte Stoffe auf der Haut oder bestimmte Geräusche halten sie kaum aus. Es gibt auch das Gegenteil, also Menschen, die Signale ihres Körpers kaum wahrnehmen und aktiv nach Reizen suchen, um sich zu spüren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Forschung kennt beides. Mehr als die Hälfte der Kinder mit ADHS hat Schwierigkeiten in der Grob- und Feinmotorik (<a href="https://doi.org/10.1016/j.ridd.2014.09.023" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Kaiser et al., 2015</a>). Eine Metaanalyse über 30 Studien mit 5.374 Personen findet bei ADHS deutlich mehr sensorische Auffälligkeiten, und zwar in beide Richtungen: Überempfindlichkeit und Reizvermeidung ebenso wie Reizsuche und das Überhören von Signalen (<a href="https://doi.org/10.1016/j.jaac.2025.02.019" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Jurek et al., 2025</a>).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Maja erklärt das über das Nervensystem. Das autonome Nervensystem wechselt zwischen Aktivierung, dem Sympathikus, und Ruhe, dem Parasympathikus. Bei ADHS bleibt es nach ihrer Erfahrung oft in der Aktivierung hängen oder pendelt stark zwischen den Extremen. Bei ADHS ist außerdem die Signalübertragung über die Botenstoffe Dopamin und Noradrenalin verändert (<a href="https://doi.org/10.1016/j.biopsych.2011.02.036" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Del Campo et al., 2011</a>). Beide sind an Aufmerksamkeit, Motivation und Impulskontrolle beteiligt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hier setzt Maja mit Bewegung an. Sie versteht Bewegung multimodal: Der ganze Körper ist beteiligt, das Nervensystem auch, und das Programm richtet sich nach der einzelnen Person. Ihre Erfahrung: Welche Übung hilft, ist von Person zu Person verschieden. Es kommt auf die passende Bewegung zum passenden Zeitpunkt an.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="warum-bewegung-bei-adhs-wirkt">Warum Bewegung bei ADHS wirkt</h2>



<h3 class="wp-block-heading">Botenstoffe: Dopamin und Noradrenalin</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Stimulanzien wie Methylphenidat erhöhen die Aktivität von Dopamin und Noradrenalin (<a href="https://doi.org/10.1016/j.neubiorev.2018.02.001" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Faraone, 2018</a>). Maja beschreibt Bewegung als einen zweiten Weg zum selben Ziel: Wenn du tanzt oder läufst, schüttet der Körper Katecholamine aus, also genau diese Botenstoffe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am besten untersucht ist der Soforteffekt. 20 Kinder mit ADHS gingen 20 Minuten bei mittlerer Belastung aufs Laufband. Danach waren Hemmungskontrolle, Lese- und Rechenleistung besser als nach 20 Minuten Lesen im Sitzen (<a href="https://doi.org/10.1016/j.jpeds.2012.08.036" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Pontifex et al., 2013</a>). In einer zweiten Studie hielt die bessere Hemmungskontrolle 60 Minuten an (<a href="https://doi.org/10.1038/s41598-020-76859-9" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Yu et al., 2020</a>).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für dich heißt das: 20 Minuten zügige Bewegung vor einer Aufgabe, die Konzentration braucht, sind einen Versuch wert.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Exekutivfunktionen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Planen, Arbeitsgedächtnis, geistiges Umschalten und Impulskontrolle heißen in der Psychologie Exekutivfunktionen. Bei ADHS sind sie häufig beeinträchtigt. Mehrwöchige Bewegungsprogramme verbessern sie bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS, das zeigt eine Metaanalyse über 15 Studien (<a href="https://doi.org/10.1186/s12966-021-01135-6" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Liang et al., 2021</a>).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf die Kernsymptome wirken längere Programme schwächer: Elf randomisierte Studien mit Kindern und Jugendlichen ergeben einen kleinen Effekt (<a href="https://doi.org/10.1177/10870547211017982" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Seiffer et al., 2022</a>). Aus Majas Sicht kommt es auf die Gestaltung an: Verschiedene Arten von Bewegung, abwechslungsreich und auf die Person abgestimmt, wirken nach ihrer Erfahrung besser als eine gleichförmige Routine.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit 2026 empfiehlt auch die deutsche <a href="https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/028-045" target="_blank" rel="noreferrer noopener">S3-Leitlinie</a> Sport- und Bewegungstherapie als Teil der ADHS-Behandlung. Die Auswahl soll sich nach persönlicher Vorliebe richten und danach, was sich im Alltag umsetzen lässt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Autonomes Nervensystem und Vagusnerv</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Das autonome Nervensystem steuert Herzschlag, Atmung und Verdauung. Maja arbeitet mit der Annahme, dass es bei vielen Menschen mit ADHS schwer vom aktivierten Zustand in die Ruhe wechselt. Als Maß dafür gilt die Herzratenvariabilität: Eine höhere Variabilität steht für einen flexiblen Wechsel zwischen Anspannung und Erholung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rhythmische, intensive Bewegung wirkt nach ihrer Beschreibung wie ein Neustart für dieses System. Daraus leitet sie ab, warum stille Entspannungsübungen bei ADHS oft scheitern: Ein Nervensystem unter Strom lässt sich durch Stillsitzen und langsames Atmen schwer herunterfahren. Es braucht zuerst eine aktive Entladung. Gemessen ist das bisher nicht: In einer Studie mit Kindern mit ADHS veränderte eine Einheit mittelintensiver Ausdauerbewegung die Herzratenvariabilität in der Stunde danach nicht (<a href="https://doi.org/10.1038/s41598-020-76859-9" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Yu et al., 2020</a>).</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="fruehkindliche-reflexe-das-fundament-in-majas-arbeit">Frühkindliche Reflexe: das Fundament in Majas Arbeit</h2>



<h3 class="wp-block-heading">Was frühkindliche Reflexe sind</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Neugeborene kommen mit automatischen Bewegungsmustern zur Welt. Beim Moro-Reflex breitet das Baby die Arme aus, wenn es das Gefühl hat zu fallen. Der Suchreflex hilft beim Trinken. Der asymmetrische und der symmetrische tonische Nackenreflex, kurz ATNR und STNR, prägen die frühe Motorik. Im ersten Lebensjahr werden diese Reflexe nach und nach gehemmt, die meisten bis etwa zum sechsten Lebensmonat, und von willkürlichen Bewegungen abgelöst (<a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32119493/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">StatPearls, 2026</a>).</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wenn Reflexe aktiv bleiben</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Maja geht davon aus, dass diese Reflexe bei manchen Menschen in Resten aktiv bleiben, und zwar unterschiedlich stark. Ein Rest des Moro-Reflexes zeigt sich nach ihrer Beschreibung in Schreckhaftigkeit und Überempfindlichkeit. Ein aktiver ATNR kann die Koordination stören und sich bis ins Schreiben und Lesen auswirken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Metaanalyse über 4 Studien mit 229 Kindern findet einen Zusammenhang zwischen ADHS-Symptomen und dem ATNR (r = 0,48) sowie dem STNR (r = 0,39) (<a href="https://doi.org/10.3389/fpsyt.2023.1175974" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Wang et al., 2023</a>).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Maja folgt daraus: Manches, was wie ADHS aussieht, hängt mit solchen Reflexen zusammen. Sie prüft deshalb in ihrer Arbeit, welche Reflexe noch aktiv sind.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Reflexintegration</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Majas Erfahrung lassen sich frühkindliche Reflexe in jedem Alter nachträglich integrieren. Dafür gibt es eigene Übungen, das Reflexintegrationstraining. Multimodale Bewegung setzt aus ihrer Sicht am selben Punkt an: Vielfältige, koordinativ fordernde Bewegungen bringen das Gehirn dazu, neue Bahnen anzulegen und alte Muster abzulösen.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="neurozentriertes-training-und-multimodale-bewegung">Neurozentriertes Training und multimodale Bewegung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit multimodaler Bewegung meint Maja mehr als viele verschiedene Sportarten. Ihr Training setzt bei drei Sinnessystemen an:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Propriozeption:</strong> die Wahrnehmung von Stellung und Bewegung des eigenen Körpers. Du weißt mit geschlossenen Augen, wo deine Hand ist. Viele Menschen mit ADHS haben nach Majas Erfahrung ein unsicheres Körpergefühl.</li>



<li><strong>Vestibuläres System:</strong> das Gleichgewichtsorgan im Innenohr. Es steuert das Gleichgewicht und die Orientierung im Raum.</li>



<li><strong>Visuelles System:</strong> das Sehen und die Verarbeitung von Raum und Bewegung.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Multimodal heißt: Eine Übung fordert mehrere dieser Systeme zugleich. Du balancierst, verfolgst dabei einen Ball mit den Augen und fängst ihn.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Warum Abwechslung so viel ausmacht</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Menschen mit ADHS finden ein übliches Fitnessprogramm langweilig. Maja erklärt das so: Eine gleichförmige Belastung wie reines Laufen fordert das Gehirn zu wenig. Die Aufmerksamkeit wandert ab, und das Training wird abgebrochen. Bewegung mit Variation und koordinativen Aufgaben hält das Gehirn bei der Sache.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu gibt es einen Befund aus der Forschung: In einer Netzwerk-Metaanalyse über 44 Studien mit 1.757 Kindern und Jugendlichen schnitten Sportarten mit wechselnden Anforderungen bei den Exekutivfunktionen am besten ab (<a href="https://doi.org/10.3389/fpubh.2023.1133727" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Zhu et al., 2023</a>).</p>



<h3 class="wp-block-heading">Beispiele für multimodale Bewegung</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Balancieren mit Ball:</strong> Du stehst auf einem Balken, verfolgst einen Ball mit den Augen und fängst ihn. Das fordert Gleichgewicht, Sehen und Körperwahrnehmung zugleich.</li>



<li><strong>Überkreuzbewegungen:</strong> Beim Cross-Crawl führst du abwechselnd den rechten Ellbogen zum linken Knie und umgekehrt. Maja nutzt die Übung in der Reflexintegration.</li>



<li><strong>Tanzen mit Tempo- und Richtungswechseln:</strong> Rhythmus und Raumgefühl kommen zusammen, und das Gehirn muss sich laufend neu einstellen.</li>



<li><strong>Klettern, Kampfsport oder Tischtennis:</strong> Timing und schnelle Reaktion sind gefragt.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Majas Leitlinie dafür: Variation vor Routine.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="erst-entladung-dann-entspannung">Erst Entladung, dann Entspannung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist der Kern von Majas Botschaft im Podcast.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wenn Entspannung nicht greift</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Progressive Muskelentspannung, autogenes Training: Viele Menschen mit ADHS haben das probiert, und die innere Unruhe ist geblieben oder größer geworden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Maja erklärt es mit einem Bild. Der Sympathikus ist das Gaspedal, der Parasympathikus die Bremse. Entspannungsverfahren steigen direkt auf die Bremse. Wenn das Gaspedal aber durchgedrückt ist, reicht das nach ihrer Erfahrung nicht. Die überschüssige Energie braucht zuerst ein Ziel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr Satz dazu: Menschen mit ADHS brauchen zuerst Entladung. Erst danach wird Ruhe möglich.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die drei Phasen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Entladung heißt bei Maja: das Nervensystem gezielt in Bewegung bringen, um es zu regulieren. Mit Aggression oder Frustabbau hat das nichts zu tun. Der Ablauf hat drei Phasen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Entladung:</strong> 10 bis 20 Minuten körperlich anstrengende Bewegung, zum Beispiel zügiges Laufen oder intensives Tanzen.</li>



<li><strong>Übergang:</strong> ruhigere Bewegung wie langsames Gehen oder Dehnen.</li>



<li><strong>Ruhe:</strong> erst jetzt Meditation oder stilles Sitzen.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Maja beobachtet das auch bei Kindern. Ein Kind mit ADHS, das „Setz dich hin und konzentrier dich“ hört, wird unruhiger. Nach 15 Minuten intensiver Bewegung klappen die Hausaufgaben oft besser.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Was zu dir passt</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Welche Form der Entladung hilft, ist nach Majas Erfahrung sehr verschieden. Manche brauchen Explosives wie Springen oder Boxen. Für andere passt gleichmäßige Bewegung über längere Zeit. Auch die Reizempfindlichkeit spielt mit, laute Musik zum Tanzen etwa hält nicht jede:r aus. Maja rät deshalb zum Ausprobieren.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="975" src="https://hirnzigartig.at/wp-content/uploads/2026/10/adhs-bewegung-entladung-hirnzigartig-1024x975.png" alt="Infografik mit dem Ablauf Entladung, Übergang, Ruhe nach Maja Rybka sowie je vier Strategien für Menschen mit ADHS und für Führungskräfte." class="wp-image-5556" srcset="https://hirnzigartig.at/wp-content/uploads/2026/10/adhs-bewegung-entladung-hirnzigartig-1024x975.png 1024w, https://hirnzigartig.at/wp-content/uploads/2026/10/adhs-bewegung-entladung-hirnzigartig-300x286.png 300w, https://hirnzigartig.at/wp-content/uploads/2026/10/adhs-bewegung-entladung-hirnzigartig-768x732.png 768w, https://hirnzigartig.at/wp-content/uploads/2026/10/adhs-bewegung-entladung-hirnzigartig.png 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<h2 class="wp-block-heading" id="praktische-strategien-fuer-deinen-alltag">Praktische Strategien für deinen Alltag</h2>



<h3 class="wp-block-heading">Wenn du selbst ADHS hast</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Starte mit Bewegung:</strong> ein zügiger Lauf oder eine Runde Tanzen am Morgen. Meditation oder Yoga kommen danach.</li>



<li><strong>Mach Bewegungspausen:</strong> alle 60 bis 90 Minuten fünf Minuten aufstehen und ein paar Schritte gehen.</li>



<li><strong>Verabrede dich:</strong> Ein fixer Termin mit anderen senkt die Hürde. Das Prinzip kennst du vom <a href="https://hirnzigartig.at/adhs-basics/adhs-body-doubling/">Body Doubling</a>.</li>



<li><strong>Finde deine Form der Entladung:</strong> explosiv oder gleichmäßig, allein oder in der Gruppe. Notiere eine Woche lang, wie es dir danach geht.</li>



<li><strong>Lass den Entspannungszwang los:</strong> Wenn dich Yoga oder Meditation frustrieren, probier sie nach einer Bewegungseinheit noch einmal.</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">Wenn du als Therapeut:in, Coach oder Trainer:in arbeitest</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Frag nach dem Körper:</strong> Koordination, Gleichgewicht, Reizempfindlichkeit und motorische Schwierigkeiten gehören zum Bild.</li>



<li><strong>Schau auf frühkindliche Reflexe,</strong> wenn du dafür ausgebildet bist. Maja testet sie in ihrer Arbeit.</li>



<li><strong>Plane abwechslungsreich:</strong> verschiedene Bewegungsarten kombinieren und koordinative Aufgaben einbauen.</li>



<li><strong>Achte auf den Bedarf nach Entladung:</strong> Wird jemand in der Einheit unruhig, hilft oft ein kurzer, intensiver Abschnitt.</li>



<li><strong>Arbeite mit anderen Fachpersonen zusammen:</strong> Die Diagnostik von ADHS liegt bei Fachärzt:innen und Klinischen Psycholog:innen.</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">Wenn du Führungskraft bist oder im HR arbeitest</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Für dich als Führungskraft heißt das:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Erlaube Bewegungspausen ausdrücklich,</strong> auch direkt vor Besprechungen.</li>



<li><strong>Lass Wahl beim Arbeitsplatz:</strong> ein ruhiger Raum und ein Platz mit etwas Betrieb, je nach Person.</li>



<li><strong>Mach es normal,</strong> im Meeting zu stehen oder kurz hinauszugehen. Der Satz „Ich muss mich kurz bewegen“ ist Selbstregulation.</li>



<li><strong>Erweitere das Gesundheitsprogramm:</strong> neben Yoga und Meditation auch Intensives wie Kickboxen oder eine Laufgruppe.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Das kostet einige Minuten Arbeitszeit und keine Investition. Wie solche Anpassungen ins Unternehmen kommen, steht auf der Seite zur <a href="https://hirnzigartig.at/neuroinklusion-unternehmen/">Neuroinklusion</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="mythen-und-missverstaendnisse">Mythen und Missverständnisse</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>„ADHS sitzt nur im Kopf.“</strong> Motorik und Sinnesverarbeitung sind bei vielen mitbetroffen (Kaiser et al., 2015; Jurek et al., 2025).</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>„Bewegung macht noch hibbeliger.“</strong> Bei Kindern verbessert sich die Impulskontrolle nach moderater Bewegung, in einer Studie für etwa eine Stunde (Pontifex et al., 2013; Yu et al., 2020).</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>„Bewegung und Medikamente schließen einander aus.“</strong> Maja sieht beides als Ergänzung. In einer randomisierten Studie aus Südkorea mit 35 Jugendlichen, die Methylphenidat nahmen, gingen die Symptome mit sechs Wochen Sport stärker zurück als mit einem Schulungsprogramm (<a href="https://doi.org/10.1249/MSS.0000000000000373" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Choi et al., 2015</a>). Eine Pilotstudie aus China mit 27 Kindern fand Ähnliches für Gleichgewichtstraining zusätzlich zu Methylphenidat (<a href="https://doi.org/10.3389/fpsyt.2020.552174" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Feng et al., 2021</a>). Beide Studien sind klein. Einen Überblick gibt <a href="https://doi.org/10.1186/s40479-019-0115-2" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Mehren et al., 2020</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>„Yoga und Meditation sind bei ADHS immer der beste Einstieg.“</strong> Nach Majas Erfahrung helfen sie vor allem nach einer Entladung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>„Alle Menschen mit ADHS reagieren gleich auf Bewegung.“</strong> Die Unterschiede sind groß, deshalb gehört Ausprobieren dazu.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="und-die-studienlage">Und die Studienlage?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ehrlich dazu: Dass Bewegung bei ADHS hilft, ist gut untersucht. Für neurozentriertes Training, für Reflexintegration und für die Reihenfolge „erst Entladung, dann Entspannung“ gibt es bisher kaum Studien. Maja kennt den Einwand. Sie sagt, die Studienlage sei so schlecht, weil falsch gemessen wird. Ich nehme das so hin. Sie ist Expertin auf diesem Gebiet, und so arbeitet sie.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="naechste-schritte">Nächste Schritte</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mehr über Maja Rybka und ihre Arbeit findest du auf <a href="https://www.majarybka.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">majarybka.de</a>. Teil 1 des Gesprächs kannst du oben im Player hören, im Podcast gibt es dazu einen zweiten Teil.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Womit du anfängst: Beweg dich morgen früh 15 Minuten intensiv, bevor der Tag losgeht. Schreib danach auf, wie Konzentration und Stimmung waren. Nach einer Woche weißt du, ob es für dich einen Unterschied macht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn stilles Meditieren bei dir nicht klappt, braucht dein Körper vielleicht zuerst Bewegung.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="quellen">Quellen</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>AWMF (2026). Interdisziplinäre evidenz- und konsensbasierte S3-Leitlinie „Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter“, Version 2.0. AWMF-Register-Nr. 028-045. <a href="https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/028-045" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/028-045</a></li>



<li>Chamarthi, V. S., Gunasekaran, V. &amp; Daley, S. F. (2026). Primitive Reflexes: Comprehensive Neurological Assessment Across the Lifespan. In StatPearls. <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32119493/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32119493/</a></li>



<li>del Campo, N., Chamberlain, S. R., Sahakian, B. J. &amp; Robbins, T. W. (2011). The Roles of Dopamine and Noradrenaline in the Pathophysiology and Treatment of Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder. Biological Psychiatry, 69(12), e145–e157. <a href="https://doi.org/10.1016/j.biopsych.2011.02.036" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://doi.org/10.1016/j.biopsych.2011.02.036</a></li>



<li>Faraone, S. V. (2018). The pharmacology of amphetamine and methylphenidate: Relevance to the neurobiology of attention-deficit/hyperactivity disorder and other psychiatric comorbidities. Neuroscience &amp; Biobehavioral Reviews, 87, 255–270. <a href="https://doi.org/10.1016/j.neubiorev.2018.02.001" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://doi.org/10.1016/j.neubiorev.2018.02.001</a></li>



<li>Jurek, L., Duchier, A., Gauld, C., Hénault, L., Giroudon, C., Fourneret, P. et al. (2025). Sensory Processing in Individuals With Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder Compared With Control Populations: A Systematic Review and Meta-Analysis. Journal of the American Academy of Child &amp; Adolescent Psychiatry, 64(10), 1132–1147. <a href="https://doi.org/10.1016/j.jaac.2025.02.019" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://doi.org/10.1016/j.jaac.2025.02.019</a></li>



<li>Kaiser, M. L., Schoemaker, M., Albaret, J. M. &amp; Geuze, R. (2015). What is the evidence of impaired motor skills and motor control among children with attention deficit hyperactivity disorder (ADHD)? Systematic review of the literature. Research in Developmental Disabilities, 36, 338–357. <a href="https://doi.org/10.1016/j.ridd.2014.09.023" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://doi.org/10.1016/j.ridd.2014.09.023</a></li>



<li>Liang, X., Li, R., Wong, S. H. S., Sum, R. K. W. &amp; Sit, C. H. P. (2021). The impact of exercise interventions concerning executive functions of children and adolescents with attention-deficit/hyperactive disorder: a systematic review and meta-analysis. International Journal of Behavioral Nutrition and Physical Activity, 18(1), 68. <a href="https://doi.org/10.1186/s12966-021-01135-6" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://doi.org/10.1186/s12966-021-01135-6</a></li>



<li>Mehren, A., Reichert, M., Coghill, D., Müller, H. H. O., Braun, N. &amp; Philipsen, A. (2020). Physical exercise in attention deficit hyperactivity disorder – evidence and implications for the treatment of borderline personality disorder. Borderline Personality Disorder and Emotion Dysregulation, 7(1), 1. <a href="https://doi.org/10.1186/s40479-019-0115-2" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://doi.org/10.1186/s40479-019-0115-2</a></li>



<li>Pontifex, M. B., Saliba, B. J., Raine, L. B., Picchietti, D. L. &amp; Hillman, C. H. (2013). Exercise Improves Behavioral, Neurocognitive, and Scholastic Performance in Children with Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder. The Journal of Pediatrics, 162(3), 543–551. <a href="https://doi.org/10.1016/j.jpeds.2012.08.036" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://doi.org/10.1016/j.jpeds.2012.08.036</a></li>



<li>Seiffer, B., Hautzinger, M., Ulrich, R. &amp; Wolf, S. (2022). The Efficacy of Physical Activity for Children with Attention Deficit Hyperactivity Disorder: A Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials. Journal of Attention Disorders, 26(5), 656–673. <a href="https://doi.org/10.1177/10870547211017982" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://doi.org/10.1177/10870547211017982</a></li>



<li>Wang, M., Yu, J., Kim, H. D. &amp; Cruz, A. B. (2023). Attention deficit hyperactivity disorder is associated with (a)symmetric tonic neck primitive reflexes: a systematic review and meta-analysis. Frontiers in Psychiatry, 14, 1175974. <a href="https://doi.org/10.3389/fpsyt.2023.1175974" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://doi.org/10.3389/fpsyt.2023.1175974</a></li>



<li>Yu, C. L., Hsieh, S. S., Chueh, T. Y., Huang, C. J., Hillman, C. H. &amp; Hung, T. M. (2020). The effects of acute aerobic exercise on inhibitory control and resting state heart rate variability in children with ADHD. Scientific Reports, 10(1), 19958. <a href="https://doi.org/10.1038/s41598-020-76859-9" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://doi.org/10.1038/s41598-020-76859-9</a></li>



<li>Zhu, F., Zhu, X., Bi, X., Kuang, D., Liu, B., Zhou, J. et al. (2023). Comparative effectiveness of various physical exercise interventions on executive functions and related symptoms in children and adolescents with attention deficit hyperactivity disorder: A systematic review and network meta-analysis. Frontiers in Public Health, 11, 1133727. <a href="https://doi.org/10.3389/fpubh.2023.1133727" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://doi.org/10.3389/fpubh.2023.1133727</a></li>
</ul>



<div class="hz-related" style="margin:28px 0 0;padding:22px 26px;background:#f0f4fb;border-radius:10px;">
<p style="margin:0 0 12px;text-transform:uppercase;letter-spacing:.12em;font-size:.72rem;font-weight:700;color:#d00150;">Zum Weiterlesen</p>
<ul style="margin:0;padding-left:1.2em;line-height:1.9;">
<li><a href="https://hirnzigartig.at/adhs-basics/sport-und-achtsamkeit-als-adhs-fixes-im-alltag/" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Sport und Achtsamkeit bei ADHS</a></li>
<li><a href="https://hirnzigartig.at/adhs-basics/fidget-toys-adhs-konzentration-stress-studien/" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Fidget Toys bei ADHS: Was sie wirklich bringen</a></li>
<li><a href="https://hirnzigartig.at/adhs-basics/adhs-dopaminhacks/" style="color:#002f6c;font-weight:600;">ADHS und Dopamin: Dopaminhacks für den Alltag</a></li>
<li>Choi, J. W., Han, D. H., Kang, K. D., Jung, H. Y. &amp; Renshaw, P. F. (2015). Aerobic exercise and attention deficit hyperactivity disorder: brain research. Medicine &amp; Science in Sports &amp; Exercise, 47(1), 33–39. <a href="https://doi.org/10.1249/MSS.0000000000000373" target="_blank" rel="noreferrer noopener">doi.org/10.1249/MSS.0000000000000373</a></li>
<li>Feng, L., Ren, Y., Cheng, J. &amp; Wang, Y. (2021). Balance Training as an Adjunct to Methylphenidate: A Randomized Controlled Pilot Study of Behavioral Improvement Among Children With ADHD in China. Frontiers in Psychiatry, 11, 552174. <a href="https://doi.org/10.3389/fpsyt.2020.552174" target="_blank" rel="noreferrer noopener">doi.org/10.3389/fpsyt.2020.552174</a></li>
</ul>
</div>



<p class="hz-cta" style="margin:28px 0 0;padding:22px 26px;background:#002f6c;border-radius:10px;color:#dbe4f2;line-height:1.75;">Du willst herausfinden, was dir im Alltag und im Job hilft? Im <a href="https://hirnzigartig.at/adhs-coaching/" style="color:#fff;font-weight:600;">ADHS-Coaching</a> und im <a href="https://hirnzigartig.at/autismus-coaching/" style="color:#fff;font-weight:600;">Autismus- und AuDHS-Coaching</a> arbeiten wir an deinen konkreten Situationen. <a href="https://hirnzigartig.at/ueber/" style="color:#fff;font-weight:700;text-decoration:underline;">Erstgespräch anfragen →</a></p>



<style>.hz-author-box{display:flex;gap:18px;align-items:center;margin:44px 0 8px;padding:22px 24px;background:#f4f7fc;border:1px solid #e6e9f2;border-left:4px solid #d00150;border-radius:10px}.hz-ab-avatar{width:76px;height:76px;flex:none;border-radius:50%;object-fit:cover;object-position:42% 28%;border:3px solid #fff;box-shadow:0 2px 8px rgba(0,47,108,.15)}.hz-ab-body{font-size:.95rem;line-height:1.6;color:#4a4a4a}.hz-ab-check{display:inline-flex;align-items:center;gap:6px;font-weight:700;color:#002f6c;font-size:.9rem;margin-bottom:6px}.hz-ab-name{font-weight:700;color:#002f6c}.hz-author-box a{color:#d00150;font-weight:600;text-decoration:none}</style>
<div class="hz-author-box"><img decoding="async" class="hz-ab-avatar" src="https://hirnzigartig.at/wp-content/uploads/2025/11/Julie-Stuhl-mit-Hintergrund-2-3-e1762877972844-768x512.jpg" alt="Julie Simstich" width="76" height="76" loading="lazy"><div class="hz-ab-body"><div class="hz-ab-check"><svg width="18" height="18" viewBox="0 0 24 24" fill="none"><path d="M20 6 9 17l-5-5" stroke="#d00150" stroke-width="3" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round"/></svg>Fachlich geprüft von Julie Simstich</div><p style="margin:0"><span class="hz-ab-name">Julie Simstich</span> – Arbeits- &amp; klinische Psychologin (in Fachausbildung), Organisationssoziologin, TEDx-Speakerin, WKO/UBIT Expert Group Human Resources (Steiermark). Sie begleitet Unternehmen bei Neuroinklusion und arbeitet klinisch am PSY2 Institut Gleisdorf. <a href="https://hirnzigartig.at/ueber/">Mehr über Julie →</a> · <a href="https://www.linkedin.com/in/julie-simstich/" target="_blank" rel="noopener">LinkedIn</a></p></div></div>
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			</item>
		<item>
		<title>Neurodiversität: 10 häufige Fragen zu ADHS, Autismus und Diagnose</title>
		<link>https://hirnzigartig.at/adhs-basics/neurodiversitaet-im-fokus-antworten-auf-haeufige-fragen-teil-1/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Julie Simstich]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Mar 2026 10:01:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[ADHS Basics]]></category>
		<category><![CDATA[Podcast]]></category>
		<category><![CDATA[Für Betroffene]]></category>
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					<description><![CDATA[Was ist Neurodiversität? Wie werden ADHS und Autismus diagnostiziert, taugt die Selbstdiagnose und was unterscheidet ADHS von ADS? Zehn Antworten mit Quellen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<div class="hz-kurz" style="margin:0 0 34px;padding:26px 28px;background:#f0f4fb;border-left:5px solid #d00150;border-radius:10px;">
<p style="margin:0 0 12px;text-transform:uppercase;letter-spacing:.12em;font-size:.72rem;font-weight:700;color:#d00150;">Kurz gefasst</p>
<p style="margin:0 0 10px;color:#4a4a4a;line-height:1.75;">Neurodiversität beschreibt, dass Gehirne unterschiedlich arbeiten und dass diese Unterschiede zur normalen Bandbreite gehören. Der Begriff entstand in den 1990er-Jahren in der autistischen Community.</p>
<p style="margin:0;color:#4a4a4a;line-height:1.75;">Der Artikel beantwortet zehn häufige Fragen: wie ADHS und Autismus diagnostiziert werden, was von Selbstdiagnose zu halten ist, wie groß die Dunkelziffer ist und was ADS von ADHS unterscheidet.</p>
</div>



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<style>.hz-toc ol{columns:2;column-gap:36px;margin:0;padding-left:1.3em;line-height:1.9;}.hz-toc li{break-inside:avoid;}@media (max-width:700px){.hz-toc ol{columns:1;}}</style>
<nav class="hz-toc" aria-label="Inhalt" style="margin:0 0 34px;padding:22px 26px;background:#f0f4fb;border-radius:10px;">
<p style="margin:0 0 12px;text-transform:uppercase;letter-spacing:.12em;font-size:.72rem;font-weight:700;color:#d00150;">Inhalt</p>
<ol>
<li><a href="#zehn-fragen-die-fast-immer-kommen" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Zehn Fragen, die fast immer kommen</a></li>
<li><a href="#1-was-ist-neurodiversitaet-gibt-es-eine-klare-definition" style="color:#002f6c;font-weight:600;">1. Was ist Neurodiversität? Gibt es eine klare Definition?</a></li>
<li><a href="#2-wie-wird-adhs-diagnostiziert-was-sind-die-diagnosekriterie" style="color:#002f6c;font-weight:600;">2. Wie wird ADHS diagnostiziert? Was sind die Diagnosekriterien?</a></li>
<li><a href="#3-wie-wird-autismus-diagnostiziert-was-sind-die-unterschiede" style="color:#002f6c;font-weight:600;">3. Wie wird Autismus diagnostiziert? Was sind die Unterschiede zu ADHS?</a></li>
<li><a href="#4-kann-man-sich-selbst-mit-adhs-oder-autismus-diagnostiziere" style="color:#002f6c;font-weight:600;">4. Kann man sich selbst mit ADHS oder Autismus diagnostizieren?</a></li>
<li><a href="#5-wie-gross-ist-die-dunkelziffer-bei-neurodivergenten-mensch" style="color:#002f6c;font-weight:600;">5. Wie groß ist die Dunkelziffer bei neurodivergenten Menschen?</a></li>
<li><a href="#6-unterscheiden-sich-die-diagnosekriterien-zwischen-laendern" style="color:#002f6c;font-weight:600;">6. Unterscheiden sich die Diagnosekriterien zwischen Ländern?</a></li>
<li><a href="#7-was-ist-der-unterschied-zwischen-adhs-und-ads" style="color:#002f6c;font-weight:600;">7. Was ist der Unterschied zwischen ADHS und ADS?</a></li>
<li><a href="#8-bleibt-adhs-bis-ins-erwachsenenalter-bestehen" style="color:#002f6c;font-weight:600;">8. Bleibt ADHS bis ins Erwachsenenalter bestehen?</a></li>
<li><a href="#9-was-ist-normal" style="color:#002f6c;font-weight:600;">9. Was ist „normal“?</a></li>
<li><a href="#10-welche-rolle-spielt-leidensdruck-in-der-diagnose" style="color:#002f6c;font-weight:600;">10. Welche Rolle spielt Leidensdruck in der Diagnose?</a></li>
<li><a href="#womit-du-anfaengst" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Womit du anfängst</a></li>
<li><a href="#quellen" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Quellen</a></li>
</ol>
</nav>



<h2 class="wp-block-heading" id="zehn-fragen-die-fast-immer-kommen">Zehn Fragen, die fast immer kommen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ist mein Kind lebhaft oder hat es ADHS? Kann ich mich selbst diagnostizieren? Wächst sich ADHS aus? In der Podcastfolge gehen Walter und ich zehn solcher Fragen durch. Hier stehen die Antworten zum Nachlesen, mit Quellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Teil 1 behandelt die Begriffe, die Diagnostik, die Selbstdiagnose und die Frage, ab wann aus einer Eigenheit eine Diagnose wird. Eine Abklärung ersetzt der Artikel nicht.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="1-was-ist-neurodiversitaet-gibt-es-eine-klare-definition">1. Was ist Neurodiversität? Gibt es eine klare Definition?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neurodiversität ist ein Begriff aus der Selbstvertretung und aus den Sozialwissenschaften. Er sagt: Gehirne arbeiten unterschiedlich, und diese Unterschiede gehören zur normalen Bandbreite des Menschen. Entstanden ist er in den 1990er-Jahren in der autistischen Online-Community, bekannt wurde er durch die Soziologin Judy Singer und den Journalisten Harvey Blume (<a href="https://doi.org/10.1177/13623613241237871" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Botha et al., 2024</a>).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwei Wörter werden oft verwechselt. Neurodiversität meint die Vielfalt aller Gehirne. Neurodivergent nennt sich ein Mensch, dessen Gehirn deutlich anders arbeitet als der Durchschnitt, etwa bei ADHS, Autismus, Dyslexie, Dyspraxie oder Dyskalkulie. Wer im Durchschnitt liegt, gilt als neurotypisch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine klinische Definition gibt es nicht. In den Diagnosemanualen stehen die einzelnen Diagnosen, und dort heißen sie Störungen. Der Neurodiversitäts-Ansatz widerspricht dem Bild vom Defekt und schließt Unterstützung trotzdem ein. Wie sich beide Sichtweisen vertragen, steht im Artikel <a href="/neuroinklusion/identitaet-oder-diagnose-der-kampf-um-den-begriff-neurodivergenz/">Identität oder Diagnose</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="2-wie-wird-adhs-diagnostiziert-was-sind-die-diagnosekriterie">2. Wie wird ADHS diagnostiziert? Was sind die Diagnosekriterien?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Einen einzelnen Test gibt es nicht. Die Diagnose entsteht im klinischen Gespräch. Fragebögen allein, neuropsychologische Tests oder Hirnscans reichen dafür nicht aus (<a href="https://doi.org/10.1016/j.neubiorev.2021.01.022" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Faraone et al., 2021</a>).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Geprüft wird nach DSM-5 oder ICD. Beide beschreiben dieselben drei Symptombereiche (<a href="https://www.gesundheitsinformation.de/adhs-wie-wird-die-diagnose-gestellt.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">IQWiG, 2022</a>):</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Unaufmerksamkeit:</strong> Flüchtigkeitsfehler, kurze Konzentrationsspanne, Aufgaben bleiben liegen, Dinge gehen verloren.</li>



<li><strong>Hyperaktivität:</strong> Zappeln, Aufstehen, das Gefühl, wie von einem Motor angetrieben zu sein.</li>



<li><strong>Impulsivität:</strong> Dazwischenreden, schlecht warten können, handeln vor dem Nachdenken.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Für eine Diagnose müssen vier Bedingungen erfüllt sein:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li>Die Symptome bestehen seit mindestens sechs Monaten.</li>



<li>Sie haben in der Kindheit begonnen: nach DSM-5 und ICD-11 vor dem zwölften Geburtstag, nach ICD-10 vor dem siebten.</li>



<li>Sie zeigen sich in mehreren Lebensbereichen, zum Beispiel in der Schule oder Arbeit und zu Hause.</li>



<li>Sie beeinträchtigen den Alltag, und eine andere Ursache erklärt sie nicht besser.</li>
</ol>



<h3 class="wp-block-heading">So läuft die Abklärung ab</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Am Anfang steht ein ausführliches Gespräch über die Lebensgeschichte: wann die Symptome begonnen haben und wie sie sich entwickelt haben. Bei Erwachsenen werden die Angaben nach Möglichkeit mit denen von Eltern, Partner:in oder anderen engen Bezugspersonen abgeglichen. Fragebögen helfen beim Strukturieren. Eine körperliche und neurologische Untersuchung gehört dazu, weil Schilddrüsenstörungen, Schlafstörungen oder Medikamente ähnliche Symptome machen können. Mit Laborwerten, EEG oder anderen apparativen Verfahren lässt sich ADHS laut deutscher <a href="https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/028-045" target="_blank" rel="noreferrer noopener">S3-Leitlinie</a> (Version 2.0, 2026) nicht feststellen. Solche Untersuchungen dienen dazu, körperliche Ursachen abzuklären.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Diagnose beruht also auf Kriterien, die erfüllt sein müssen. Zusätzlich wird geprüft, ob etwas anderes die Symptome besser erklärt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Österreich stellen Fachärzt:innen für Psychiatrie oder für Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie Klinische Psycholog:innen die Diagnose. Die klinisch-psychologische Diagnostik ist per Gesetz Klinischen Psycholog:innen vorbehalten (<a href="https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;Gesetzesnummer=20008552" target="_blank" rel="noreferrer noopener">§ 22 Psychologengesetz 2013</a>).</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="3-wie-wird-autismus-diagnostiziert-was-sind-die-unterschiede">3. Wie wird Autismus diagnostiziert? Was sind die Unterschiede zu ADHS?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bei Autismus müssen nach DSM-5 zwei Bereiche betroffen sein (<a href="https://www.cdc.gov/autism/hcp/diagnosis/index.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">CDC, 2025</a>):</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Soziale Kommunikation und Interaktion:</strong> Schwierigkeiten im wechselseitigen Austausch, in der nonverbalen Kommunikation wie Blickkontakt, Mimik und Gestik und beim Aufbauen und Halten von Beziehungen. Alle drei Teilbereiche müssen betroffen sein.</li>



<li><strong>Eingeschränkte, sich wiederholende Verhaltensmuster und Interessen:</strong> wiederholte Bewegungen (Stimming), Festhalten an Routinen, sehr intensive Interessen, Über- oder Unterempfindlichkeit für Sinnesreize. Mindestens zwei dieser vier Muster müssen vorliegen.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Bei ADHS reicht nach DSM-5 ein Symptombereich, bei Autismus braucht es beide. Beides kann gemeinsam auftreten. In einer großen Metaanalyse hatten 28 Prozent der autistischen Menschen auch ADHS (<a href="https://doi.org/10.1016/S2215-0366(19)30289-5" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Lai et al., 2019</a>), eine zweite kommt auf 38,5 Prozent (<a href="https://doi.org/10.1016/j.rasd.2021.101759" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Rong et al., 2021</a>).</p>



<h3 class="wp-block-heading">Warum Autismus oft spät erkannt wird</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Masking:</strong> Viele autistische Menschen passen ihr Verhalten an, um nicht aufzufallen. Reviews finden dabei Geschlechtsunterschiede, und stärkeres Camouflaging hängt mit schlechterer psychischer Gesundheit zusammen (<a href="https://doi.org/10.1007/s40489-020-00197-9" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Hull et al., 2020</a>; <a href="https://doi.org/10.1016/j.cpr.2021.102080" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Cook et al., 2021</a>).</li>



<li><strong>Geschlechter-Bias:</strong> Lange galt ein Verhältnis von vier Jungen auf ein Mädchen. Eine Metaanalyse über 54 Studien kommt auf eher 3 zu 1 und sieht darin einen Hinweis, dass Mädchen übersehen werden (<a href="https://doi.org/10.1016/j.jaac.2017.03.013" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Loomes et al., 2017</a>).</li>



<li><strong>Fehldiagnosen:</strong> Von 1.211 autistischen Erwachsenen in den Niederlanden berichteten 24,6 Prozent von mindestens einer früheren psychiatrischen Diagnose, die sie als Fehldiagnose erlebt haben. Bei Frauen waren es 31,7 Prozent, bei Männern 16,7 Prozent. Am häufigsten ging es um Persönlichkeitsstörungen (<a href="https://doi.org/10.1016/j.eclinm.2024.102586" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Kentrou et al., 2024</a>).</li>
</ul>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="993" height="1024" src="https://hirnzigartig.at/wp-content/uploads/2026/10/adhs-autismus-diagnoseweg-hirnzigartig-993x1024.png" alt="Infografik mit vier Schritten der ADHS-Abklärung und einer Tabelle, die ADHS und Autismus nach Symptombereichen, Gründen für späte Diagnosen und Zuständigkeit vergleicht." class="wp-image-5558" srcset="https://hirnzigartig.at/wp-content/uploads/2026/10/adhs-autismus-diagnoseweg-hirnzigartig-993x1024.png 993w, https://hirnzigartig.at/wp-content/uploads/2026/10/adhs-autismus-diagnoseweg-hirnzigartig-291x300.png 291w, https://hirnzigartig.at/wp-content/uploads/2026/10/adhs-autismus-diagnoseweg-hirnzigartig-768x792.png 768w, https://hirnzigartig.at/wp-content/uploads/2026/10/adhs-autismus-diagnoseweg-hirnzigartig.png 1200w" sizes="auto, (max-width: 993px) 100vw, 993px" /></figure>



<h2 class="wp-block-heading" id="4-kann-man-sich-selbst-mit-adhs-oder-autismus-diagnostiziere">4. Kann man sich selbst mit ADHS oder Autismus diagnostizieren?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Diagnose im medizinischen und rechtlichen Sinn stellt eine Fachperson. Ob die eigene Einschätzung trotzdem zählt, ist umstritten, auch in der Community (<a href="https://doi.org/10.1007/s12152-016-9247-x" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Sarrett, 2016</a>).</p>



<h3 class="wp-block-heading">Was dafür spricht</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der Weg zur Abklärung ist für viele versperrt. In einer Befragung von 665 autistischen Erwachsenen mit oder ohne formale Diagnose war die häufigste Hürde die Angst, von Fachleuten nicht ernst genommen zu werden (<a href="https://doi.org/10.1007/s10803-017-3168-3" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Lewis, 2017</a>). Für Autismus zeigen zwei Studien, dass selbstidentifizierte Erwachsene den diagnostizierten sehr ähnlich sind. In der einen glichen sich 893 diagnostizierte und 245 selbstdiagnostizierte Erwachsene in Stigma-Erleben, Selbstwert und Lebensqualität (<a href="https://doi.org/10.1089/aut.2019.0069" target="_blank" rel="noreferrer noopener">McDonald, 2020</a>). In der anderen, einer Studie mit 839 Personen, beantworteten diagnostizierte und selbstidentifizierte autistische Erwachsene den Fragebogen RAADS-R sehr ähnlich (<a href="https://doi.org/10.1177/13623613241228329" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Sturm et al., 2024</a>).</p>



<h3 class="wp-block-heading">Was dagegen spricht</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Bei ADHS überschätzt der bekannteste Selbsttest die Häufigkeit deutlich. Für den WHO-Screener ASRS liegt der positive Vorhersagewert in der Allgemeinbevölkerung rechnerisch bei etwa 11,5 Prozent. Von neun Personen mit auffälligem Ergebnis hätte demnach ungefähr eine ADHS (<a href="https://doi.org/10.1016/j.comppsych.2021.152224" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Chamberlain et al., 2021</a>). In den 100 meistgesehenen TikTok-Videos unter #ADHD stimmte weniger als die Hälfte der Symptom-Aussagen mit dem DSM überein (<a href="https://doi.org/10.1371/journal.pone.0319335" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Karasavva et al., 2025</a>). Depression, Angststörungen oder Schlafstörungen können ähnlich aussehen und brauchen eine andere Behandlung. Medikation und formale Unterstützung setzen eine Diagnose voraus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mein Vorschlag: Nimm die eigene Einschätzung als Anlass für eine Abklärung und als Arbeitshypothese für den Alltag, solange du auf einen Termin wartest.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="5-wie-gross-ist-die-dunkelziffer-bei-neurodivergenten-mensch">5. Wie groß ist die Dunkelziffer bei neurodivergenten Menschen?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für Autismus gibt es eine Schätzung aus England. Dort haben 0,82 Prozent der Bevölkerung eine Diagnose, und geschätzt 59 bis 72 Prozent der autistischen Menschen haben keine. Die Autor:innen gehen davon aus, dass die Lücke bei Kindern klein und bei älteren Erwachsenen groß ist (<a href="https://doi.org/10.1016/j.lanepe.2023.100626" target="_blank" rel="noreferrer noopener">O&#8217;Nions et al., 2023</a>). Weltweit liegt die Häufigkeit von Autismus im Median bei etwa 1 Prozent (<a href="https://doi.org/10.1002/aur.2696" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Zeidan et al., 2022</a>).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Von ADHS sind weltweit etwa 2,5 Prozent der Erwachsenen betroffen (Faraone et al., 2021). In deutschen Krankenkassendaten hatten 2014 nur 0,4 Prozent der Erwachsenen eine Diagnose (<a href="https://doi.org/10.3238/arztebl.2017.0141" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bachmann et al., 2017</a>). Grob gerechnet war das damals jede sechste betroffene Person. Auch der europäische Konsens zu ADHS bei Erwachsenen spricht von Unterdiagnostik in vielen Ländern (<a href="https://doi.org/10.1016/j.eurpsy.2018.11.001" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Kooij et al., 2019</a>). Für Österreich liegen mir keine vergleichbaren Zahlen vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Frauen bekommen ihre ADHS-Diagnose später. In Registerdaten aus der Region Stockholm mit 85.330 Personen waren Frauen bei der ersten Diagnose oder Behandlung 23,5 Jahre alt, Männer 19,6 (<a href="https://doi.org/10.1111/jcpp.13920" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Skoglund et al., 2024</a>). Das sind knapp vier Jahre Unterschied.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für dich als Führungskraft heißt das: In einem Team mit 40 Personen ist rechnerisch eine mit ADHS dabei, mit oder ohne Diagnose. Was das für Führung bedeutet, steht auf der Seite zur <a href="/neuroinklusion-unternehmen/">Neuroinklusion im Unternehmen</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="6-unterscheiden-sich-die-diagnosekriterien-zwischen-laendern">6. Unterscheiden sich die Diagnosekriterien zwischen Ländern?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Manuale unterscheiden sich, die Häufigkeit von ADHS kaum. Die ICD-10 ist bei ADHS strenger als das DSM-5: Sie verlangt Symptome aus allen drei Bereichen und einen Beginn vor dem siebten Geburtstag (IQWiG, 2022). Die ICD-11 ist seit 2022 in Kraft und weitgehend an das DSM-5 angeglichen (<a href="https://doi.org/10.5498/wjp.v13.i5.138" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Gomez et al., 2023</a>). In Deutschland gilt bis zur Einführung der ICD-11 weiter die ICD-10-GM (<a href="https://www.bfarm.de/DE/Kodiersysteme/Klassifikationen/ICD/ICD-11/_node.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">BfArM</a>), und die S3-Leitlinie lässt die Diagnose nach ICD-10 oder DSM-5 zu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der oft zitierte Abstand zwischen den USA und Europa zeigt sich vor allem bei den vergebenen Diagnosen. In den USA haben nach Elternangaben 11,4 Prozent der 3- bis 17-Jährigen irgendwann eine ADHS-Diagnose erhalten (<a href="https://doi.org/10.1080/15374416.2024.2335625" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Danielson et al., 2024</a>), in Deutschland 4,4 Prozent (<a href="https://doi.org/10.17886/RKI-GBE-2018-085" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Göbel et al., 2018</a>). Misst man mit einheitlichen Kriterien, unterscheiden sich Nordamerika und Europa nicht signifikant. Weltweit kommen die Studien auf rund 5 Prozent der Kinder und Jugendlichen (<a href="https://doi.org/10.1176/ajp.2007.164.6.942" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Polanczyk et al., 2007</a>; <a href="https://doi.org/10.1093/ije/dyt261" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Polanczyk et al., 2014</a>).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei Autismus kennt die ICD-10 noch das Asperger-Syndrom als eigene Diagnose. DSM-5 und ICD-11 fassen alles in der Autismus-Spektrum-Störung zusammen.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="7-was-ist-der-unterschied-zwischen-adhs-und-ads">7. Was ist der Unterschied zwischen ADHS und ADS?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Als eigener Name ist ADS aus DSM-5 und ICD-11 verschwunden. 1980 hieß die Diagnose im DSM-III „Attention Deficit Disorder“, mit oder ohne Hyperaktivität. 1987 wurde daraus ADHD, 1994 kamen drei Subtypen dazu (<a href="https://doi.org/10.1007/s12402-010-0045-8" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Lange et al., 2010</a>). Seit dem DSM-5 heißen sie Erscheinungsbilder (<a href="https://doi.org/10.2217/npy.13.59" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Epstein &amp; Loren, 2013</a>):</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>vorwiegend unaufmerksam</li>



<li>vorwiegend hyperaktiv-impulsiv</li>



<li>gemischt</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Im Alltag meint „ADS“ meist das vorwiegend unaufmerksame Erscheinungsbild: ruhig, verträumt, ohne sichtbare Unruhe. In der ICD-10-GM wird diese Form als F98.80 kodiert, „Aufmerksamkeitsstörung ohne Hyperaktivität mit Beginn in der Kindheit und Jugend“.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="8-bleibt-adhs-bis-ins-erwachsenenalter-bestehen">8. Bleibt ADHS bis ins Erwachsenenalter bestehen?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bei den meisten bleiben Symptome, das Vollbild bleibt bei einer Minderheit. Mit 25 Jahren erfüllen noch etwa 15 Prozent alle Kriterien. Rechnet man Verläufe mit, bei denen ein Teil der Symptome zurückgegangen ist, sind es rund 65 Prozent (<a href="https://doi.org/10.1017/S003329170500471X" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Faraone et al., 2006</a>). In der MTA-Studie mit 558 Kindern verlief ADHS bei 63,8 Prozent wechselhaft, mit Phasen der Besserung und der Rückkehr. Dauerhaft genesen waren 9,1 Prozent (<a href="https://doi.org/10.1176/appi.ajp.2021.21010032" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Sibley et al., 2022</a>).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Bild verändert sich mit dem Alter. Hyperaktivität und Impulsivität gehen schneller zurück als Unaufmerksamkeit (<a href="https://doi.org/10.1176/appi.ajp.157.5.816" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Biederman et al., 2000</a>). Aus dem Kind, das nicht sitzen bleiben konnte, wird oft ein Erwachsener mit innerer Unruhe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Manche Erwachsene mit ADHS haben als Kind nie eine Diagnose bekommen (<a href="https://www.gesundheitsinformation.de/adhs-bei-erwachsenen.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">IQWiG, ADHS bei Erwachsenen</a>). Sie galten als verträumt, faul oder chaotisch.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="9-was-ist-normal">9. Was ist „normal“?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Unaufmerksam, zappelig oder impulsiv ist jedes Kind manchmal. Die Kriterien setzen deshalb Schwellen: mindestens sechs Monate, in mehreren Lebensbereichen, mit Beeinträchtigung im Alltag. Ein Kind, das gelegentlich die Hausübung vergisst, erfüllt sie nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wo die Schwelle erreicht wird, hängt auch an der Umgebung. Dieselbe Unruhe fällt in einer Klasse mit viel Stillarbeit stärker auf als in einer mit viel Bewegung. Normalität ist damit ein Bereich auf einem Kontinuum, und die Grenze zur Diagnose zieht die Beeinträchtigung.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="10-welche-rolle-spielt-leidensdruck-in-der-diagnose">10. Welche Rolle spielt Leidensdruck in der Diagnose?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Diagnose zählt die Funktionsbeeinträchtigung: Die Symptome müssen Schule, Arbeit oder Beziehungen spürbar stören. Subjektiver Leidensdruck ist etwas anderes und im DSM-5 für sich allein kein Kriterium. Das DSM-5 verlangt, dass die Symptome das Funktionsniveau beeinträchtigen oder seine Qualität mindern (Epstein &amp; Loren, 2013). Die S3-Leitlinie spricht von zumindest moderater Beeinträchtigung und an anderer Stelle von deutlichem Leiden und/oder Einschränkungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für dich heißt das: Du kannst viele ADHS-Merkmale haben und trotzdem unter der Schwelle bleiben, etwa weil dein Umfeld gut zu dir passt. Das kann sich ändern, wenn das Umfeld wechselt, zum Beispiel mit dem ersten Job oder mit Kindern.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="womit-du-anfaengst">Womit du anfängst</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn du dich in den Beschreibungen wiederfindest, schreib dir konkrete Situationen auf: was passiert, seit wann, in welchen Lebensbereichen. Alte Schulzeugnisse helfen, weil die Kriterien nach der Kindheit fragen. Mit diesen Notizen gehst du in die Abklärung. Bis zum Termin taugen sie als Grundlage, um Strategien auszuprobieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="quellen">Quellen</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>AWMF (2026). Interdisziplinäre evidenz- und konsensbasierte S3-Leitlinie „Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter“, Version 2.0. AWMF-Register-Nr. 028-045. <a href="https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/028-045" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/028-045</a></li>



<li>Bachmann, C. J., Philipsen, A. &amp; Hoffmann, F. (2017). ADHD in Germany: Trends in Diagnosis and Pharmacotherapy. Deutsches Ärzteblatt International, 114(9), 141–148. <a href="https://doi.org/10.3238/arztebl.2017.0141" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://doi.org/10.3238/arztebl.2017.0141</a></li>



<li>BfArM (o. J.). ICD-11. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. <a href="https://www.bfarm.de/DE/Kodiersysteme/Klassifikationen/ICD/ICD-11/_node.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.bfarm.de/DE/Kodiersysteme/Klassifikationen/ICD/ICD-11/_node.html</a></li>



<li>Biederman, J., Mick, E. &amp; Faraone, S. V. (2000). Age-Dependent Decline of Symptoms of Attention Deficit Hyperactivity Disorder: Impact of Remission Definition and Symptom Type. American Journal of Psychiatry, 157(5), 816–818. <a href="https://doi.org/10.1176/appi.ajp.157.5.816" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://doi.org/10.1176/appi.ajp.157.5.816</a></li>



<li>Botha, M., Chapman, R., Giwa Onaiwu, M., Kapp, S. K., Stannard Ashley, A. &amp; Walker, N. (2024). The neurodiversity concept was developed collectively: An overdue correction on the origins of neurodiversity theory. Autism, 28(6), 1591–1594. <a href="https://doi.org/10.1177/13623613241237871" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://doi.org/10.1177/13623613241237871</a></li>



<li>CDC (2025). Clinical Testing and Diagnosis for Autism Spectrum Disorder. Centers for Disease Control and Prevention. <a href="https://www.cdc.gov/autism/hcp/diagnosis/index.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.cdc.gov/autism/hcp/diagnosis/index.html</a></li>



<li>Chamberlain, S. R., Cortese, S. &amp; Grant, J. E. (2021). Screening for adult ADHD using brief rating tools: What can we conclude from a positive screen? Some caveats. Comprehensive Psychiatry, 106, 152224. <a href="https://doi.org/10.1016/j.comppsych.2021.152224" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://doi.org/10.1016/j.comppsych.2021.152224</a></li>



<li>Cook, J., Hull, L., Crane, L. &amp; Mandy, W. (2021). Camouflaging in autism: A systematic review. Clinical Psychology Review, 89, 102080. <a href="https://doi.org/10.1016/j.cpr.2021.102080" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://doi.org/10.1016/j.cpr.2021.102080</a></li>



<li>Danielson, M. L., Claussen, A. H., Bitsko, R. H., Katz, S. M., Newsome, K., Blumberg, S. J. et al. (2024). ADHD Prevalence Among U.S. Children and Adolescents in 2022: Diagnosis, Severity, Co-Occurring Disorders, and Treatment. Journal of Clinical Child &amp; Adolescent Psychology, 53(3), 343–360. <a href="https://doi.org/10.1080/15374416.2024.2335625" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://doi.org/10.1080/15374416.2024.2335625</a></li>



<li>Epstein, J. N. &amp; Loren, R. E. (2013). Changes in the definition of ADHD in DSM-5: subtle but important. Neuropsychiatry, 3(5), 455–458. <a href="https://doi.org/10.2217/npy.13.59" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://doi.org/10.2217/npy.13.59</a></li>



<li>Faraone, S. V., Banaschewski, T., Coghill, D., Zheng, Y., Biederman, J., Bellgrove, M. A. et al. (2021). The World Federation of ADHD International Consensus Statement: 208 Evidence-based conclusions about the disorder. Neuroscience &amp; Biobehavioral Reviews, 128, 789–818. <a href="https://doi.org/10.1016/j.neubiorev.2021.01.022" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://doi.org/10.1016/j.neubiorev.2021.01.022</a></li>



<li>Faraone, S. V., Biederman, J. &amp; Mick, E. (2006). The age-dependent decline of attention deficit hyperactivity disorder: a meta-analysis of follow-up studies. Psychological Medicine, 36(2), 159–165. <a href="https://doi.org/10.1017/S003329170500471X" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://doi.org/10.1017/S003329170500471X</a></li>



<li>Göbel, K., Baumgarten, F., Kuntz, B., Hölling, H. &amp; Schlack, R. (2018). ADHD in children and adolescents in Germany. Results of the cross-sectional KiGGS Wave 2 study and trends. Journal of Health Monitoring, 3(3), 42–49. <a href="https://doi.org/10.17886/RKI-GBE-2018-085" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://doi.org/10.17886/RKI-GBE-2018-085</a></li>



<li>Gomez, R., Chen, W. &amp; Houghton, S. (2023). Differences between DSM-5-TR and ICD-11 revisions of attention deficit/hyperactivity disorder: A commentary on implications and opportunities. World Journal of Psychiatry, 13(5), 138–143. <a href="https://doi.org/10.5498/wjp.v13.i5.138" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://doi.org/10.5498/wjp.v13.i5.138</a></li>



<li>Hull, L., Petrides, K. V. &amp; Mandy, W. (2020). The Female Autism Phenotype and Camouflaging: a Narrative Review. Review Journal of Autism and Developmental Disorders, 7(4), 306–317. <a href="https://doi.org/10.1007/s40489-020-00197-9" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://doi.org/10.1007/s40489-020-00197-9</a></li>



<li>IQWiG (2022). ADHS bei Erwachsenen. gesundheitsinformation.de. <a href="https://www.gesundheitsinformation.de/adhs-bei-erwachsenen.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.gesundheitsinformation.de/adhs-bei-erwachsenen.html</a></li>



<li>IQWiG (2022). ADHS: Wie wird die Diagnose gestellt? gesundheitsinformation.de. <a href="https://www.gesundheitsinformation.de/adhs-wie-wird-die-diagnose-gestellt.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.gesundheitsinformation.de/adhs-wie-wird-die-diagnose-gestellt.html</a></li>



<li>Karasavva, V., Miller, C., Groves, N., Montiel, A., Canu, W. &amp; Mikami, A. (2025). A double-edged hashtag: Evaluation of #ADHD-related TikTok content and its associations with perceptions of ADHD. PLOS ONE, 20(3), e0319335. <a href="https://doi.org/10.1371/journal.pone.0319335" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://doi.org/10.1371/journal.pone.0319335</a></li>



<li>Kentrou, V., Livingston, L. A., Grove, R., Hoekstra, R. A. &amp; Begeer, S. (2024). Perceived misdiagnosis of psychiatric conditions in autistic adults. eClinicalMedicine, 71, 102586. <a href="https://doi.org/10.1016/j.eclinm.2024.102586" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://doi.org/10.1016/j.eclinm.2024.102586</a></li>



<li>Kooij, J., Bijlenga, D., Salerno, L., Jaeschke, R., Bitter, I., Balázs, J. et al. (2019). Updated European Consensus Statement on diagnosis and treatment of adult ADHD. European Psychiatry, 56(1), 14–34. <a href="https://doi.org/10.1016/j.eurpsy.2018.11.001" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://doi.org/10.1016/j.eurpsy.2018.11.001</a></li>



<li>Lai, M. C., Kassee, C., Besney, R., Bonato, S., Hull, L., Mandy, W. et al. (2019). Prevalence of co-occurring mental health diagnoses in the autism population: a systematic review and meta-analysis. The Lancet Psychiatry, 6(10), 819–829. <a href="https://doi.org/10.1016/S2215-0366(19)30289-5" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://doi.org/10.1016/S2215-0366(19)30289-5</a></li>



<li>Lange, K. W., Reichl, S., Lange, K. M., Tucha, L. &amp; Tucha, O. (2010). The history of attention deficit hyperactivity disorder. ADHD Attention Deficit and Hyperactivity Disorders, 2(4), 241–255. <a href="https://doi.org/10.1007/s12402-010-0045-8" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://doi.org/10.1007/s12402-010-0045-8</a></li>



<li>Lewis, L. F. (2017). A Mixed Methods Study of Barriers to Formal Diagnosis of Autism Spectrum Disorder in Adults. Journal of Autism and Developmental Disorders, 47(8), 2410–2424. <a href="https://doi.org/10.1007/s10803-017-3168-3" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://doi.org/10.1007/s10803-017-3168-3</a></li>



<li>Loomes, R., Hull, L. &amp; Mandy, W. P. L. (2017). What Is the Male-to-Female Ratio in Autism Spectrum Disorder? A Systematic Review and Meta-Analysis. Journal of the American Academy of Child &amp; Adolescent Psychiatry, 56(6), 466–474. <a href="https://doi.org/10.1016/j.jaac.2017.03.013" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://doi.org/10.1016/j.jaac.2017.03.013</a></li>



<li>McDonald, T. (2020). Autism Identity and the “Lost Generation”: Structural Validation of the Autism Spectrum Identity Scale and Comparison of Diagnosed and Self-Diagnosed Adults on the Autism Spectrum. Autism in Adulthood, 2(1), 13–23. <a href="https://doi.org/10.1089/aut.2019.0069" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://doi.org/10.1089/aut.2019.0069</a></li>



<li>O&#8217;Nions, E., Petersen, I., Buckman, J. E., Charlton, R., Cooper, C., Corbett, A. et al. (2023). Autism in England: assessing underdiagnosis in a population-based cohort study of prospectively collected primary care data. The Lancet Regional Health &#8211; Europe, 29, 100626. <a href="https://doi.org/10.1016/j.lanepe.2023.100626" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://doi.org/10.1016/j.lanepe.2023.100626</a></li>



<li>Polanczyk, G., de Lima, M. S., Horta, B. L., Biederman, J. &amp; Rohde, L. A. (2007). The Worldwide Prevalence of ADHD: A Systematic Review and Metaregression Analysis. American Journal of Psychiatry, 164(6), 942–948. <a href="https://doi.org/10.1176/ajp.2007.164.6.942" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://doi.org/10.1176/ajp.2007.164.6.942</a></li>



<li>Polanczyk, G. V., Willcutt, E. G., Salum, G. A., Kieling, C. &amp; Rohde, L. A. (2014). ADHD prevalence estimates across three decades: an updated systematic review and meta-regression analysis. International Journal of Epidemiology, 43(2), 434–442. <a href="https://doi.org/10.1093/ije/dyt261" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://doi.org/10.1093/ije/dyt261</a></li>



<li>Psychologengesetz 2013, § 22. Rechtsinformationssystem des Bundes. <a href="https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;Gesetzesnummer=20008552" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;Gesetzesnummer=20008552</a></li>



<li>Rong, Y., Yang, C. J., Jin, Y. &amp; Wang, Y. (2021). Prevalence of attention-deficit/hyperactivity disorder in individuals with autism spectrum disorder: A meta-analysis. Research in Autism Spectrum Disorders, 83, 101759. <a href="https://doi.org/10.1016/j.rasd.2021.101759" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://doi.org/10.1016/j.rasd.2021.101759</a></li>



<li>Sarrett, J. C. (2016). Biocertification and Neurodiversity: the Role and Implications of Self-Diagnosis in Autistic Communities. Neuroethics, 9(1), 23–36. <a href="https://doi.org/10.1007/s12152-016-9247-x" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://doi.org/10.1007/s12152-016-9247-x</a></li>



<li>Sibley, M. H., Arnold, L. E., Swanson, J. M., Hechtman, L. T., Kennedy, T. M., Owens, E. et al. (2022). Variable Patterns of Remission From ADHD in the Multimodal Treatment Study of ADHD. American Journal of Psychiatry, 179(2), 142–151. <a href="https://doi.org/10.1176/appi.ajp.2021.21010032" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://doi.org/10.1176/appi.ajp.2021.21010032</a></li>



<li>Skoglund, C., Sundström Poromaa, I., Leksell, D., Ekholm Selling, K., Cars, T., Giacobini, M. et al. (2024). Time after time: failure to identify and support females with ADHD – a Swedish population register study. Journal of Child Psychology and Psychiatry, 65(6), 832–844. <a href="https://doi.org/10.1111/jcpp.13920" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://doi.org/10.1111/jcpp.13920</a></li>



<li>Sturm, A., Huang, S., Bal, V. &amp; Schwartzman, B. (2024). Psychometric exploration of the RAADS-R with autistic adults: Implications for research and clinical practice. Autism, 28(9), 2334–2345. <a href="https://doi.org/10.1177/13623613241228329" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://doi.org/10.1177/13623613241228329</a></li>



<li>Zeidan, J., Fombonne, E., Scorah, J., Ibrahim, A., Durkin, M. S., Saxena, S. et al. (2022). Global prevalence of autism: A systematic review update. Autism Research, 15(5), 778–790. <a href="https://doi.org/10.1002/aur.2696" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://doi.org/10.1002/aur.2696</a></li>
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<p class="hz-cta" style="margin:28px 0 0;padding:22px 26px;background:#002f6c;border-radius:10px;color:#dbe4f2;line-height:1.75;">Du willst herausfinden, was dir im Alltag und im Job hilft? Im <a href="https://hirnzigartig.at/adhs-coaching/" style="color:#fff;font-weight:600;">ADHS-Coaching</a> und im <a href="https://hirnzigartig.at/autismus-coaching/" style="color:#fff;font-weight:600;">Autismus- und AuDHS-Coaching</a> arbeiten wir an deinen konkreten Situationen. <a href="https://hirnzigartig.at/ueber/" style="color:#fff;font-weight:700;text-decoration:underline;">Erstgespräch anfragen →</a></p>



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<div class="hz-author-box"><img decoding="async" class="hz-ab-avatar" src="https://hirnzigartig.at/wp-content/uploads/2025/11/Julie-Stuhl-mit-Hintergrund-2-3-e1762877972844-768x512.jpg" alt="Julie Simstich" width="76" height="76" loading="lazy"><div class="hz-ab-body"><div class="hz-ab-check"><svg width="18" height="18" viewBox="0 0 24 24" fill="none"><path d="M20 6 9 17l-5-5" stroke="#d00150" stroke-width="3" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round"/></svg>Fachlich geprüft von Julie Simstich</div><p style="margin:0"><span class="hz-ab-name">Julie Simstich</span> – Arbeits- &amp; klinische Psychologin (in Fachausbildung), Organisationssoziologin, TEDx-Speakerin, WKO/UBIT Expert Group Human Resources (Steiermark). Sie begleitet Unternehmen bei Neuroinklusion und arbeitet klinisch am PSY2 Institut Gleisdorf. <a href="https://hirnzigartig.at/ueber/">Mehr über Julie →</a> · <a href="https://www.linkedin.com/in/julie-simstich/" target="_blank" rel="noopener">LinkedIn</a></p></div></div>
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		<title>Effizientes Arbeiten mit ADHS: Body Doubling, Dopamin-Deko und die perfekte Produktivitäts-Umgebung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julie Simstich]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Mar 2026 11:32:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[ADHS Basics]]></category>
		<category><![CDATA[Podcast]]></category>
		<category><![CDATA[Für Betroffene]]></category>
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					<description><![CDATA[Dein Arbeitsplatz kostet dich Fokus? Wie Body Doubling, Dopamin-Deko, die passende Musik und klar getrennte Zonen das Arbeiten mit ADHS leichter machen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<div class="hz-kurz" style="margin:0 0 34px;padding:26px 28px;background:#f0f4fb;border-left:5px solid #d00150;border-radius:10px;">
<p style="margin:0 0 12px;text-transform:uppercase;letter-spacing:.12em;font-size:.72rem;font-weight:700;color:#d00150;">Kurz gefasst</p>
<p style="margin:0 0 10px;color:#4a4a4a;line-height:1.75;">Dein Arbeitsplatz entscheidet mit, wie viel Aufmerksamkeit dir für die eigentliche Arbeit bleibt. In einem Experiment ließen sich Erwachsene mit ADHS von sichtbaren Reizen stärker ablenken, ein völlig karger Raum schneidet in Büro-Experimenten aber auch schlecht ab.</p>
<p style="margin:0;color:#4a4a4a;line-height:1.75;">Der Artikel geht durch, was Dopamin-Deko, Musik, Body Doubling und die Disney-Methode im Alltag bringen – und sagt dazu, wo die Forschung trägt und wo du selbst ausprobieren musst.</p>
</div>



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<style>.hz-toc ol{columns:2;column-gap:36px;margin:0;padding-left:1.3em;line-height:1.9;}.hz-toc li{break-inside:avoid;}@media (max-width:700px){.hz-toc ol{columns:1;}}</style>
<nav class="hz-toc" aria-label="Inhalt" style="margin:0 0 34px;padding:22px 26px;background:#f0f4fb;border-radius:10px;">
<p style="margin:0 0 12px;text-transform:uppercase;letter-spacing:.12em;font-size:.72rem;font-weight:700;color:#d00150;">Inhalt</p>
<ol>
<li><a href="#was-dein-arbeitsplatz-mit-deiner-aufmerksamkeit-macht" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Was dein Arbeitsplatz mit deiner Aufmerksamkeit macht</a></li>
<li><a href="#unordnung-am-schreibtisch-warum-dein-raum-keine-to-do-liste" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Unordnung am Schreibtisch: Warum dein Raum keine To-do-Liste sein darf</a></li>
<li><a href="#dopamin-deko-was-am-arbeitsplatz-energie-gibt" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Dopamin-Deko: Was am Arbeitsplatz Energie gibt</a></li>
<li><a href="#musik-beim-arbeiten-mit-adhs-stille-rauschen-oder-techno" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Musik beim Arbeiten mit ADHS: Stille, Rauschen oder Techno?</a></li>
<li><a href="#body-doubling-arbeiten-waehrend-jemand-anderer-da-ist" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Body Doubling: Arbeiten, während jemand anderer da ist</a></li>
<li><a href="#die-disney-methode-ein-ort-fuer-jede-denkphase" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Die Disney-Methode: Ein Ort für jede Denkphase</a></li>
<li><a href="#to-do-liste-bei-adhs-walters-goldene-regel" style="color:#002f6c;font-weight:600;">To-do-Liste bei ADHS: Walters goldene Regel</a></li>
<li><a href="#arbeitsplatz-gestalten-schritt-fuer-schritt" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Arbeitsplatz gestalten: Schritt für Schritt</a></li>
<li><a href="#womit-du-anfaengst" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Womit du anfängst</a></li>
<li><a href="#quellen" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Quellen</a></li>
</ol>
</nav>



<h2 class="wp-block-heading" id="was-dein-arbeitsplatz-mit-deiner-aufmerksamkeit-macht">Was dein Arbeitsplatz mit deiner Aufmerksamkeit macht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dein Arbeitsplatz arbeitet mit. Jeder Stapel und jedes blinkende Gerät ist ein Reiz, den dein Gehirn erst wegsortieren muss, bevor es bei der eigentlichen Aufgabe ankommt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei ADHS kostet dieses Wegsortieren mehr. In einem Experiment ließen sich Erwachsene mit ADHS von Bildern, die mit der Aufgabe nichts zu tun hatten, deutlich stärker stören als die Vergleichsgruppe (<a href="https://doi.org/10.1037/neu0000020" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Forster et al., 2014</a>).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Walter Marinelli und ich sprechen in dieser Podcast-Folge darüber, wie du deinen Arbeitsplatz so einrichtest, dass er dir Arbeit abnimmt: mit Dopamin-Deko, Musik, Body Doubling und der Disney-Methode. Bei jedem Punkt steht hier dabei, wie gut er belegt ist – einiges davon ist Erfahrungswissen aus der ADHS-Community und keine geprüfte Methode.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="unordnung-am-schreibtisch-warum-dein-raum-keine-to-do-liste">Unordnung am Schreibtisch: Warum dein Raum keine To-do-Liste sein darf</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Oft heißt es, Unordnung treibe das Stresshormon Cortisol hoch. So eindeutig ist das nicht. Die Studie, die dafür meist zitiert wird, hat 60 berufstätige Ehepartner:innen ihr Zuhause bei einem Rundgang beschreiben lassen. Frauen, die ihre Wohnung als unordentlich oder unfertig beschrieben, hatten einen flacheren Cortisol-Verlauf über den Tag und zunehmend gedrückte Stimmung (<a href="https://doi.org/10.1177/0146167209352864" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Saxbe &amp; Repetti, 2010</a>). Das ist ein Zusammenhang in Privatwohnungen – ob die Unordnung den Stress macht oder der Stress die Unordnung, lässt sich daraus nicht ablesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Befragung von 290 Büroangestellten legt sogar die umgekehrte Richtung nahe: Wer erschöpft ist, schiebt Entscheidungen auf, und der Schreibtisch füllt sich. Geprüft ist diese Reihenfolge nicht (<a href="https://doi.org/10.1177/0013916518823041" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Roster &amp; Ferrari, 2020</a>).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beim Cortisol lohnt der genaue Blick. Bei Erwachsenen mit ADHS sind die Werte in Ruhe meist unauffällig. Bei der Reaktion auf Stress sind die Befunde uneinheitlich. Eine israelische Studie fand nach einem Rechentest bei Erwachsenen mit ADHS einen stärkeren Cortisol-Anstieg als in der Kontrollgruppe (<a href="https://doi.org/10.1016/j.psyneuen.2015.05.008" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Raz &amp; Leykin, 2015</a>). Klarer ist das Erleben: In einer Untersuchung mit 96 Erwachsenen mit ADHS fiel die Cortisol-Antwort auf einen Stresstest normal aus, der empfundene Stress lag deutlich über dem der Kontrollgruppe (<a href="https://doi.org/10.1093/ijnp/pyv027" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Corominas-Roso et al., 2015</a>).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Experimentell gezeigt ist ein anderer Mechanismus. Unerledigtes drängt sich in andere Aufgaben hinein: In Experimenten mit Studierenden verschlechterten offene Ziele die Leistung bei völlig anderen Aufgaben. Bei denen, die einen konkreten Plan dafür gemacht hatten, verschwand der Effekt (<a href="https://doi.org/10.1037/a0024192" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Masicampo &amp; Baumeister, 2011</a>). Die Übertragung auf den Schreibtisch liegt nahe – der Stapel am Rand erinnert dich bei jedem Blick an etwas Offenes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für dich heißt das: Räum aus dem Blickfeld, was nicht zur aktuellen Aufgabe gehört, und schreib auf eine Liste, was noch offen ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="dopamin-deko-was-am-arbeitsplatz-energie-gibt">Dopamin-Deko: Was am Arbeitsplatz Energie gibt</h2>



<h3 class="wp-block-heading">Was ist Dopamin-Deko?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">„Dopamin-Deko“ ist ein Einrichtungstrend aus den sozialen Medien: Du umgibst dich mit Dingen, die dir gute Laune machen. Mit Dopamin im neurobiologischen Sinn hat der Name wenig zu tun, denn niemand hat gemessen, was ein Bild an der Wand mit deinem Dopaminspiegel macht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass der Begriff bei ADHS aufhorchen lässt, hat einen Grund. Bei unmedizierten Erwachsenen mit ADHS fand eine PET-Studie im Belohnungssystem weniger verfügbare Dopamin-Transporter und -Rezeptoren (<a href="https://doi.org/10.1001/jama.2009.1308" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Volkow et al., 2009</a>), und das hing mit geringerer Motivation zusammen (<a href="https://doi.org/10.1038/mp.2010.97" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Volkow et al., 2011</a>). Von einem schlichten „Dopaminmangel“ spricht die Forschung inzwischen vorsichtiger (<a href="https://doi.org/10.3389/fpsyt.2024.1492126" target="_blank" rel="noreferrer noopener">MacDonald et al., 2024</a>).</p>



<h3 class="wp-block-heading">Was die Forschung zu Deko am Arbeitsplatz sagt</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Idee hat trotzdem eine Grundlage. In zwei Experimenten mit 112 und 47 Personen schnitten karge Büros bei Wohlbefinden und Produktivität schlechter ab als dekorierte. Am besten lief es, wenn die Leute ihren Platz selbst gestalten durften (<a href="https://doi.org/10.1037/a0019292" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Knight &amp; Haslam, 2010</a>). Pflanzen im Büro wurden in drei Feldexperimenten getestet. Je nach Experiment stieg die selbst eingeschätzte Konzentration, die Zufriedenheit oder das Arbeitstempo (<a href="https://doi.org/10.1037/xap0000024" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Nieuwenhuis et al., 2014</a>).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Grenze zeigt eine Studie mit Kindergartenkindern: In stark dekorierten Räumen waren sie häufiger abgelenkt und lernten weniger (<a href="https://doi.org/10.1177/0956797614533801" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Fisher et al., 2014</a>). Keine dieser Studien lief mit Menschen mit ADHS. Für dich heißt das: wenige, feste Dinge, die du magst – und alles, was sich bewegt oder blinkt, raus aus dem Blickfeld.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Dopamin-Deko praktisch umsetzen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Das kann ein Foto von einem Ort sein, an dem es dir gut ging, oder eine Pflanze neben dem Bildschirm. Die Sachen dürfen bunt sein, auch wenn das nicht nach Büro aussieht. Wenn du vom Bildschirm aufschaust, soll dein Blick auf etwas fallen, das dir guttut. Die offenen Aufgaben stehen auf der Liste und müssen nicht auf dem Tisch liegen.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="musik-beim-arbeiten-mit-adhs-stille-rauschen-oder-techno">Musik beim Arbeiten mit ADHS: Stille, Rauschen oder Techno?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Menschen mit ADHS erzählen, dass sie in völliger Stille schlechter arbeiten. Dazu gibt es Daten, und sie sind bescheidener als ihr Ruf. Eine Metaanalyse über 13 Studien mit 335 Teilnehmenden fand: Weißes oder rosa Rauschen bringt bei ADHS einen kleinen Vorteil, Menschen ohne ADHS arbeiten damit eher schlechter (<a href="https://doi.org/10.1016/j.jaac.2023.12.014" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Nigg et al., 2024</a>).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Klein heißt hier wirklich klein (g = 0,25). Elf der 13 Studien liefen mit Kindern und Jugendlichen, vier davon ohne formale Diagnose, und gemessen wurde über wenige Minuten im Labor. Für einen ganzen Arbeitstag im Büro ist das ein Hinweis – mehr gibt die Datenlage nicht her.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Warum gleichmäßiger Klang helfen kann</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die gängigste Erklärung ist das Moderate-Brain-Arousal-Modell: In einer reizarmen Umgebung sinkt die Aktivierung bei ADHS zu weit ab, und ein Rauschen im Hintergrund hebt sie auf ein Niveau, auf dem Konzentration leichter fällt (<a href="https://doi.org/10.1037/0033-295X.114.4.1047" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Sikström &amp; Söderlund, 2007</a>). Das ist ein Modell, gesichert ist es nicht. In einer Studie mit 60 Studierenden ohne Diagnose wirkte ein schlichter Dauerton bei jenen mit mehr ADHS-Merkmalen genauso gut wie rosa Rauschen (<a href="https://doi.org/10.1016/j.neuropsychologia.2024.108961" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Rijmen &amp; Wiersema, 2024</a>) – was genau hilft, ist also offen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Welche Musik sich beim Arbeiten eignet</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Zu Musik ist die Lage dünner. Bei Jungen mit ADHS wirkte Musik im Klassenzimmer von Kind zu Kind verschieden, von besser bis schlechter (<a href="https://doi.org/10.1007/s10802-011-9529-z" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Pelham et al., 2011</a>). Studien, die Techno, Lo-Fi oder Klassik bei Erwachsenen mit ADHS vergleichen, gibt es keine.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus der Forschung ohne ADHS-Bezug lässt sich eines mitnehmen: Musik mit Text störte in einer Studie beim Lesen und Merken, instrumentale Lo-Fi-Musik störte nicht (<a href="https://doi.org/10.5334/joc.273" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Souza &amp; Leal Barbosa, 2023</a>).</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Praxis landen viele bei gleichförmiger Musik ohne Gesang, etwa Techno, House oder Lo-Fi. Das ist Erfahrungswissen. Probier es eine Woche lang aus und miss es an dem, was am Ende des Tages erledigt ist.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Apps für Fokus-Musik</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Brain.fm verkauft Musik, die für Konzentration gebaut sein soll. Die eine begutachtete Studie dazu wurde von einem Brain.fm-Mitarbeiter geleitet, der Interessenkonflikt ist angegeben. Musik mit schnellen Lautstärke-Schwankungen stützte darin die Daueraufmerksamkeit in einem Teil der Experimente, bei Teilnehmenden mit mehr ADHS-Symptomen etwas stärker (<a href="https://doi.org/10.1038/s42003-024-07026-3" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Woods et al., 2024</a>). Die Symptome waren selbst eingeschätzt, eine klinische ADHS-Stichprobe gab es nicht. Bevor du ein Abo abschließt, kannst du mit einer Playlist beim Streamingdienst testen, ob dir Musik beim Arbeiten überhaupt hilft.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="body-doubling-arbeiten-waehrend-jemand-anderer-da-ist">Body Doubling: Arbeiten, während jemand anderer da ist</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Body Doubling heißt: Eine andere Person ist anwesend, während du arbeitest, im selben Raum oder per Video. Sie arbeitet an ihren eigenen Dingen und muss von deiner Aufgabe nichts verstehen. Mehr dazu steht im Artikel <a href="https://hirnzigartig.at/adhs-basics/adhs-body-doubling/">Body Doubling bei ADHS</a>.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Was über die Wirkung bekannt ist</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ehrlich dazu: Ob es funktioniert, hat bisher niemand sauber geprüft. Bisher gibt es vor allem Selbstberichte und wenige sehr kleine Experimente. Die größte Quelle ist eine Befragung von 220 neurodivergenten Menschen. Sie beschreiben, dass ihnen die Anwesenheit anderer hilft, eine Aufgabe anzufangen und dranzubleiben (<a href="https://doi.org/10.1145/3689648" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Eagle et al., 2024</a>). Messungen zu Cortisol oder Dopamin beim Body Doubling sind mir nicht bekannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Naheliegend sind zwei schlichte Gründe. Wenn jemand im Raum sitzt, greifst du seltener zum Handy, und eine laut ausgesprochene Absicht macht den Start verbindlicher.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Body Doubling in der Praxis</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Vor Ort:</strong> mit einer Kollegin im selben Raum, im Coworking-Space oder im Café</li>



<li><strong>Per Video:</strong> Beide haben die Kamera an und arbeiten still nebeneinander.</li>



<li><strong>Über eine Plattform:</strong> Bei Focusmate buchst du eine Sitzung von 25, 50 oder 75 Minuten mit einer fremden Person.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Der Ablauf bei Focusmate ist immer gleich: begrüßen, sagen, was du in der Sitzung schaffen willst, arbeiten und am Ende kurz berichten (<a href="https://support.focusmate.com/en/articles/9110188-getting-started" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Focusmate</a>).</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="die-disney-methode-ein-ort-fuer-jede-denkphase">Die Disney-Methode: Ein Ort für jede Denkphase</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Disney-Methode ist eine Kreativitätstechnik, die der NLP-Autor Robert Dilts 1994 beschrieben hat. Er leitete sie aus Berichten über Walt Disneys Arbeitsweise ab. Die Idee: Träumen, Planen und Kritisieren behindern einander, wenn sie gleichzeitig passieren, also bekommt jede Phase ihre eigene Zeit.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die drei Rollen</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Träumer:in:</strong> sammelt Ideen ohne Einschränkung. „Was wäre, wenn …?“</li>



<li><strong>Realist:in</strong>: macht aus der Idee konkrete Schritte. „Wie setzen wir das um?“</li>



<li><strong>Kritiker:in:</strong> sucht die Lücken. „Was kann schiefgehen?“</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">Disney-Methode am Arbeitsplatz umsetzen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Gib jeder Rolle einen eigenen Platz. Im Sessel wird geträumt, am Schreibtisch geplant, und für die Kritik gehst du an einen dritten Ort – ein Stehpult oder der Küchentisch reicht. Wenn du nur einen Tisch hast, funktioniert es auch mit drei Bildschirm-Ansichten oder drei Notizbüchern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wirksamkeitsstudien zur Disney-Methode gibt es keine, auch nicht für ADHS. Was sie im Alltag leistet: Der Platzwechsel ist ein sichtbares Signal, dass jetzt eine andere Art zu denken dran ist. Und die Kritikerin redet noch nicht mit, während du Ideen sammelst.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="to-do-liste-bei-adhs-walters-goldene-regel">To-do-Liste bei ADHS: Walters goldene Regel</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Das merke ich mir.“ Dieser Satz geht bei ADHS oft schief. Walter Marinellis Regel aus dem Podcast: Was im Kopf auftaucht, wird sofort aufgeschrieben – mit dem schnellsten Werkzeug, das gerade greifbar ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dahinter steht ein gut untersuchtes Prinzip. Wer Informationen nach außen verlagert, entlastet das Arbeitsgedächtnis (<a href="https://doi.org/10.1016/j.tics.2016.07.002" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Risko &amp; Gilbert, 2016</a>). In einem gut untersuchten Programm der kognitiven Verhaltenstherapie für Erwachsene mit ADHS ist ein System aus Kalender und Aufgabenliste der erste Baustein. In einer Studie mit 86 Erwachsenen, die bereits Medikamente nahmen, sprachen 67 Prozent auf dieses Programm an, in der Vergleichsgruppe mit Entspannungstraining waren es 33 Prozent. Welchen Anteil die Liste daran hat, lässt sich nicht trennen (<a href="https://doi.org/10.1001/jama.2010.1192" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Safren et al., 2010</a>).</p>



<h3 class="wp-block-heading">Das beste Werkzeug ist das, das du benutzt</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Notiz-App oder Notizbuch: Nimm, was die wenigsten Handgriffe braucht. Ein System, das du nach drei Tagen nicht mehr öffnest, hilft dir weniger als ein Zettel, der immer am selben Platz liegt.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="arbeitsplatz-gestalten-schritt-fuer-schritt">Arbeitsplatz gestalten: Schritt für Schritt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">So kannst du vorgehen. Zeiten und Beträge sind grobe Richtwerte.</p>



<figure class="wp-block-table"><table class="has-fixed-layout"><thead><tr><th>Phase</th><th>Maßnahme</th><th>Zeitrahmen</th><th>Budget</th></tr></thead><tbody><tr><td><strong>1: Klarheit</strong></td><td>Lege fest, wo du arbeitest und welche Aufgaben dort stattfinden.</td><td>1 Woche</td><td>0 €</td></tr><tr><td><strong>2: Entrümpeln</strong></td><td>Räume weg, was du für die aktuelle Arbeit nicht brauchst. Der Rest bekommt einen festen Platz.</td><td>2 Wochen</td><td>20–50 €</td></tr><tr><td><strong>3: Deko</strong></td><td>Stelle drei bis fünf Dinge auf, die du gern ansiehst.</td><td>1 Woche</td><td>10–100 €</td></tr><tr><td><strong>4: Musik</strong></td><td>Teste eine Woche lang Rauschen oder Musik ohne Gesang.</td><td>1 Woche</td><td>0–10 €</td></tr><tr><td><strong>5: Body Doubling</strong></td><td>Probiere eine Sitzung mit einer Kollegin oder über Focusmate.</td><td>1 Woche</td><td>0–10 €</td></tr><tr><td><strong>6: Disney-Plätze</strong></td><td>Lege drei Plätze für Träumen, Planen und Kritisieren fest.</td><td>2 Wochen</td><td>0–200 €</td></tr><tr><td><strong>7: Liste</strong></td><td>Richte ein einfaches System für Aufgaben ein und bleib dabei.</td><td>1 Woche</td><td>0–20 €</td></tr></tbody></table></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gesamt:</strong> rund neun Wochen und 30 bis 390 Euro, je nachdem, was du schon hast.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Checkliste: Ist dein Arbeitsplatz ADHS-freundlich?</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li>Auf dem Schreibtisch liegt nur, was du für die aktuelle Aufgabe brauchst.</li>



<li>In deinem Blickfeld stehen ein paar Dinge, die du gern ansiehst.</li>



<li>Du hast getestet, ob dir Rauschen oder Musik ohne Gesang beim Arbeiten hilft.</li>



<li>Für zähe Aufgaben hast du jemanden, mit dem du parallel arbeiten kannst.</li>



<li>Es gibt genau einen Ort, an dem Aufgaben notiert werden.</li>



<li>Für Ideen, Planung und Kritik hast du unterschiedliche Plätze oder Ansichten.</li>



<li>Das Licht reicht aus und blendet nicht.</li>



<li>Das Handy liegt außer Reichweite.</li>
</ul>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1017" src="https://hirnzigartig.at/wp-content/uploads/2026/10/adhs-arbeitsplatz-sieben-schritte-hirnzigartig-1024x1017.jpg" alt="Tabelle mit sieben Schritten zum ADHS-freundlichen Arbeitsplatz, von Klarheit und Entrümpeln über Deko, Musik und Body Doubling bis zur Aufgabenliste, jeweils mit Testzeit." class="wp-image-5562" srcset="https://hirnzigartig.at/wp-content/uploads/2026/10/adhs-arbeitsplatz-sieben-schritte-hirnzigartig-1024x1017.jpg 1024w, https://hirnzigartig.at/wp-content/uploads/2026/10/adhs-arbeitsplatz-sieben-schritte-hirnzigartig-300x298.jpg 300w, https://hirnzigartig.at/wp-content/uploads/2026/10/adhs-arbeitsplatz-sieben-schritte-hirnzigartig-150x150.jpg 150w, https://hirnzigartig.at/wp-content/uploads/2026/10/adhs-arbeitsplatz-sieben-schritte-hirnzigartig-768x763.jpg 768w, https://hirnzigartig.at/wp-content/uploads/2026/10/adhs-arbeitsplatz-sieben-schritte-hirnzigartig.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<h2 class="wp-block-heading" id="womit-du-anfaengst">Womit du anfängst</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Fang mit dem an, was am wenigsten kostet: Schreibtisch freiräumen und eine Liste führen. Deko, Musik und Body Doubling testest du danach einzeln, jeweils eine Woche lang – so merkst du, was bei dir tatsächlich etwas verändert.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="quellen">Quellen</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>Corominas-Roso, M., Palomar, G., Ferrer, R., Real, A., Nogueira, M., Corrales, M. et al. (2015). Cortisol Response to Stress in Adults with Attention Deficit Hyperactivity Disorder. International Journal of Neuropsychopharmacology, 18(9), pyv027. <a href="https://doi.org/10.1093/ijnp/pyv027" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://doi.org/10.1093/ijnp/pyv027</a></li>



<li>Dilts, R. B. (1994). Strategies of Genius, Volume I: Aristotle, Sherlock Holmes, Walt Disney, Wolfgang Amadeus Mozart. Meta Publications. <a href="https://wellcomecollection.org/works/ap8vmkku" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Katalogeintrag</a></li>



<li>Eagle, T., Baltaxe-Admony, L. B. &amp; Ringland, K. E. (2024). “It Was Something I Naturally Found Worked and Heard About Later”: An Investigation of Body Doubling with Neurodivergent Participants. ACM Transactions on Accessible Computing, 17(3), 1–30. <a href="https://doi.org/10.1145/3689648" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://doi.org/10.1145/3689648</a></li>



<li>Fisher, A. V., Godwin, K. E. &amp; Seltman, H. (2014). Visual Environment, Attention Allocation, and Learning in Young Children. Psychological Science, 25(7), 1362–1370. <a href="https://doi.org/10.1177/0956797614533801" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://doi.org/10.1177/0956797614533801</a></li>



<li>Focusmate (o. J.). Getting started. <a href="https://support.focusmate.com/en/articles/9110188-getting-started" target="_blank" rel="noreferrer noopener">support.focusmate.com</a></li>



<li>Forster, S., Robertson, D. J., Jennings, A., Asherson, P. &amp; Lavie, N. (2014). Plugging the attention deficit: Perceptual load counters increased distraction in ADHD. Neuropsychology, 28(1), 91–97. <a href="https://doi.org/10.1037/neu0000020" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://doi.org/10.1037/neu0000020</a></li>



<li>Knight, C. &amp; Haslam, S. A. (2010). The relative merits of lean, enriched, and empowered offices: An experimental examination of the impact of workspace management strategies on well-being and productivity. Journal of Experimental Psychology: Applied, 16(2), 158–172. <a href="https://doi.org/10.1037/a0019292" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://doi.org/10.1037/a0019292</a></li>



<li>MacDonald, H. J., Kleppe, R., Szigetvari, P. D. &amp; Haavik, J. (2024). The dopamine hypothesis for ADHD: An evaluation of evidence accumulated from human studies and animal models. Frontiers in Psychiatry, 15, 1492126. <a href="https://doi.org/10.3389/fpsyt.2024.1492126" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://doi.org/10.3389/fpsyt.2024.1492126</a></li>



<li>Masicampo, E. J. &amp; Baumeister, R. F. (2011). Consider it done! Plan making can eliminate the cognitive effects of unfulfilled goals. Journal of Personality and Social Psychology, 101(4), 667–683. <a href="https://doi.org/10.1037/a0024192" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://doi.org/10.1037/a0024192</a></li>



<li>Nieuwenhuis, M., Knight, C., Postmes, T. &amp; Haslam, S. A. (2014). The relative benefits of green versus lean office space: Three field experiments. Journal of Experimental Psychology: Applied, 20(3), 199–214. <a href="https://doi.org/10.1037/xap0000024" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://doi.org/10.1037/xap0000024</a></li>



<li>Nigg, J. T., Bruton, A., Kozlowski, M. B., Johnstone, J. M. &amp; Karalunas, S. L. (2024). Systematic Review and Meta-Analysis: Do White Noise or Pink Noise Help With Task Performance in Youth With Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder or With Elevated Attention Problems? Journal of the American Academy of Child &amp; Adolescent Psychiatry, 63(8), 778–788. <a href="https://doi.org/10.1016/j.jaac.2023.12.014" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://doi.org/10.1016/j.jaac.2023.12.014</a></li>



<li>Pelham, W. E., Waschbusch, D. A., Hoza, B., Gnagy, E. M., Greiner, A. R., Sams, S. E. et al. (2011). Music and Video as Distractors for Boys with ADHD in the Classroom: Comparison with Controls, Individual Differences, and Medication Effects. Journal of Abnormal Child Psychology, 39(8), 1085–1098. <a href="https://doi.org/10.1007/s10802-011-9529-z" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://doi.org/10.1007/s10802-011-9529-z</a></li>



<li>Rijmen, J. &amp; Wiersema, J. R. (2024). Stochastic resonance is not required for pink noise to have beneficial effects on ADHD-related performance? The moderate brain arousal model challenged. Neuropsychologia, 202, 108961. <a href="https://doi.org/10.1016/j.neuropsychologia.2024.108961" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://doi.org/10.1016/j.neuropsychologia.2024.108961</a></li>



<li>Risko, E. F. &amp; Gilbert, S. J. (2016). Cognitive Offloading. Trends in Cognitive Sciences, 20(9), 676–688. <a href="https://doi.org/10.1016/j.tics.2016.07.002" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://doi.org/10.1016/j.tics.2016.07.002</a></li>



<li>Roster, C. A. &amp; Ferrari, J. R. (2020). Does Work Stress Lead to Office Clutter, and How? Mediating Influences of Emotional Exhaustion and Indecision. Environment and Behavior, 52(9), 923–944. <a href="https://doi.org/10.1177/0013916518823041" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://doi.org/10.1177/0013916518823041</a></li>



<li>Safren, S. A., Sprich, S., Mimiaga, M. J., Surman, C., Knouse, L., Groves, M. et al. (2010). Cognitive Behavioral Therapy vs Relaxation With Educational Support for Medication-Treated Adults With ADHD and Persistent Symptoms. JAMA, 304(8), 875–880. <a href="https://doi.org/10.1001/jama.2010.1192" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://doi.org/10.1001/jama.2010.1192</a></li>



<li>Saxbe, D. E. &amp; Repetti, R. (2010). No Place Like Home: Home Tours Correlate With Daily Patterns of Mood and Cortisol. Personality and Social Psychology Bulletin, 36(1), 71–81. <a href="https://doi.org/10.1177/0146167209352864" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://doi.org/10.1177/0146167209352864</a></li>



<li>Sikström, S. &amp; Söderlund, G. (2007). Stimulus-dependent dopamine release in attention-deficit/hyperactivity disorder. Psychological Review, 114(4), 1047–1075. <a href="https://doi.org/10.1037/0033-295X.114.4.1047" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://doi.org/10.1037/0033-295X.114.4.1047</a></li>



<li>Souza, A. S. &amp; Leal Barbosa, L. C. (2023). Should We Turn off the Music? Music with Lyrics Interferes with Cognitive Tasks. Journal of Cognition, 6(1), 24. <a href="https://doi.org/10.5334/joc.273" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://doi.org/10.5334/joc.273</a></li>



<li>Volkow, N. D., Wang, G. J., Kollins, S. H., Wigal, T. L., Newcorn, J. H., Telang, F. et al. (2009). Evaluating Dopamine Reward Pathway in ADHD. JAMA, 302(10), 1084–1091. <a href="https://doi.org/10.1001/jama.2009.1308" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://doi.org/10.1001/jama.2009.1308</a></li>



<li>Volkow, N. D., Wang, G. J., Newcorn, J. H., Kollins, S. H., Wigal, T. L., Telang, F. et al. (2011). Motivation deficit in ADHD is associated with dysfunction of the dopamine reward pathway. Molecular Psychiatry, 16(11), 1147–1154. <a href="https://doi.org/10.1038/mp.2010.97" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://doi.org/10.1038/mp.2010.97</a></li>



<li>Woods, K. J. P., Sampaio, G., James, T., Przysinda, E., Cordovez, B., Hewett, A. et al. (2024). Rapid modulation in music supports attention in listeners with attentional difficulties. Communications Biology, 7(1), 1376. <a href="https://doi.org/10.1038/s42003-024-07026-3" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://doi.org/10.1038/s42003-024-07026-3</a></li>
</ul>



<div class="hz-related" style="margin:28px 0 0;padding:22px 26px;background:#f0f4fb;border-radius:10px;">
<p style="margin:0 0 12px;text-transform:uppercase;letter-spacing:.12em;font-size:.72rem;font-weight:700;color:#d00150;">Zum Weiterlesen</p>
<ul style="margin:0;padding-left:1.2em;line-height:1.9;">
<li><a href="https://hirnzigartig.at/adhs-basics/adhs-body-doubling/" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Body Doubling bei ADHS: So funktioniert es</a></li>
<li><a href="https://hirnzigartig.at/adhs-berufsleben/neuro-ergonomie-warum-dein-gehirn-einen-besseren-arbeitsplatz-verdient/" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Neuro-Ergonomie: Arbeitsplatz für jedes Gehirn</a></li>
<li><a href="https://hirnzigartig.at/adhs-basics/adhs-paralyse/" style="color:#002f6c;font-weight:600;">ADHS-Paralyse überwinden: 9 Strategien</a></li>
<li>Raz, S. &amp; Leykin, D. (2015). Psychological and cortisol reactivity to experimentally induced stress in adults with ADHD. Psychoneuroendocrinology. <a href="https://doi.org/10.1016/j.psyneuen.2015.05.008" target="_blank" rel="noreferrer noopener">doi.org/10.1016/j.psyneuen.2015.05.008</a></li>
</ul>
</div>



<p class="hz-cta" style="margin:28px 0 0;padding:22px 26px;background:#002f6c;border-radius:10px;color:#dbe4f2;line-height:1.75;">Du willst herausfinden, was dir im Alltag und im Job hilft? Im <a href="https://hirnzigartig.at/adhs-coaching/" style="color:#fff;font-weight:600;">ADHS-Coaching</a> und im <a href="https://hirnzigartig.at/autismus-coaching/" style="color:#fff;font-weight:600;">Autismus- und AuDHS-Coaching</a> arbeiten wir an deinen konkreten Situationen. <a href="https://hirnzigartig.at/ueber/" style="color:#fff;font-weight:700;text-decoration:underline;">Erstgespräch anfragen →</a></p>



<style>.hz-author-box{display:flex;gap:18px;align-items:center;margin:44px 0 8px;padding:22px 24px;background:#f4f7fc;border:1px solid #e6e9f2;border-left:4px solid #d00150;border-radius:10px}.hz-ab-avatar{width:76px;height:76px;flex:none;border-radius:50%;object-fit:cover;object-position:42% 28%;border:3px solid #fff;box-shadow:0 2px 8px rgba(0,47,108,.15)}.hz-ab-body{font-size:.95rem;line-height:1.6;color:#4a4a4a}.hz-ab-check{display:inline-flex;align-items:center;gap:6px;font-weight:700;color:#002f6c;font-size:.9rem;margin-bottom:6px}.hz-ab-name{font-weight:700;color:#002f6c}.hz-author-box a{color:#d00150;font-weight:600;text-decoration:none}</style>
<div class="hz-author-box"><img decoding="async" class="hz-ab-avatar" src="https://hirnzigartig.at/wp-content/uploads/2025/11/Julie-Stuhl-mit-Hintergrund-2-3-e1762877972844-768x512.jpg" alt="Julie Simstich" width="76" height="76" loading="lazy"><div class="hz-ab-body"><div class="hz-ab-check"><svg width="18" height="18" viewBox="0 0 24 24" fill="none"><path d="M20 6 9 17l-5-5" stroke="#d00150" stroke-width="3" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round"/></svg>Fachlich geprüft von Julie Simstich</div><p style="margin:0"><span class="hz-ab-name">Julie Simstich</span> – Arbeits- &amp; klinische Psychologin (in Fachausbildung), Organisationssoziologin, TEDx-Speakerin, WKO/UBIT Expert Group Human Resources (Steiermark). Sie begleitet Unternehmen bei Neuroinklusion und arbeitet klinisch am PSY2 Institut Gleisdorf. <a href="https://hirnzigartig.at/ueber/">Mehr über Julie →</a> · <a href="https://www.linkedin.com/in/julie-simstich/" target="_blank" rel="noopener">LinkedIn</a></p></div></div>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Hat jetzt jede:r ADHS? 10 wissenschaftliche Antworten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julie Simstich]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Feb 2025 11:39:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[ADHS Basics]]></category>
		<category><![CDATA[ADHS]]></category>
		<category><![CDATA[ADHS-Diagnose]]></category>
		<category><![CDATA[Für Betroffene]]></category>
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					<description><![CDATA[Warum bekommen heute mehr Menschen eine ADHS-Diagnose? Zehn Antworten aus der Forschung zu Diagnosezahlen, ADHS bei Frauen, Vorurteilen und Behandlung.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<div class="hz-kurz" style="margin:0 0 34px;padding:26px 28px;background:#f0f4fb;border-left:5px solid #d00150;border-radius:10px;">
<p style="margin:0 0 12px;text-transform:uppercase;letter-spacing:.12em;font-size:.72rem;font-weight:700;color:#d00150;">Kurz gefasst</p>
<p style="margin:0 0 10px;color:#4a4a4a;line-height:1.75;">Hat jetzt jede:r ADHS? Nein, und eine Modediagnose ist ADHS auch nicht. Die Diagnosezahlen steigen aus mehreren Gründen. Einer davon: Erwachsene und Frauen werden heute häufiger erkannt.</p>
<p style="margin:0;color:#4a4a4a;line-height:1.75;">Zehn Antworten aus der Forschung erklären den Anstieg. Der Artikel zeigt außerdem, wo ADHS übersehen und wo es zu schnell diagnostiziert wird, was an gängigen Vorurteilen stimmt und wie ADHS behandelt wird.</p>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Angenommen, eine junge Frau sitzt in einer psychologischen Praxis. Seit Jahren kämpft sie mit Konzentrationsproblemen und innerer Unruhe, das Studium hat sie abgebrochen. Sie spricht ihren Verdacht aus und hört, ADHS sei eher selten und die Schwierigkeiten hätten wahrscheinlich andere Ursachen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anderswo fällt zur selben Zeit der Satz: „Hat jetzt jede:r ADHS?“ Gemeint ist: ADHS sei eine Modediagnose. Zu selten für die einen, zu häufig für die anderen – beides lässt sich an Zahlen und Quellen prüfen.</p>



<style>.hz-toc ol{columns:2;column-gap:36px;margin:0;padding-left:1.3em;line-height:1.9;}.hz-toc li{break-inside:avoid;}@media (max-width:700px){.hz-toc ol{columns:1;}}</style>
<nav class="hz-toc" aria-label="Inhalt" style="margin:0 0 34px;padding:22px 26px;background:#f0f4fb;border-radius:10px;">
<p style="margin:0 0 12px;text-transform:uppercase;letter-spacing:.12em;font-size:.72rem;font-weight:700;color:#d00150;">Inhalt</p>
<ol>
<li><a href="#vorurteile" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Hat jetzt jede:r ADHS, oder ist ADHS eine Modediagnose?</a></li>
<li><a href="#was-ist-adhs" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Was ist ADHS?</a></li>
<li><a href="#geschichte" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Wie hat sich die ADHS-Diagnose historisch entwickelt?</a></li>
<li><a href="#mehr-diagnosen" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Warum bekommen immer mehr Menschen eine ADHS-Diagnose?</a></li>
<li><a href="#erwachsene" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Warum bleibt ADHS bei Erwachsenen oft unerkannt?</a></li>
<li><a href="#frauen" style="color:#002f6c;font-weight:600;">ADHS bei Frauen: Warum wird es so oft übersehen?</a></li>
<li><a href="#vorurteile-fakten" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Häufige Vorurteile über ADHS – und was wirklich stimmt</a></li>
<li><a href="#emotionale-regulation" style="color:#002f6c;font-weight:600;">ADHS und emotionale Regulation</a></li>
<li><a href="#beziehungen-beruf" style="color:#002f6c;font-weight:600;">ADHS in Beziehungen und im Beruf</a></li>
<li><a href="#behandlung" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Wie wird ADHS behandelt?</a></li>
<li><a href="#fazit" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Fazit: ADHS ist eine echte Diagnose und keine Modediagnose</a></li>
<li><a href="#quellen" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Quellen</a></li>
</ol>
</nav>



<h2 class="wp-block-heading" id="vorurteile">Hat jetzt jede:r ADHS, oder ist ADHS eine Modediagnose?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Szene aus der Praxis steht für viele Erwachsene, die trotz erheblicher Symptome keine Diagnose erhalten. Bei Kindern ist ADHS längst anerkannt. Bei Erwachsenen wird es noch immer unterschätzt oder anderen Ursachen zugeschrieben (<a href="https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10479229/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Askri et al., 2023</a>).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Vorwurf der Modediagnose behauptet das Gegenteil: zu viele Diagnosen, zu schnell gestellt. Für beide Sichtweisen gibt es Befunde. Sie betreffen nur verschiedene Gruppen.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="was-ist-adhs">Was ist ADHS?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) ist eine Entwicklungsstörung des Gehirns. Diagnostiziert wird sie anhand von Verhalten und Symptomen, einen verlässlichen biologischen Marker gibt es nicht (<a href="https://doi.org/10.1055/s-0040-1701658" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Drechsler et al., 2020</a>). Dopamin ist beteiligt, ein genereller Dopaminmangel ist aber nur begrenzt belegt (<a href="https://doi.org/10.3389/fpsyt.2024.1492126" target="_blank" rel="noreferrer noopener">MacDonald et al., 2024</a>). Im Alltag zeigt sich ADHS oft in vier Bereichen. Die ersten drei sind Kernsymptome, der vierte kommt häufig dazu:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Konzentrationsprobleme</li>



<li>erhöhte Impulsivität</li>



<li>teilweise starke Hyperaktivität</li>



<li>emotionale Dysregulation und Probleme mit dem Zeitmanagement</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">ADHS ist hochgradig erblich und tritt in Familien gehäuft auf. Nach 37 Zwillingsstudien liegt die Erblichkeit im Mittel bei 74 Prozent (<a href="https://doi.org/10.1038/s41380-018-0070-0" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Faraone &amp; Larsson, 2019</a>). Die Zahl beschreibt, wie viel der Unterschiede in einer Bevölkerung auf Gene zurückgeht. Über eine einzelne Person sagt sie nichts.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="geschichte">Wie hat sich die ADHS-Diagnose historisch entwickelt?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Den Begriff „ADHS“ gibt es erst seit wenigen Jahrzehnten. Die Beschreibungen sind älter. Auffallend hyperaktive, unaufmerksame und impulsive Kinder tauchen in der Fachliteratur seit dem 19. Jahrhundert auf (<a href="https://doi.org/10.1007/s12402-010-0045-8" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Lange et al., 2010</a>). Vier Stationen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>1902: Der britische Kinderarzt George Still beschreibt in seinen Vorlesungen Kinder mit einem „Defekt der moralischen Kontrolle“. Viele Autor:innen sehen darin den wissenschaftlichen Ausgangspunkt der ADHS-Geschichte.</li>



<li>1968: Als „Hyperkinetische Reaktion des Kindesalters“ erscheint das Störungsbild erstmals im DSM, dem Diagnosemanual für psychische Störungen (<a href="https://doi.org/10.2217/npy.13.59" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Epstein &amp; Loren, 2013</a>).</li>



<li>1980: Das DSM-III benennt die Diagnose um in „Aufmerksamkeitsdefizitstörung“ (ADD), mit oder ohne Hyperaktivität. Im Mittelpunkt steht jetzt die Aufmerksamkeit. 1987 heißt sie in der Überarbeitung DSM-III-R erstmals ADHS.</li>



<li>1990er-Jahre: ADHS wird zunehmend als vererbbare neurologische Störung verstanden. Die Erklärung über Erziehungsprobleme verliert an Boden.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">ADHS ist also ein gut erforschtes Störungsbild mit langer Vorgeschichte. Eine Modeerscheinung sieht anders aus.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="mehr-diagnosen">Warum bekommen immer mehr Menschen eine ADHS-Diagnose?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zuerst die Zahlen. Nach einer Elternbefragung der US-Gesundheitsbehörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention) hatten 2022 in den USA 11,4 Prozent der 3- bis 17-Jährigen schon einmal eine ADHS-Diagnose erhalten (<a href="https://doi.org/10.1080/15374416.2024.2335625" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Danielson et al., 2024</a>). Gezählt sind Diagnosen laut Elternangabe. Wie viele Kinder die Kriterien tatsächlich erfüllen, misst diese Zahl nicht. In Schweden erhielten 2022 laut der dortigen Gesundheits- und Sozialbehörde 10,5 Prozent der Jungen und 6 Prozent der Mädchen eine ADHS-Diagnose. Eine Altersgruppe nennt Bölte dazu nicht (<a href="https://theconversation.com/eight-reasons-why-adhd-diagnoses-are-increasing-242458" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bölte, 2024</a>).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt denkst du vielleicht: Dann stimmt es ja doch, es werden immer mehr. Die Diagnosen werden mehr, das ist richtig. Warum das so ist, hat Sven Bölte in acht Gründen zusammengefasst. Die Punkte 2 bis 9 folgen seiner Liste, die Punkte 1 und 10 ergänzen sie.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="840" height="1024" src="https://hirnzigartig.at/wp-content/uploads/2026/10/adhs-diagnosen-steigen-zehn-gruende-hirnzigartig-840x1024.jpg" alt="Tabelle mit zehn Gründen, warum die Zahl der ADHS-Diagnosen steigt, von besserer Diagnostik und weniger Stigma bis zu Leistungsdruck, Zugang zu Unterstützung und Versorgung, jeweils mit ihrer Wirkung auf die Zahlen." class="wp-image-5566" srcset="https://hirnzigartig.at/wp-content/uploads/2026/10/adhs-diagnosen-steigen-zehn-gruende-hirnzigartig-840x1024.jpg 840w, https://hirnzigartig.at/wp-content/uploads/2026/10/adhs-diagnosen-steigen-zehn-gruende-hirnzigartig-246x300.jpg 246w, https://hirnzigartig.at/wp-content/uploads/2026/10/adhs-diagnosen-steigen-zehn-gruende-hirnzigartig-768x936.jpg 768w, https://hirnzigartig.at/wp-content/uploads/2026/10/adhs-diagnosen-steigen-zehn-gruende-hirnzigartig.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 840px) 100vw, 840px" /></figure>



<h3 class="wp-block-heading" id="bessere-diagnostik">1. Bessere Diagnostik</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Früher wurde ADHS oft nur bei stark hyperaktiven Jungen erkannt. Heute ist bekannt, dass auch Mädchen und Erwachsene ADHS haben, oft in einer stilleren, unauffälligen Form. Gerade bei Erwachsenen ist die Diagnose anspruchsvoll, weil die Symptome subtil sind und Begleiterkrankungen dazukommen (<a href="https://www.cambridge.org/core/journals/european-psychiatry/article/principles-of-adhd-diagnosis-in-adults-the-diagnosis-of-adhd-in-adults-poses-unique-challenges-due-to-the-subtlety-of-symptoms-and-the-presence-of-comorbidities/1E80ADB873F5951ADC81D7E79BE49C96" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Todzia, 2024</a>).</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="mehrere-diagnosen">2. Mehrere Diagnosen bei einer Person</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Früher gingen Ärzt:innen oft davon aus, dass eine Person nur eine einzige Hauptdiagnose haben kann. Manche Kombinationen von Diagnosen wurden gar nicht vergeben, zum Beispiel Autismus und ADHS. Heute ist es üblich, so viele Diagnosen zu stellen, wie nötig sind, um die Symptome und Schwierigkeiten einer Person zu beschreiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Statistik hat das eine einfache Folge. Eine ADHS, die früher hinter einer anderen Diagnose verborgen geblieben wäre, wird jetzt mitgezählt.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="wissen-fachleute">3. Mehr Wissen und Bewusstsein bei Fachleuten</h3>



<p class="wp-block-paragraph">In den Einrichtungen, die mit ADHS befasst sind, arbeitet eine neue Generation von Fachleuten. Sie weiß mehr über ADHS und erkennt es früher. Davon profitieren Gruppen, die lange vernachlässigt wurden: Mädchen und Frauen, aber auch Erwachsene allgemein.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="weniger-stigma">4. Weniger Stigmatisierung</h3>



<p class="wp-block-paragraph">ADHS galt lange als problematische oder gar erfundene Diagnose. In vielen Gesellschaften ist es heute deutlich weniger stigmatisiert. Das hat zwei Folgen. Ärzt:innen und Psycholog:innen haben weniger Zweifel, die Diagnose zu stellen. Und Menschen mit ADHS nehmen ihre Diagnose eher an und holen sich gezielt Unterstützung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für viele ist ADHS heute ein Teil ihrer neurodiversen Identität. Das Wort „Defizit“ beschreibt für sie nur einen Ausschnitt.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="kognitive-anforderungen">5. Höhere Anforderungen an kognitive Fähigkeiten</h3>



<p class="wp-block-paragraph">ADHS lässt sich als äußeres Ende eines Spektrums verstehen. Menschen mit ADHS unterscheiden sich von anderen vor allem im Grad der Ausprägung, weniger in der Art (<a href="https://www.frontiersin.org/journals/psychiatry/articles/10.3389/fpsyt.2023.1289157/full" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Banaschewski et al., 2024</a>). Schwierig sind vor allem Aufmerksamkeitskontrolle, Selbstorganisation und Impulskontrolle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Moderne Gesellschaften sind schnell und komplex. Sie verlangen genau diese Fähigkeiten in hohem Maß. Wer sich damit schwertut, stößt eher an Grenzen.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="erwartungen">6. Höhere Erwartungen an Gesundheit und Leistung</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Erwartungen an die eigene Gesundheit und Leistungsfähigkeit steigen. Bölte spricht von einer „sozialen Grundlinie“: Was als durchschnittlich gesund und leistungsfähig gilt, liegt heute höher. Menschen suchen deshalb schneller nach einer Erklärung, etwa ADHS.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Nordamerika zählt eine kritische Übersichtsarbeit den übersteigerten Fokus auf Leistung zu den Faktoren, die die Diagnosezahlen wahrscheinlich aufblähen (<a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/jclp.23348" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Gascon et al., 2022</a>). Banaschewski und Kolleg:innen argumentieren ähnlich: Schulische Leistung ist deutlich wichtiger geworden, und dieser Leistungsdruck könnte den Anstieg der Diagnosen mit erklären.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="unterricht">7. Veränderungen im Unterricht</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Schulen unterrichten heute anders. Digitalisierung, Projektarbeit und Gruppenarbeit haben Vorteile, verlangen aber mehr Selbstorganisation. Kinder mit leichten ADHS-Symptomen, die in einem stark strukturierten Umfeld vielleicht keine Probleme hätten, fallen so eher auf. Schulen schicken deshalb mehr Kinder mit ADHS-Verdacht zur diagnostischen Abklärung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was Lehrkräfte über ADHS wissen sollten und wie sie Schüler:innen mit ADHS im Unterricht unterstützen können, beschreibt ein Überblick für Pädagog:innen (<a href="https://www.journals.vu.lt/special-education/article/view/25496" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Hagaman &amp; Casey, 2016</a>).</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="politik">8. Gesellschaftspolitische Initiativen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">In vielen Ländern hat die Politik auf die steigenden Zahlen reagiert und die diagnostische Abklärung leichter zugänglich gemacht. Mehr Abklärungen bedeuten mehr Diagnosen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daran gibt es Kritik. Neben schnelleren Diagnosen brauche es Schulen und Arbeitsplätze, die auf die Bedürfnisse neurodivergenter Menschen eingestellt sind.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="voraussetzung">9. Diagnose als Voraussetzung für Unterstützung</h3>



<p class="wp-block-paragraph">In den meisten Gesellschaften garantiert erst eine klinische Diagnose den Zugang zu Unterstützung und Ressourcen. Ohne Diagnose gibt es oft keine finanzielle Unterstützung für bestimmte Behandlungen. Viele Menschen mit ADHS suchen deshalb gezielt die Abklärung, um Hilfsangebote nutzen zu können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das hat eine Nebenwirkung. Fachleute sind eher bereit, mit einer Diagnose zu helfen, auch wenn jemand die Kriterien für ADHS nicht ganz erfüllt. Das Phänomen heißt <strong>diagnostische Aufwertung</strong>.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="versorgung">10. Bessere Versorgungssysteme</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Wie viele Diagnosen gestellt werden, hängt auch von der Versorgung ab. Eine Studie aus Italien liefert dazu ein Beispiel. 55 Menschen waren dort zwischen 1995 und 2015 als Kinder oder Jugendliche wegen ADHS behandelt worden und kamen später in die Erwachsenenpsychiatrie. Dort hatte keine:r von ihnen mehr eine ADHS-Diagnose (<a href="https://www.mdpi.com/1648-9144/59/2/338" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Di Lorenzo et al., 2023</a>).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Autor:innen verweisen auf den Mangel an Diensten und Fachleuten für ADHS bei Erwachsenen und auf den schwierigen Übergang von der Kinder- in die Erwachsenenversorgung.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="zwischenfazit">Zwischenfazit: Warum steigen die ADHS-Diagnosen?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der Anstieg hat mehrere Ursachen. Ein Teil geht auf bessere Diagnostik und mehr Wissen über ADHS zurück. Ein anderer Teil hat gesellschaftliche Gründe: steigende Leistungsanforderungen, veränderter Unterricht und leichterer Zugang zu Abklärung und Unterstützung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehr Menschen erhalten so eine Diagnose. Teils, weil sie tatsächlich ADHS haben. Teils, weil der gesellschaftliche Druck wächst, eine Diagnose zu stellen und zu behandeln. Ob ADHS über- oder unterdiagnostiziert ist, hängt deshalb von der Gruppe ab, auf die du schaust.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="unterdiagnostiziert">Wo wird ADHS zu selten erkannt?</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li>Frauen und Mädchen: Ihr ADHS zeigt sich oft weniger durch Hyperaktivität und eher durch Unaufmerksamkeit oder emotionale Symptome. Das führt zu selteneren Diagnosen. Bölte zählt Mädchen und Frauen zu den lange vernachlässigten Gruppen.</li>



<li>Erwachsene: Der Fokus lag lange auf Kindern. Viele Erwachsene, die als Kind keine Diagnose erhalten haben, kämpfen weiter mit den Symptomen, ohne sie einordnen zu können. ADHS gilt bei Erwachsenen bis heute als unterdiagnostiziert (<a href="https://apcz.umk.pl/JEHS/article/view/47768" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Rzeska et al., 2024</a>).</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading" id="ueberdiagnostiziert">Wo wird ADHS zu häufig diagnostiziert?</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li>Jüngere Schulkinder: Die Jüngsten einer Klassenstufe erhalten häufiger eine ADHS-Diagnose als die Ältesten. Eine Metaanalyse über 25 Studien mit rund 8 Millionen Kindern und Jugendlichen fand für die relativ Jüngsten ein um gut ein Drittel höheres Risiko (<a href="https://doi.org/10.1016/j.jaac.2019.07.939" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Caye et al., 2020</a>). Eine Analyse aus der Gesundheitsökonomie nennt dafür zwei Gründe. Lehrkräfte überschätzen die Symptome bei den Jüngsten. Zugleich werden die Symptome der Ältesten unterschätzt, vor allem bei den ältesten Mädchen. Nach dieser Analyse erklärt die Unterschätzung der Ältesten einen großen Teil des Abstands (<a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/hec.4555" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Furzer et al., 2022</a>).</li>



<li>Weit gefasste Kriterien: Für Nordamerika kommt die schon genannte Übersichtsarbeit zum Schluss, dass die aktuelle Formulierung der Diagnosekriterien und die klinische Praxis die Zahlen wahrscheinlich nach oben treiben (Gascon et al., 2022).</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Geschlecht, Alter, Land und diagnostische Praxis entscheiden also mit. Frauen und Erwachsene werden oft übersehen. In manchen Regionen und Altersgruppen liegt die Diagnoserate dagegen höher, als es den tatsächlichen Fällen entspricht. Sorgfältige Diagnostik schützt in beide Richtungen: vor Fehldiagnosen und vor unerkannten Fällen.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="erwachsene">Warum bleibt ADHS bei Erwachsenen oft unerkannt?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Lange galt die Annahme, Kinder würden aus ADHS „herauswachsen“. Eine Metaanalyse von Verlaufsstudien zeichnet ein genaueres Bild. Im Alter von 25 Jahren erfüllten rund 15 Prozent noch die vollen Diagnosekriterien. Zählt man die Fälle in Teilremission dazu, waren es rund 65 Prozent (<a href="https://doi.org/10.1017/S003329170500471X" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Faraone et al., 2006</a>). Wie viele „herauswachsen“, hängt also stark davon ab, wie man zählt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Symptome verändern sich mit den Jahren. Bei Erwachsenen stehen Impulsivität, emotionale Instabilität und Konzentrationsprobleme im Vordergrund, die Hyperaktivität tritt zurück (<a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0013700619302507" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Weibel et al., 2020</a>).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Erwachsene erfahren ihre Diagnose spät, oft erst, wenn berufliche oder private Probleme auftreten. Bis dahin wird ADHS bei Erwachsenen häufig mit Depressionen oder Angststörungen verwechselt (<a href="https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10479229/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Askri et al., 2023</a>).</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="frauen">ADHS bei Frauen: Warum wird es so oft übersehen?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bei Frauen kommen mehrere Gründe zusammen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Frauen sind seltener hyperaktiv. Ihre Symptome sind oft innere Unruhe, Tagträumerei und emotionale Sensibilität.</li>



<li>Viele lernen als Kind früh, sich anzupassen, um nicht aufzufallen.</li>



<li>Frauen mit ADHS haben häufiger zusätzliche psychische Erkrankungen als Männer mit ADHS. Das zeigen Registerdaten aus Stockholm mit 85.330 Menschen mit ADHS (<a href="https://doi.org/10.1111/jcpp.13920" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Skoglund et al., 2024</a>). Werden diese Erkrankungen zuerst erkannt, wird ADHS leicht übersehen.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Die Folge: Viele Frauen erhalten erst spät eine Diagnose. In den Stockholmer Registerdaten waren Frauen bei der ersten ADHS-Diagnose oder -Behandlung im Schnitt 23,5 Jahre alt, Männer 19,6 (Skoglund et al., 2024).</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="vorurteile-fakten">Häufige Vorurteile über ADHS – und was wirklich stimmt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Vier Sätze hören Menschen mit ADHS besonders oft. Die Tabelle stellt ihnen gegenüber, was stimmt.</p>



<figure class="wp-block-table"><table class="has-fixed-layout"><thead><tr><th>Vorurteil</th><th>Was stimmt</th></tr></thead><tbody><tr><td>„ADHS ist nur eine Ausrede für Faulheit.“</td><td>Menschen mit ADHS müssen oft überdurchschnittlich viel leisten, um alltägliche Aufgaben zu bewältigen.</td></tr><tr><td>„Früher gab es das nicht.“</td><td>Die Symptome gab es schon immer. Sie wurden anders gedeutet oder übersehen.</td></tr><tr><td>„ADHS ist nur ein Problem von Kindern.“</td><td>Erwachsene mit ADHS haben oft große Schwierigkeiten im Beruf oder in Beziehungen.</td></tr><tr><td>„Medikamente sind gefährlich und machen süchtig.“</td><td>Stimulanzien wie Ritalin werden ärztlich verordnet und überwacht. Zum Suchtrisiko gibt es Daten, siehe unten.</td></tr></tbody></table></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Zum letzten Punkt: Eine systematische Übersichtsarbeit kommt zum vorläufigen Schluss, dass eine Stimulanzienbehandlung bei Kindern mit ADHS späteren Suchterkrankungen vorbeugen könnte. Eine dort ausgewertete Metaanalyse fand insgesamt ein ähnliches Risiko mit und ohne Medikament. Die Autor:innen nennen die Datenlage begrenzt (<a href="https://doi.org/10.3390/jcm10173908" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Özgen et al., 2021</a>). Nebenwirkungen sind ein eigenes Thema und gehören ins ärztliche Gespräch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was du auf solche Sätze antworten kannst, sammelt der Artikel <a href="https://hirnzigartig.at/adhs-basics/schlagfertige-antworten-adhs-autismus-audhs/">Schlagfertige Antworten auf blöde Ansagen bei ADHS, ASS und AuDHS</a>. Zu jedem typischen Satz stehen dort fünf Antworten, von sachlich bis humorvoll.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="emotionale-regulation">ADHS und emotionale Regulation</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Menschen mit ADHS erleben Emotionen oft intensiver als neurotypische Menschen. Ein Begriff, der dabei häufig fällt, ist <a href="https://hirnzigartig.at/adhs-basics/rejection-sensitive-dysphoria-und-adhs/">Rejection Sensitivity Dysphoria (RSD)</a>: eine ausgeprägte Angst vor Zurückweisung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Drei Ansätze werden oft empfohlen. Wie gut sie speziell die Emotionsregulation bei ADHS verbessern, ist wenig untersucht:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Kognitive Verhaltenstherapie (CBT) hilft, negative Denkmuster zu erkennen.</li>



<li>Sport und Bewegung können helfen, Anspannung abzubauen.</li>



<li>Achtsamkeit und Meditation können helfen, Impulsivität zu reduzieren.</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading" id="beziehungen-beruf">ADHS in Beziehungen und im Beruf</h2>



<h3 class="wp-block-heading" id="beziehungen">Beziehungen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Menschen mit ADHS neigen zu Impulsivität und intensiven Emotionen. Das kann zu Missverständnissen und Konflikten führen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Drei Tipps für Partnerschaften:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Sprecht offen über ADHS.</li>



<li>Schafft klare Strukturen und Routinen.</li>



<li>Lasst Konflikte nicht eskalieren. Legt bewusst eine Pause ein.</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading" id="beruf">Beruf und Karriere</h3>



<p class="wp-block-paragraph">ADHS kann im Arbeitsleben eine Herausforderung sein. Viele Menschen mit ADHS beschreiben sich als kreativ. In Tests zeigt sich mehr divergentes Denken bei erhöhten ADHS-Zügen unterhalb der Diagnoseschwelle, bei diagnostizierter ADHS in den meisten Studien nicht (<a href="https://doi.org/10.1016/j.neubiorev.2020.09.029" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Hoogman et al., 2020</a>).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Berufsfelder werden in Erfahrungsberichten oft genannt. Studien, die sie vergleichen, gibt es kaum. Belegt ist ein kleiner Zusammenhang: In einer schwedischen Zwillingsstichprobe mit 7.208 Personen waren Menschen mit mehr ADHS-Symptomen etwas häufiger selbstständig (<a href="https://doi.org/10.1007/s10654-016-0159-1" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Verheul et al., 2016</a>):</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>kreative Berufe wie Design, Kunst oder Marketing</li>



<li>Berufe mit viel Abwechslung wie Journalismus oder Eventmanagement</li>



<li>Selbstständigkeit, weil sie mehr Flexibilität ermöglicht</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading" id="behandlung">Wie wird ADHS behandelt?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">ADHS ist behandelbar. Oft werden mehrere Bausteine kombiniert.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Kognitive Verhaltenstherapie: Strukturierte Methoden helfen, impulsives Verhalten und Chaos im Alltag zu reduzieren.</li>



<li>Medikamente wie Methylphenidat (Ritalin) oder Amphetamin-Derivate: Sie wirken auf die Botenstoffe Dopamin und Noradrenalin. Bei Erwachsenen verringern sie die Kernsymptome kurzfristig. Zur Wirkung über Jahre gibt es wenig Daten (<a href="https://doi.org/10.1016/S2215-0366%2824%2900360-2" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Ostinelli et al., 2025</a>).</li>



<li>Coaching und Zeitmanagement-Trainings: Sie werden vor allem Erwachsenen angeboten. Zur Wirksamkeit gibt es bisher wenig Forschung.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Welche Kombination zu dir passt, klärst du mit der Fachperson, die dich behandelt.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="fazit">Fazit: ADHS ist eine echte Diagnose und keine Modediagnose</h2>



<p class="wp-block-paragraph">ADHS ist kein Trend und keine Erfindung. Es ist eine gut untersuchte neurobiologische Störung. Die steigenden Diagnoseraten gehen zum Teil auf besseres Wissen zurück, zum Teil auf gesellschaftliche Gründe. Überdiagnosen betreffen einzelne Gruppen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn du den Satz „Hat jetzt jede:r ADHS?“ das nächste Mal hörst, kannst du zwei Dinge antworten. Die Symptome sind seit mehr als hundert Jahren beschrieben. Und ein Teil des Anstiegs kommt daher, dass Erwachsene und Frauen heute häufiger erkannt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Findest du dich selbst in den Beschreibungen wieder? Dann notier dir, in welchen Situationen es bei dir hakt, und such dir eine Fachperson mit Erfahrung in der ADHS-Diagnostik bei Erwachsenen. Menschen mit ADHS brauchen Unterstützung und keine Vorurteile.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="quellen">Quellen</h2>



<div style="font-size:.85rem;line-height:1.75;color:#7385a0;">
<p style="margin:0 0 6px;">Askri et al. (2023). <a href="https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10479229/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" style="color:#7385a0;">https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10479229/</a></p>
<p style="margin:0 0 6px;">Banaschewski, T., Häge, A., Hohmann, S. &amp; Mechler, K. (2024). Perspectives on ADHD in children and adolescents as a social construct amidst rising prevalence of diagnosis and medication use. Frontiers in Psychiatry. <a href="https://doi.org/10.3389/fpsyt.2023.1289157" target="_blank" rel="noreferrer noopener" style="color:#7385a0;">https://doi.org/10.3389/fpsyt.2023.1289157</a></p>
<p style="margin:0 0 6px;">Bölte, S. (2024). Eight reasons why ADHD diagnoses are increasing. The Conversation. <a href="https://theconversation.com/eight-reasons-why-adhd-diagnoses-are-increasing-242458" target="_blank" rel="noreferrer noopener" style="color:#7385a0;">https://theconversation.com/eight-reasons-why-adhd-diagnoses-are-increasing-242458</a></p>
<p style="margin:0 0 6px;">Di Lorenzo, R., Balducci, J., Cutino, A., Latella, E., Venturi, G., Rovesti, S., Filippini, T. &amp; Ferri, P. (2023). ADHD Follow-Up in Adulthood among Subjects Treated for the Disorder in a Child and Adolescent Mental Health Service from 1995 to 2015. Medicina, 59(2), 338. <a href="https://doi.org/10.3390/medicina59020338" target="_blank" rel="noreferrer noopener" style="color:#7385a0;">https://doi.org/10.3390/medicina59020338</a></p>
<p style="margin:0 0 6px;">Faraone, S. V., Biederman, J. &amp; Mick, E. (2006). The age-dependent decline of attention deficit hyperactivity disorder: a meta-analysis of follow-up studies. Psychological Medicine, 36(2), 159–165. <a href="https://doi.org/10.1017/S003329170500471X" target="_blank" rel="noreferrer noopener" style="color:#7385a0;">https://doi.org/10.1017/S003329170500471X</a></p>
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<p style="margin:0 0 6px;">Hagaman, J. L. &amp; Casey, K. J. (2016). Understanding and supporting the academic needs of students with ADHD. Special Education, 1(34). <a href="https://doi.org/10.21277/se.v1i34.248" target="_blank" rel="noreferrer noopener" style="color:#7385a0;">https://doi.org/10.21277/se.v1i34.248</a></p>
<p style="margin:0 0 6px;">Lange, K. W., Reichl, S., Lange, K. M., Tucha, L. &amp; Tucha, O. (2010). The history of attention deficit hyperactivity disorder. ADHD Attention Deficit and Hyperactivity Disorders, 2, 241–255. <a href="https://doi.org/10.1007/s12402-010-0045-8" target="_blank" rel="noreferrer noopener" style="color:#7385a0;">https://doi.org/10.1007/s12402-010-0045-8</a></p>
<p style="margin:0 0 6px;">Özgen, H., Spijkerman, R., Noack, M., Holtmann, M., Schellekens, A., Dalsgaard, S., van den Brink, W. &amp; Hendriks, V. (2021). Treatment of Adolescents with Concurrent Substance Use Disorder and Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder: A Systematic Review. Journal of Clinical Medicine, 10(17), 3908. <a href="https://doi.org/10.3390/jcm10173908" target="_blank" rel="noreferrer noopener" style="color:#7385a0;">https://doi.org/10.3390/jcm10173908</a></p>
<p style="margin:0 0 6px;">Rzeska, E., Jurasz, K., Podgórska, D., Sanecki, M., Tomczyk, K., Chojnacka, N., Klarycki, J. &amp; Cymer, R. (2024). ADHD in adults in a nutshell. Journal of Education, Health and Sport. <a href="https://doi.org/10.12775/JEHS.2024.52.005" target="_blank" rel="noreferrer noopener" style="color:#7385a0;">https://doi.org/10.12775/JEHS.2024.52.005</a></p>
<p style="margin:0 0 6px;">Todzia (2024). Principles of ADHD diagnosis in adults. European Psychiatry. <a href="https://www.cambridge.org/core/journals/european-psychiatry/article/principles-of-adhd-diagnosis-in-adults-the-diagnosis-of-adhd-in-adults-poses-unique-challenges-due-to-the-subtlety-of-symptoms-and-the-presence-of-comorbidities/1E80ADB873F5951ADC81D7E79BE49C96" target="_blank" rel="noreferrer noopener" style="color:#7385a0;">https://www.cambridge.org/core/journals/european-psychiatry/article/principles-of-adhd-diagnosis-in-adults-the-diagnosis-of-adhd-in-adults-poses-unique-challenges-due-to-the-subtlety-of-symptoms-and-the-presence-of-comorbidities/1E80ADB873F5951ADC81D7E79BE49C96</a></p>
<p style="margin:0;">Weibel et al. (2020). <a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0013700619302507" target="_blank" rel="noreferrer noopener" style="color:#7385a0;">https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0013700619302507</a></p>
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<li><a href="https://hirnzigartig.at/adhs-basics/adhs-diagnose/" style="color:#002f6c;font-weight:600;">ADHS-Diagnose bei Erwachsenen: 6 Kriterien</a></li>
<li><a href="https://hirnzigartig.at/adhs-basics/stars-mit-adhs/" style="color:#002f6c;font-weight:600;">Stars mit ADHS, Autismus, Legasthenie &amp; Co.</a></li>
<li>Caye, A., Pilar, M. L., Agnew-Blais, J. C. et al. (2020). Relative Age and Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder: Data From Three Epidemiological Cohorts and a Meta-Analysis. Journal of the American Academy of Child &amp; Adolescent Psychiatry, 59(8), 990–997. <a href="https://doi.org/10.1016/j.jaac.2019.07.939" target="_blank" rel="noreferrer noopener">doi.org/10.1016/j.jaac.2019.07.939</a></li>
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<p class="hz-cta" style="margin:28px 0 0;padding:22px 26px;background:#002f6c;border-radius:10px;color:#dbe4f2;line-height:1.75;">Du willst herausfinden, was dir im Alltag und im Job hilft? Im <a href="https://hirnzigartig.at/adhs-coaching/" style="color:#fff;font-weight:600;">ADHS-Coaching</a> und im <a href="https://hirnzigartig.at/autismus-coaching/" style="color:#fff;font-weight:600;">Autismus- und AuDHS-Coaching</a> arbeiten wir an deinen konkreten Situationen. <a href="https://hirnzigartig.at/ueber/" style="color:#fff;font-weight:700;text-decoration:underline;">Erstgespräch anfragen →</a></p>



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